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Lach-Yoga-Kurs

22.01.2009

Geteilte Lebensfreude im Kurs verdoppeln

Zuerst sollen alle ihren Verstand abgeben. Leicht ungläubig blicken die Teilnehmer des Lach-Yoga-Kurses Kursleiterin Elisabeth Kinsky an - und schon prusten die Ersten los. Lustig geht es im Gymnastikraum der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) zu: Frauenkichern, Männerkichern und Kinderkichern durchdringt den Raum.

"Anfangs war es schon etwas befremdlich für mich, auf Knopfdruck loszulachen", so Kursteilnehmerin Ruth Abstreiter. "Aber jetzt bin ich einfach nur neugierig, was für eine Wirkung der Kurs auf mich haben wird."

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Laut Übungsleiterin Elisabeth Kinsky können durch Lach-Yoga Stresshormone deutlich abgebaut sowie das Immunsystem gestärkt werden. Auch für Behinderte und Kranke ist diese Art von Yoga eine geeignete Therapie. "Es ist eine weltweit verbreitete, für jeden leicht erlernbare Technik. Man muss sich nur darauf einlassen", so Kinsky.

Entdeckt wurde Lach-Yoga 1995 durch den indischen Arzt Madan Kataria. Er gründete im selben Jahr auch den ersten Lach-Club in Mumbai (Bombay). Elisabeth Kinsky, selbst Schülerin von Kataria, betont, dass das Alter für das Erlernen und Ausüben dieser Technik keine Rolle spiele - in ihrem Kurs ist die jüngste Teilnehmerin erst acht Jahre alt.

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Aber gerade für Erwachsene, die laut Forschungsergebnissen nur etwa 15 Mal täglich lachen - im Vergleich dazu lachen Kinder bis zu 400 Mal täglich - sei Lach-Yoga eine gute Möglichkeit, die in einem schlummernde Lebensfreude zu aktivieren, so die geprüfte Lach-Yoga-Therapeutin. Das Gehirn mache dabei interessanterweise keinen Unterschied zwischen echtem und künstlichem Lachen. Davon abgesehen gehe das forcierte Lachen beim Lach-Yoga allmählich in ein natürliches Lachen über.

Wenn man gar nicht mehr aufhören kann

Und tatsächlich: 30 Sekunden lang sollen sich die Teilnehmer gegenseitig die Hand schütteln, tief in die Augen schauen und sich dabei herzlich anlachen. Der eine oder andere kann gar nicht mehr damit aufhören. "Lachen baut Schwellen ab", weiß Jens Backhof. Seit eineinhalb Jahren praktiziert er mittlerweile Lach-Yoga und schwärmt von den "positiven Energien" und der "körperlichen Entspannung", die sich bei ihm mit der Zeit bemerkbar gemacht hat.

"Hoho, hahaha" und "Das war sehr gut, sehr gut, jaaaaaaa", geben die Kursteilnehmer auf Anweisung von Elisabeth Kinsky, von schallendem Gelächter begleitet, von sich. Gleichzeitig halten sie sich an den Händen, klatschen oder laufen wie flügelschlagende Hühner durch den Raum. Zwischendurch werden Entspannungs- und Atemübungen gemacht. Oder es wird sich gegenseitig lachend, mit einer tiefen Verbeugung voreinander, der indische Gruß "Namaste - Das Göttliche in mir grüßt das Göttliche in dir" weitergegeben.

Gelacht wird für Menschen, denen es nicht so gut geht, für den Weltfrieden - und für sich selbst. "Wir sind hier, um unsere Freude am Leben zu feiern", so Kinsky. Dennoch, der Verstand wird am Ende der Stunde wieder mit nach Hause genommen.

Tipp Wer selbst Lust auf Lach-Yoga bekommen hat, kann noch in die soeben begonnenen Kurse (je sechs Stunden) einsteigen. Gelacht wird entweder am Dienstag ab 19.30 Uhr oder am Donnerstag, ab 10 Uhr im Gymnastikraum der KHG (Prof.-Messerschmitt-Straße 4/ Eingang im Innenhof). Turnschuhe, Matte und Getränk sind mitzubringen. Weitere Infos und Anmeldung bei Elisabeth Kinsky, Telefon 571371 oder Mobil 01 63/96 69 924.

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