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Gestrichene Ferien: Ein Dämpfer für Schüler und Lehrer in Augsburg

Kommentar Von Miriam Zissler
13.01.2021

Plus Es wäre besser gewesen, erst einmal Inhalte des Lehrplans zu streichen, auf die im Corona-Jahr verzichtet werden kann, als auf wohlverdiente Erholung in Form der Ferien. 

Das ist schon ein starkes Stück. Weil aufgrund der Corona-Pandemie zu viel Unterricht ausgefallen ist, müssen Schüler und Lehrer in den Faschingsferien kollektiv nachsitzen. Die Ferien sind abgesagt. Nun heißt es, bis zu den Osterferien durchpauken, um fehlenden Lehrstoff nachzuholen und ausstehende Prüfungen zu schreiben. Dass das viele Schüler und Lehrer als eine Strafe ansehen, ist nachvollziehbar.

Gerade sie haben in den vergangenen Monaten vieles klaglos über sich ergehen lassen: den Wechsel von Präsenz- zum Distanzunterricht und wieder zurück, Zeiten im Wechselunterricht, teilweise Zeiten in Quarantäne, Zeiten mit fehlender technischer Ausstattung und schlecht funktionierenden Online-Plattformen. Letztere Punkte sind im Übrigen ein Ergebnis der nur sehr schleppend vonstattengehenden Digitalisierung der Schulen. Ein Versäumnis von Bund und Ländern, die letztlich Schüler und Lehrer ausbaden mussten und teilweise immer noch müssen.

Keine Verschnaufpause für Schüler, Lehrer und Eltern

Nun hat die Motivation der Schüler und Lehrer durch die gestrichenen Faschingsferien einen gehörigen Dämpfer erhalten. Letztlich entfällt nicht nur ihre Verschnaufpause, sondern auch die der Eltern, die ebenfalls seit Monaten ihre Kinder beim Homeschooling unterstützen. Es wäre besser gewesen, erst einmal Inhalte des Lehrplans zu streichen, auf die im Corona-Jahr verzichtet werden kann, als auf wohlverdiente Erholung.

Lesen Sie dazu den Artikel: Schülerinnen aus Augsburg starten Petition für Erhalt der Faschingsferien

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14.01.2021

Die Absage der Winterferien ist sinnvoll und konsequent. Nach 3 Wochen Lockdown erst mal Ferien? Wo soll da der Sinn sein.
Die gesamte Bevölkerung bräuchte "wohlverdiente Erholung" (wieso eigentlich ausgerechnet die Berufsgruppe der Lehrer, wenn, dann das Pflegepersonal, aber das können wir uns nicht leisten und die klagen im Gegensatz zu den Vorgenannten nicht). Die Pause ist jetzt aber nicht angezeigt, sondern diszipliniertes Weiterleben in Strukturen, die die Inzidenz runterbringen. Sonst gibt es hier noch monatelang keine "wohlverdiente Erholung" für alle. Das müssen auch mental empfindlichere Berufsgruppen mittragen, und die Mehrheit tut das auch. Außer einem unverdienten "Ach Menno, das hätten wir wirklich verdient gehabt" bleibt für mich von diesem Kommentar nichts Substantielles.

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