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Augsburg

11.07.2018

Großbrand bei der Caritas: Ermittler vermuten Brandstiftung

War es Brandstiftung? Nach dem Großbrand bei der Caritas in Augsburg gibt es jetzt eine elfköpfige Ermittlungsgruppe bei der Kripo
Bild: Ulrich Wagner

Am Sonntag ist in Augsburg ein Gebäude der Caritas niedergebrannt. Inzwischen haben die Ermittler den Verdacht, dass ein Brandstifter am Werk gewesen sein könnte.

Merkwürdig fanden es die Feuerwehrleute von Anfang an. Sie waren am Sonntagabend sehr schnell beim Caritas-Sozialzentrum in Göggingen, schon sechs Minuten nach dem ersten Notruf erreichte ein Löschzug das brennende Gebäude. Trotzdem war nicht mehr viel zu retten. Ein Großteil des Haus brannte komplett aus. Nach tagelangen Ermittlungen vermuten die Experten der Augsburger Kriminalpolizei inzwischen, dass ein Brandstifter das Feuer gelegt haben könnte.

Nach Informationen unserer Redaktion halten die Ermittler eine Brandstiftung derzeit für eine wahrscheinliche Erklärung, wie es zu dem verheerenden Großfeuer kommen konnte. Konkrete Belege dafür fanden sich aber bislang offensichtlich noch nicht. Der Polizeisprecher Siegfried Hartmann formuliert es so: „Sowohl die bisher am Brandort tätigen Ermittler als auch Gutachter gehen nach derzeitiger Sachlage davon aus, dass auch ein Brandstiftungsdelikt in Frage kommt.“

Die Polizei reagiert darauf, in dem sie nun mehrere Ermittler auf den Fall ansetzt. Bei der Kripo wurde eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet, der aktuell elf Beamte angehören. Sie sollen nun weiter Ursachenforschung betreiben. Es geht aber auch darum, Zeugen zu befragen und andere Spuren und Hinweise auszuwerten.

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Feuer zerstörte Caritas-Gebäude in Göggingen
Bild: Jörg Heinzle

Am Dienstag setzten die Ermittler auch einen sogenannten Brandmittel-Spürhund in dem zerstörten Gebäude ein. Der speziell ausgebildete Polizeihund kann Brandbeschleuniger wie etwa Benzin erschnuppern. Ob das Tier bei der Spurensuche fündig geworden ist, teilte die Polizei zunächst nicht mit.

Polizei sucht Fotos und Videos von dem Brand

Die Ermittler setzen nun auch darauf, dass sie auf Fotos und Videos von dem Brand Hinweise finden können, die die Ermittlungen weiterbringen. Dazu hat die Polizei im Internet ein Portal eingerichtet, über das Foto- und Videodateien an die Kripo übermittelt werden können. Polizeisprecher Siegfried Hartmann sagt: „Wir bitten alle Personen, die Fotos oder Videos vom Brandort aufgenommen haben, diese den Ermittlern zukommen zu lassen.“

Gleichzeitig hoffen die Kripobeamten darauf, dass es Zeugen gibt, die wichtige Hinweise liefern können. Wer im Bereich des Sozialzentrums in der Depotstraße etwas Verdächtiges beobachtet hat, soll das der Polizei mitteilen. Besonders wichtig ist der Zeitraum kurz vor und nach 21 Uhr am Sonntagabend.

Es ist ein Millionenschaden entstanden

Durch das Feuer ist ein Millionenschaden entstanden. In dem im Jahr 2010 eröffneten Haus waren unter anderem ein Kleidungs- und Möbellager, ein Café, Beratungsstellen und Büros untergebracht. Inzwischen herrscht bei dem katholischen Hilfswerk auch Gewissheit, dass das Gebäude abgerissen werden muss. Das hat ein Gutachter bestätigt. Die Caritas will an derselben Stelle neu bauen. Diözesan-Caritasdirektor Andreas Magg hatte bereits am Sonntagabend befürchtet, dass ein Brandstifter das Feuer gelegt haben könnte. Er hoffe aber, sagte er, dass seine Sorge unbegründet sei.

Das Internet-Portal der Polizei zum Hochladen von Filmen und Fotos ist zu finden unter der Internetadresse: https://medienupload-portal01.polizei.bayern.de. Hinweise von Zeugen nimmt die Kripo Augsburg an unter der Telefonnummer 0821/323-3810.

Der Geschäftsführer des Caritasverbands Stadt Augsburg, Dr. Walter Semsch, äußert sich zu dem verheerenden Brand des Caritas-Gebäudes in Göggingen.
Video: Marina Mengele
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11.07.2018

Na ja
zahlt ja eh Versicherung bzw. die Kirche hat ja genügend Kohle

Permalink
12.07.2018

Und woher hat die Versicherung die Kohle?

Aus den bisherigen Berichten kann man auch die Vermutung gewinnen, dass das Objekt nicht oder nur tlw. versichert war. Warum sonst sollte die Diözese helfen?

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