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Prozess in Augsburg

15.01.2015

Gewaltattacke an Fußgängerampel: Betrunkene verprügelt 53-Jährige

Völlig grundlos hat eine 27-Jährige an der Fußgängerampel auf eine Frau eingeprügelt.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Eine betrunkene 27-Jährige hat in Augsburg grundlos eine 53-jährige Passantin und deren Enkelin malträtiert. Vor Gericht spricht die Angeklagte von einem Blackout.

Sie hatte ein Drogenersatzmittel geschluckt, sich nach einem Streit von ihrem Freund getrennt, hemmungslos Wodka getrunken, bis sie rund zwei Promille im Blut hatte. Dann ließ sie an einem helllichten Nachmittag im September 2014 völlig grundlos ihren Frust an einer ihr unbekannten Passantin aus, prügelte sie zu Boden, griff auch deren Enkelin, 13, an.

Die böse Attacke kam der 27-jährigen Frau jetzt teuer zu stehen: Amtsrichter Günther Baumann verhängte gestern eine zehnmonatige Gefängnisstrafe.

Angeklagte spricht von einem totalen Blackout

„Ich hatte einen totalen Blackout. Ich weiß nur noch, dass ich die Frau blöd angemacht habe“, sagte die Angeklagte im Prozess. Damals hatte sie zusammen mit den späteren Opfern an einer Fußgängerampel an der Kaiserhof-Kreuzung beim Königsplatz gestanden. „Bis du blöd? Da musst du drücken“, herrscht sie erst die völlig überraschte Passantin, 53, an. Dann gibt sie ihr eine saftige Ohrfeige, beleidigt sie als „blöde Kuh“ und „fette Sau“, reißt sie an den Haaren zu Boden, prügelt weiter auf sie ein, tritt sie angeblich auch mit Füßen. Als die Enkelin des Opfers zu Hilfe eilt, stößt sie das Mädchen gegen eine Ampel.

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Die Oma, deren Brille kaputt ist, erleidet zahlreiche Prellungen am ganzen Körper, hat heftige Kopf- und Rückenschmerzen. Auch das Mädchen trägt eine Prellung davon. „Sie ging urplötzlich auf mich los. Und da hab ich auch schon eine gehabt, ging zu Boden. Ich war völlig unter Schock“, erinnerte sich die Passantin an den Angriff. Sie leide immer noch unter Albträumen. „Ich trau mich nicht mehr in die Stadt, weil ich Angst habe, dass so etwas noch einmal passiert.“

Die Angeklagte hat seit Jahren ein Suchtproblem

Ein Passant, 44, der die Attacke beobachtet hatte, sprach von „roher Gewalt“. „So etwas habe ich noch nicht gesehen“, wundert sich der Zeuge noch heute über die Aggressivität der Angeklagten. Die war damals unmittelbar nach dem Vorfall noch in einen Supermarkt gegangen und hatte sich erneut mit Wodka versorgt, ehe sie von der Polizei festgenommen wurde. „Die Frau hat seit Jahren ein Suchtproblem“, diagnostizierte der psychiatrische Gutachter Dr. Richard Gruber. Weil die Angeklagte bislang noch keine Therapieschritte dagegen unternommen habe und deshalb die Gefahr einer erneuten Gewalttat groß sei, sah Richter Baumann keine Möglichkeit, die Freiheitsstrafe wegen Körperverletzung, Beleidigung und Sachbeschädigung zur Bewährung auszusetzen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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