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Augsburg

14.04.2019

Geocacher befreien in Augsburg Straßen und Felder von Müll

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Vor allem verwehte Plastiktüten sammelten die Geocacher auf den Wiesen am Innovationspark ein. Doch auch eine Möbelgarnitur fanden sie im Gelände.
Bild: Peter Fastl

55 Geocacher haben am Samstag rund um den Innovationspark die Natur gereinigt. Neben Tüten, Altöl und einer Möbelgarnitur haben sie sogar einen kuriosen Schatz gefunden.

Geocaching ist eine Art Schatzsuche mit Hilfe eines GPS-Gerätes. Die „Schätze“, die 55 Geocacher am Samstag rund um den Innovationspark zusammengetragen haben, werden wohl keinen Platz in irgendeiner Sammlung finden – dafür ist die Gegend jetzt wieder sauber und frei von Müll. Im Rahmen der Aktion „Augsburg - Sauber ist in“, haben die Mitglieder der Geocacher-Gemeinschaft zwei Stunden lang Straßenränder und Felder abgelaufen und von Müll befreit.

Die Müllsammler, die hier zugange sind, sind bestens ausgerüstet. Neben den obligatorischen Handschuhen und blauen Müllsäcken haben fast alle lange Greifzangen dabei, mit denen sie kleinere Abfälle aufsammeln können, ohne sich zu bücken. Die Zangen gehören zur Grundausstattung ambitionierter Geocacher, sagt Ute Wager vom „Team Erdferkel“, wie ihre Gruppe in Cacherkreisen heißt. „Normalerweise nutzen wir die Zangen, um höher gelegene Caches zum Beispiel aus Bäumen zu angeln“, erklärt sie. „Caches“ sind kleine Gegenstände, die von einzelnen Mitgliedern an interessanten Plätzen versteckt werden. Der Ort wird über GPS-Koordinaten im Internet veröffentlicht, damit die anderen Geocacher den Schatz wie bei einer Schnitzeljagd suchen können.

Aktion in Augsburg: Geocacher sammeln Müll

Ute Wager ist mit Freuden aus Ulm angereist, um hier in Augsburg aufzuräumen. Andere Geocacher an diesem Tag kommen aus Weilheim, Aalen oder Landsberg. Dass sie die weite Anreise auf sich genommen haben, hat nicht nur mit ihrer Umweltliebe zu tun. Denn Müllsammeln ist eine der Tätigkeiten, die als regelmäßiges Event von der Geocaching-Community organisiert werden – und für die es eine Art „Fleißbildchen“ im Internetprofil gibt, wenn man daran teilnimmt. Das Event nennt sich „Cito“, was für „Cash in, trash out“ steht, also das Hinterlegen eines Schatzes und Mitnehmen von Müll. „Die Natur ist unser Spielfeld, deshalb wollen wir sie auch sauber halten“, erklärt der Organisator der Aktion, Philipp Huber. Er hat die zu säubernde Fläche ausgewählt und die Community zu dem „Cito“ eingeladen. „Eigentlich wollte ich an der Wertach am Gögginger Wäldchen sammeln lassen – aber seit die Stadt dort Mülleimer aufgestellt hat, ist die Gegend sauber“, berichtet er.

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Das sei vor zwei Jahren, als sie zum letzten Mal dort aufgeräumt haben, noch ganz anders gewesen. Für den 22-jährigen Studenten ist das Müllsammeln eine willkommende Abwechslung. „Wenn man einen Zehn-Kilo-Müllsack schleppt, hat man das tolle Gefühl, wirklich etwas geleistet zu haben“, sagt er. Die Geocacher sind in vier Teams unterwegs. Jeder Teamleiter hat eine Karte, auf der sein Einsatzgebiet verzeichnet ist. Auf diese Weise können die Teilnehmer ein Gebiet von den Sportplätzen der Uni im Norden bis zur WWK-Arena und weiter zum XXXLutz im Süden abdecken. Dass sie sich verlaufen, ist unwahrscheinlich. Kartenlesen gehört schließlich zum Hobby.

Müllsammeln in Augsburg: Das sagen die Teilnehmer

Jörg Reppenhagen vom „Team EDMA“ ist auf dem Grünstreifen hinter der B17 unterwegs. In seinem Müllsack stapeln sich Plastiktüten. Und McDonald’s-Verpackungen. „Es ist schon bemerkenswert, was die Leute aus dem Auto werfen“, sagt er. Auch er findet die „Cito“-Events gut. „Wir tun etwas für die Gemeinschaft und haben Spaß dabei. Nach zwei Stunden ist die Ausbeute beachtlich. Rund 60 Müllsäcke stapeln sich am Sammelplatz. Von Bauschutt über Styroporplatten bis zu Kanistern mit Altöl ist alles dabei. Sogar eine Möbelgarnitur stand in der Landschaft. Und einen kleinen „Schatz“ haben die Geocacher dann letztendlich auch noch gefunden. In einem Gebüsch liegen Personalausweis, Bahncard, Spendenausweis und weitere persönliche Dokumente. Offenbar das Versteck eines Taschendiebs. Dieser Schatz wandert dann auch auf dem kürzesten Weg zu der Polizei. So hat der Bestohlene am Ende wohl auch noch etwas von der Aktion.

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