Newsticker

Personenschützer mit Corona infiziert: Heiko Maas in Quarantäne
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Gesucht: Neue Heimat für Augsburgs Römerschätze

Kultur

28.01.2013

Gesucht: Neue Heimat für Augsburgs Römerschätze

Bis vor Kurzem war das Römische Museum in der Dominikanerkirche untergebracht. Doch die ist nun gesperrt.
Bild: Ulrich Wagner

Das Römische Museum ist gesperrt. Während es saniert wird, wird die Sammlung woanders gezeigt. Die Frage ist, wo?

Grab will die „Interimsspielstätte“ so schnell wie möglich eröffnen: „Ich gehe davon aus, dass wir die Dominikanerkirche spätestens ab Mitte des Jahres für die Sanierung räumen müssen“, sagt er. Die derzeitige Ausstellung wird am neuen Ort nicht „Eins-zu-eins“ gezeigt werden können, weil die statischen Voraussetzungen fehlen. Die schweren Steindenkmäler werden im Ballenhaus auf dem AKS-Gelände zwischengelagert.

Wie es nach der Instandsetzung des Museums mit der römischen Sammlung weitergeht, daran scheiden sich die Geister. Die Städtischen Kunstsammlungen fordern seit Langem einen Anbau, der den Anforderungen an einen modernen Museumsbetrieb gerecht wird. Die gewünschte Erweiterung auf dem Gelände des benachbarten Berufsschulzentrums aber scheitert an der Regierung von Schwaben: Sie ist gegen einen Umzug der Schule.

Denkbar ist dagegen eine kleine Anbaulösung, für die Erweiterungsflächen hinter der Kirche (in Richtung Vorderer Lech) und zur Berufsschule hin genutzt werden könnten. Das Schulgelände selbst bliebe unberührt.

Gesucht: Neue Heimat für Augsburgs Römerschätze

Im Bauausschuss wurde vergangene Woche eine dritte Möglichkeit wieder ins Gespräch gebracht, die schon vor Jahren aktuell war: der Neubau eines Museums auf dem Gelände am Pfannenstiel. Dort könnte ein Neubau auf ehemals römischem Grund entstehen. Baureferent Gerd Merkle schwebt vor, dort auch Schaugrabungen für Besucher durchzuführen.

Kritiker dieses Vorschlags argumentieren unter anderem mit dem Faktor Zeit: „Am Pfannenstiel befand sich einst eine römische Handwerkersiedlung. Bis die Archäologen das Gelände so weit untersucht hätten, dass wir dort neu bauen könnten, würden bis zu 20 Jahre vergehen“, befürchtet Kulturreferent Grab. So lange könnte das Römerthema nicht in Übergangsspielstätten untergebracht werden.

Fraglich ist auch, was in diesem Fall mit der Dominikanerkirche geschähe: Das denkmalgeschützte Gebäude gehört der Stadt und eignet sich nur für wenige Nutzungen. Bleibt das Römische Museum dort, ist die Stadt diese Sorge los.

Auch Kunstsammlungs-Chef Christof Trepesch ist skeptisch, was den Pfannenstiel betrifft: „Wir gehen nicht davon aus, dass es dort spektakuläre Funde geben wird, weil es sich eben um eine ehemalige Handwerkersiedlung handelt.“ Ein Museum dort mache nur Sinn, wenn man den Besuchern spektakuläre Ausgrabungen zeigen könnte. Der Kern des römischen Augsburg – einer Provinzhauptstadt, deren Bild nicht Handwerker, sondern reiche Kaufleute prägten – lag aber im Bereich des heutigen Domviertels.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren