Newsticker

Personenschützer mit Corona infiziert: Heiko Maas in Quarantäne

25.06.2009

Generation Praktikum

Augsburg "Buben haben einfach keine Träume mehr", erklärt Sozialpädagoge und Mitglied von "Mann sein e.V." Peter Karl. Was man mit dem Leben anfangen soll, wüssten dabei die meisten nicht. Um dieser Problematik auf den Grund zu gehen luden die Foren Bildung und Familie der SPD Augsburg ins Bürgerhaus Hochfeld zur Diskussionsveranstaltung. Unter dem Motto "Was ist mit den Jungen los?" sollte mit dem Fachmann für Jungen- und Männerberatung Peter Karl dabattiert werden, warum gerade Jungs immer gewaltbereiter werden.

Jungen hinken Mädchen immer mehr hinterher, gerade in den Bereichen Bildung und Gesellschaft. Statistisch gesehen scheitern sie öfter in der Schule, erreichen demnach auch weniger häufig einen qualifizierten Schulabschluss. Auch die Gewaltbereitschaft bei Jungen eskaliert laut Fachmann immer weiter.

Dabei ist das Problem vielschichtige und lässt sich schwer auf einzelne Gründe zurückführen, so Karl. Eine der vielen Ursachen für das Absacken sei jedoch die verzweifelte Suche nach Vorbildern. "Jungen brauchen Autorität und Führung, Männer zu denen sie aufsehen können", so Karl. Dieser Mentor wird dabei immer seltener gefunden. Väter sind oftmals nicht in der Lage die Vaterrolle auszufüllen fühlen sich überfordert oder sind nicht richtig auf die neue Situation vorbereitet worden. Und auch bei Lehrern und Pädagogen herrscht bereits chronischer Männermangel.

Das Fehlen von Autorität in vielen Familien schlägt sich ebenso negativ auf die Entwicklung der Buben nieder. "Viele Eltern haben keine Kinder mehr, sondern Tyrannen", scherzt Karl. Der Rat des Fachmannes: "Es muss klare Grenzen geben, dabei aber immer fair und liebevoll sein."

Generation Praktikum

Auch mal loben

Weitere Aspekte seien Medienüberfütterung, Bewegungsmangel aber auch Perspektivlosigkeit. "Sogar Jungs mit Abitur fühlen sich als Generation Praktikum und glauben, dass sie für nichts mehr gebraucht werden", so der Sozialpädagoge. Erfahrungsgemäß benötigen sie einfach mehr persönliche Unterstützung. Ruhig auch mal loben, rät der Fachmann, "dann blühen sie auf und werden kreativ". Dem stimmt auch Helmut Ludl zu: "Schweren Jungs reicht Keiner die Hand. Man zeigt immer nur mit dem Finger auf sie, statt ihnen zu helfen", meint der Vater dreier Kinder.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren