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Augsburg

22.11.2018

Gerücht um verdächtigen Mann: Müssen sich Eltern Sorgen machen?

Die Warnmeldung verbreitete sich unter anderem über den Handydienst Whatsapp schnell.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Unter Eltern im Augsburger Nordosten verbreitet sich die Nachricht, dass ein verdächtiger Mann Schulkinder anspreche. Was die Polizei dazu sagt.

Ein Gerücht hat Eltern im Augsburger Nordosten in Unruhe versetzt. Demnach soll ein Mann in den Stadtteilen Hammerschmiede und Firnhaberau mehrfach Kinder auf dem Schulweg angesprochen und gefragt haben, ob er sie nach Hause begleiten darf. Die entsprechende Meldung wurde unter anderem über den Handydienst Whatsapp schnell weiterverbreitet. Die Polizei ist dem Fall bereits nachgegangen.

Allerdings: Es gibt bislang keinerlei Hinweise, dass an diesem Gerücht etwas dran ist. Auch die Schulleitung der Grund- und Mittelschule am Hubertusplatz in der Firnhaberau hatte von den Berichten über einen verdächtigen Mann erfahren. Die Schule informierte deshalb die Polizei.

Dort nahm man die Meldung durchaus ernst: Ein Beamter der Polizeiinspektion Augsburg-Ost beobachtete zwei Tage lang das Geschehen um die Schule. Er trug dabei keine Uniform, um von einem möglichen Verdächtigen nicht sofort als Polizist erkannt zu werden. Er bemerkte aber keinen Mann, der sich auffällig verhielt. Es sei auch kein konkreter Fall bekannt, der dem Gerücht entspricht, sagt Polizeisprecher Siegfried Hartmann. Zumindest habe sich bislang niemand an die Polizei gewandt oder Anzeige erstattet

Gerüchte um verdächtige Männer tauchen häufiger auf in Augsburg

Unklar ist, wie die Warnmeldung überhaupt in Umlauf kam. Die Polizei stellt allerdings schon seit einigen Jahren fest, dass Gerüchte über verdächtige Männer häufiger als früher auftauchen. Das hänge damit zusammen, das sich solche Botschaften über das Internet und per Handynachricht schneller und an einen größeren Personenkreis verbreiten, sagt Polizeisprecher Hartmann. Eltern von Kindergarten- und Schulkindern schließen sich oft zu Whatsapp-Gruppen zusammen, um Informationen austauschen zu können. Über diese Kanäle werden dann auch solche Botschaften verteilt.

Siegfried Hartmann, Sprecher des Polizeipräsidiums in Augsburg
Bild: Polizei

In den meisten Fällen sei an den Gerüchten um dubiose Männer jedoch nichts dran, sagt Hartmann. Mitunter kommt es auch vor, dass es um Vorfälle geht, die sich in einer anderen Stadt oder sogar in einem anderen Bundesland ereignet haben. Oder die Gerüchte entpuppten sich als harmlos. So war es zum Beispiel bei einem Verdachtsfall in der Augsburger Altstadt.

Dort hatte ein Mann immer wieder im Umfeld einer Kindertagesstätte fotografiert. Die Polizei machte den Mann ausfindig. Das Ergebnis der Ermittlungen: Der Mann hatte Interesse an einer neben der Tagesstätte gelegenen Immobilie, die zum Verkauf stand.

Es gibt auch Fälle, in denen am Verdacht etwas dran ist

Allerdings: Es gibt auch Fälle, in denen sich ein Verdacht erhärtet. Vor einigen Jahren gab es einen Fall im Herrenbachviertel, bei dem ein Mann immer wieder einer zehnjährigen Grundschülerin nachstellte und sie ansprach. Er wurde ermittelt und musste sich später deshalb auch vor Gericht verantworten. Aktuell läuft die Neuauflage des Prozesses gegen den Kinderarzt Harry S. aus Augsburg. Er hatte Kinder unter anderem auf Spielplätzen angesprochen, sie unter einem Vorwand in Keller und Tiefgaragen gelockt und dort sexuell missbraucht.

Die Polizei empfiehlt, bei einer verdächtigen Beobachtung schnell den Notruf 110 zu wählen. „Davor muss man sich nicht scheuen“, sagt Siegfried Hartmann. „Wir können dann umgehend der Sache nachgehen und sie aufklären.“

Gerüchte, deren Ursprung sich in vielen Fällen gar nicht mehr feststellen lasse, seien dagegen deutlich schwerer zu überprüfen.

Lesen Sie den Kommentar: Warum Panik bei Internet-Gerüchten falsch ist

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