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Gendergerechte Sprache: Der Augsburger Weg ist maßvoll

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Kommentar Von Marcus Bürzle
25.01.2019

Ein Thema, über das sich streiten lässt: Muss die Stadt Augsburg ihre Sprache wirklich "geschlechtersensibel" gestalten?

Womöglich ist ein Mann der Falsche, um diese Zeile zu schreiben. Als Bürger der Stadt fühlt man sich vom Wort Bürger natürlich angesprochen. Doch wie wäre es, wenn man sich ständig automatisch mit-angesprochen fühlen müsste, wenn von Journalistinnen oder Augsburgerinnen die Rede ist.

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Es bleibt, ganz ehrlich ein theoretischer Gedanke. Und es gibt auch Kolleginnen, die mit der bisherigen Amtssprache der Stadt Augsburg nicht gehadert haben. Ist der Leitfaden für eine sensiblere Sprache also unnötig?

Bewusster Umgang mit Sprache

So einfach ist die Antwort nicht. An vielen Stellen klingt der Ansatz der Stadt nämlich nicht schlecht. Gleichberechtigung ist ein wichtiges und wünschenswertes Ziel, und ein überlegter Umgang mit Sprache kann nicht schaden. Aus der „Mütterberatung“ eine „Elternberatung“ zu machen ist ebenso nachvollziehbar wie von der „Belegschaft“ statt der „Mannschaft“ zu reden.

Der Augsburger Weg ist in diesem Fall ein maßvoller, kein Binnen-I, keine Sternchen und vor allem keine Pflicht. Aber doch eine Erinnerung zum bewussten Umgang mit Worten. Ob er sich lohnt und die Gleichberechtigung voranbringt, wird sich zeigen.

Lesen Sie auch den Artikel: "Team" statt "Mannschaft": Stadt will gendergerechte Sprache .

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25.01.2019

Anhand der Sprache lässt sich nun mal ermessen wie weit eine Gesellschaft im Umgang mit unseren Mitmenschen sich entwickelt hat. Fortschritt lässt sich auch in einer lebendigen Sprache feststellen. In einigen Jahren werden wir wie jetzt auf Texte und Videos blicken, wie auf Aufzeichnungen aus den 30ern. Die Verrohung der Sprache im politischen Diskurs von rechts und das Beharren auf Worte die längst schon auf dem Index stehen, sind die Gegenbewegung zu einer fortschreitenden Form der Kommunikation.
Wie weit man eine gendergerechte Sprache selbst verwendet, bleibt jedem wohl selbst überlassen. Die Toleranz dafür sollte aber dabei der kleinste gemeinsame Nenner sein, auf den man sich verständigt.

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