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Gastronomie

15.05.2015

Gesucht: Ein Wirt für die Fuggerei-Stube

Die Fuggerei-Stube soll einen neuen Pächter bekommen. Der Eingang wird künftig im Durchgang zur Fuggerei liegen (im Bild rechts).
Bild: Silvio Wyszengrad

 Das Traditions-Lokal in der Jakobervorstadt soll im Herbst wieder eröffnen. Am Konzept wird sich einiges ändern

Von Nicole Prestle

Die Fugger’schen Stiftungen suchen nach einem neuen Pächter für die Fuggerei-Stube. Das Restaurant, das seit Ende letzten Jahres geschlossen ist, soll im Herbst zunächst für einen Probelauf öffnen, richtiger Neustart ist dann zu Beginn der Tourismus-Saison 2016. Vorher wird das historische Gebäude saniert.

Mehr als 20 Jahre lang trugen Josef und Christa Uhl die Verantwortung für die Fuggerei-Stube. Im Dezember 2014 ging das Gastronomenpaar in Ruhestand (AZ berichtete). Seitdem macht man sich in der Fuggerei Gedanken um die Zukunft der Traditionsgaststätte, die auf jeden Fall weitergeführt wird. Das Lokal soll bald stärker an die Sozialsiedlung angebunden sein, was sich schon optisch niederschlägt: „Der Haupteingang wird künftig im Durchgang zur Fuggerei liegen und nicht mehr vorn an der Straße“, sagt Stiftungsadministrator Wolf-Diet-rich Graf von Hundt. Geplant sind Durchbrüche für zwei Fenster und eine Tür.

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Für Fuggerei-Bewohner soll das Lokal zum sozialen Mittelpunkt werden: Möglich ist ein regelmäßiger Stammtisch, auch die Weihnachtsfeier für Bewohner sowohl andere Feste können im neuen Lokal stattfinden. Der Gastraum, der architektonisch durch seine Gewölbe geprägt ist, wird vergrößert. Rund 30 Plätze kommen im benachbarten Foyer des Senioratsgebäudes hinzu. Der Betrieb soll dadurch wirtschaftlicher werden. „Unter 100 Plätze lohnt sich eine Gaststätte wie die Fuggerei-Stube heute kaum noch“, weiß Graf von Hundt aus Gesprächen mit Experten.

Ein Pächter ist noch nicht gefunden, die Fugger’schen Stiftungen haben aber genaue Vorstellungen: „Das Lokal soll die Geborgenheit der Fuggerei transportieren, was sich sowohl im Design als auch im Angebot an Gerichten widerspiegeln wird.“ Das bedeutet: Der Gastraum wird zwar heller und freundlicher, aber nicht zu modern. Die Küche soll schwäbisch sein und den schnellen Touristen ebenso zufriedenstellen, wie die Augsburger, die mittags zum Snack und abends zum gehobenen Dinner kommen.

Wenn möglich, soll das Restaurant von morgens bis in den späten Abend und an 365 Tagen im Jahr geöffnet haben. „Wir wissen, dass das personalintensiv ist“, sagt Graf von Hundt. Da das neue Lokal ein Treffpunkt sowohl für Fuggerei-Besucher als auch für den Stadtteil werden soll, komme man an diesen Zeiten aber kaum vorbei.

Im Sommer wird es in der Fuggerei wieder einen Biergarten geben. Damit der Betrieb leichter wird, wird ein Gebäude in der Nähe zum Ausschank umfunktioniert. Während des Gastro-Betriebs wird die Fuggerei zur Fußgängerzone: Für Lieferanten, Bewohner, soziale Dienste und andere Besucher mit Auto ist dann nur noch der Eingang am Jakobsplatz geöffnet. Der Aufenthalt für Gäste soll so angenehmer gestaltet werden.

Bis das neue Restaurant eröffnet, muss das historische Gebäude saniert werden. Kosten von über einer Million Euro sind kalkuliert. Offen ist, ob es im Haus noch Bausubstanz aus dem 16. Jahrhundert gibt. Zwar wurde das Gebäude im Zweiten Weltkrieg zerstört und danach wieder aufgebaut. Dennoch ist man auf Überraschungen vorbereitet.

Die Bewerbungsfrist für mögliche Restaurantpächter läuft, noch im Mai sollen die Konzepte gesichtet werden. Denkbar ist laut Graf von Hundt, dass der neue Betreiber schon im Juni feststeht. Er wird dann in den Umbau der Räume eingebunden.

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