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26.07.2010

Große Bühne für kleine Autoren

Lesung einmal anders: Auf diesem königlichen Stuhl mitten auf der Freilichtbühne durften einige der jungen Autoren ihre Texte vor über 1000 Zuhörern vortragen.

Luisa Sophie Müller tritt auf die Freilichtbühne. Sie ist aufgeregt und stolz zugleich. Gleich darf sie ihren Text vor über 1000 Schülern vorlesen, auf einem majestätischen Stuhl, größer als sie selbst. Mit ihren Worten entführt Luisa die Kinder ins vereiste Fantasieland Topatzien - und erntet großen Applaus.

Neben Luisa haben 1050 Schüler beim sechsten Schreibwettbewerb der Stadt mitgemacht. "Eis - Schüler erwärmen sich fürs Schreiben" lautete das Thema. Gestern wurde das daraus entstandene Lesebuch feierlich auf der Freilichtbühne vorgestellt. In dem 328-Seiten-Werk sind 378 unterschiedliche Texte und Interpretationen über Eis zu finden: Gedichte, Interviews, Songtexte, Geschichten und viel mehr.

Luisa erfährt erst nach ihrem Auftritt, dass ihr Text es ins Buch geschafft hat. Jetzt ist sie noch ein bisschen mehr stolz als vorher. "Wann liest man denn sonst seine eigene Geschichte in einem richtigen Buch", sagt sie. Aber irgendwie hat sie sich schon gedacht, dass sie es schaffen würde. Immerhin hat sie als Sechsjährige mit dem Schreiben begonnen. Jetzt, mit acht Jahren, weiß sie genau: "Ich will Schriftstellerin werden, wie mein Vater." Ihr Zimmer, erzählt Luisa, verwandelt sich oft in ein Fantasieland und ihr fallen alle möglichen Geschichten ein.

Fantastisch ist auch die Geschichte von Bettina Pferz. "Triumph des Frühlings" heißt sie. In ihr trifft ein frierendes Mädchen auf eine schöne Frau. Die Luft verändert sich, die Situation ist wie verzaubert. Plötzlich begreift das Mädchen, dass das schöne Wesen der Frühling ist und sich anschickt, endlich den Winter zu vertreiben. Die 16-jährige Autorin dieser Geschichte fühlte sich an einem "eisblauen Winterabend" zu dieser Allegorie inspiriert. Schreiben ist ihr Ausdrucksmittel - sie tüftelt momentan auch an einem Roman.

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Ob leidenschaftlicher Schreiber oder absoluter Neuling in der Welt der Literatur - in dem Projekt geht es sowohl darum, dass die Kinder einen Zugang zum Schreiben bekommen, als auch darum, dass sie Anerkennung erhalten, betont Schulreferent Hermann Köhler. Die Schüler sollen sich spielerisch mit einem Thema befassen und es in ihre eigenen Worte fassen.

Dass diese Worte mitunter herausragend sind, davon ist Thomas Hausfeld von der psd-Bank überzeugt. Deshalb sponsert die psd-Bank das Augsburger Lesebuch mit 22 500 Euro und macht damit den Druck von 30 000 Exemplaren erst möglich. So bekam jeder Teilnehmer gestern "sein Buch" in die Hände und suchte als Erstes aufgeregt, ob der eigene Name im Verzeichnis steht.

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