Newsticker

RKI meldet erneut mehr als 2500 neue Corona-Infektionen in Deutschland

Festival

28.07.2011

Grenzenlose Kunst

Designer Robert Kempe ist in der Kunstszene, die sich auf dem Grenzenlos-Festival angesiedelt hat, für die Farbenexplosion zuständig. Er gestaltet Graffiti-Kunst.
Bild: Foto: Alexander Kaya

Am Gaskessel präsentieren sich Akteure der Augsburger Szene

Da hängen zerschnittene und zusammengeklebte alte Kalender, Vögel sind darüber gezeichnet. Zwei Meter weiter lehnt eine Schaufensterpuppe in Leder-Fetisch-Outfit an einer wuchtigen Industriemaschine.

Und da noch eine Ansammlung aus detailliert geschnitzten Holzskulpturen, Hybride aus Mensch und Apparat – bei der bildenden Kunst des Grenzenlos-Festivals im Norden Augsburgs sind tatsächlich nicht viele Grenzen zu erkennen.

Im Apparatehaus, im Reinigerhaus und unter freiem Himmel lässt sich in diesen Tagen bestaunen, was in der Augsburger Kunstszene vor sich geht, sei es Fotografie, Malerei, Bildhauerei oder Graffiti.

Grenzenlose Kunst

Die Entdeckungsreise beginnt im Apparatehaus. Hier stellen fünfzehn Künstler aus, die meisten sind Mitglieder der Ballonfabrik oder des Kulturpark West.

„Es ist unsere erste große Gemeinschaftsausstellung“, sagt Manuel Schedl aus dem Kuratorium der Kulturzentren, der selbst mit zwei Bildern beteiligt ist. Augsburger Hobbykünstler sind sie, die vor allem auf der Suche nach Raum für ihre Kunst sind.

Eine thematische Einheit gibt es nicht in der Ausstellung: alle paar Meter ein neuer Eindruck für den Besucher, ein neuer Impuls, andere Materialien, eine neue Geschichte, die erzählt wird.

Die Illustrationen von Anna Bouza da Costa wirken spielerisch und verträumt. „Ich bin immer auf der Suche nach altem Papier und Fotos, auch meine alten Kalender und Skizzenbücher verwende ich für die Collagen,“ sagt die 28-jährige Grafik-Designerin. Vögel und Fische als Symbole der Freiheit sind darauf zu sehen, auch das frühere Augsburg, oder wie sie es sich vorstellt, ist Thema.

Ganz anders Murat Cetinkaya. Er fertigt Skulpturen – meist aus Müll und Schrott. Auf kritische Weise setzt er sich mit dem Krieg und auch mit seiner Heimatkultur auseinander. „Meine Werke entstehen auf unterschiedliche Art. Manchmal gibt mir das gefundene Material einen Impuls, manchmal ist morgens einfach eine Idee da,“ sagt der gebürtige Türke, der seit 24 Jahren in Augsburg lebt.

Die Maschinenhalle des Festivals bietet einen ungewöhnlichen Rahmen für die Ausstellung – ein großer freier Raum mit einer Atmosphäre von Industrie und Vergangenheit, in dem sich die wilde Kunstmischung entfalten kann.

Schlendert man weiter über das Festival-Gelände, stößt man bald auf eine Farbenexplosion. „Die Bunten“ haben ihren Stand im Freien, seit 2009 gibt es den Verein zur Förderung der Graffiti-Kultur.

Im Augsburger Raum und in ganz Deutschland gestalten sie Wände, geben Workshops, fördern und verbreiten die Graffiti-Kunst.

„Wir gestalten direkt hier auf dem Festival Graffitis, man kann uns live dabei zusehen, aber auch selbst mitmachen“, sagt Designer Robert Kempe.

Nicht so praktisch, dafür genauso bunt – die Ausstellung von Siegfried Stiller im Reinigerhaus, er ist ebenfalls Mitglied des Kulturpark West. Expressive, großformatige Bilder hängen hier an den Wänden, viele erinnern an Traumszenen, derb und grob gemalt mit Kaffee, Rotwein oder Blut.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren