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Augsburg

06.06.2019

Große Pläne für die Jakobervorstadt

Die Jakoberstraße ist die zentrale Verkehrsader für die Jakobervorstadt und für Pendler aus der und in die Innenstadt. Daher ist sie stark vom Verkehr belastet, gleichzeitig fehlt es an Parkplätzen.
Bild: Annette Zoepf

Der Stadtrat hat das Handlungskonzept beschlossen. Die Wunschliste ist lang, doch was tatsächlich verwirklicht wird, ist noch offen.

Der nördliche Teil der Jakobervorstadt zwischen Pilgerhaus- und Brückenstraße wird in den kommenden Jahren saniert und städtebaulich verändert. An dem Projekt haben die Bürger im vergangenen Jahr zusammen mit Experten in mehreren Informationsveranstaltungen und Workshops mitgewirkt, Vorschläge gemacht, Einwände erhoben und Prioritäten festgelegt. Jetzt haben Bauausschuss und Stadtrat die vorbereitenden Untersuchungen und das Integrierte Handlungskonzept grundsätzlich abgesegnet.

Neue Wohnungen in der Jakobervorstadt geplant

Diese Nachricht stimmt Sabine Hofmann froh. Die Vorsitzende des Stadtteilvereins und Geschäftsfrau versucht seit Jahren, den Abwärtstrend ihres Stadtteils aufzuhalten. Dass das Handlungskonzept nun steht, betrachtet sie „als Perspektive für die Jakobervorstadt“. Wichtig seien strukturelle Verbesserungen, etwa was die Nahversorgung und die Aufenthaltsqualität anbelangt. Als ganz wichtig erachtet Hofmann die geplante Wohnbebauung auf dem Areal der ehemaligen Augusta-Brauerei.

Eines ist allerdings klar: Mit dem grundsätzlichen Votum der Stadträte ist noch nicht festgelegt, was genau saniert, was um- und was neu gebaut wird. Teils waren die Bürger darüber uneinig, teils müssen im Detail Lösungen gefunden werden, und die Finanzierung steht auch noch nicht im Einzelnen fest. Aus dem Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ fließen Fördermittel von bis zu 60 Prozent der förderfähigen Kosten.

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Viele Altbauten in der Jakobervorstadt

Die Jakobervorstadt hat sich bei der einleitenden Untersuchung als durchaus lebendiger Stadtteil herausgestellt, der viel zu bieten hat. Es gibt aber auch Probleme. Hier leben vorwiegend junge Leute (namentlich Studenten) und Menschen mit Migrationshintergrund, denn die Wohnungen sind zum überwiegenden Teil klein und relativ günstig. Vorherrschend sind Altbauten. Als die Vorstadt entstand, wofür die Stadtbefestigung einst zum Lech hin ausgedehnt wurde, war sie in erster Linie eine Handwerkersiedlung. Kaufleute und Patrizier lebten in der höher gelegenen Altstadt um Dom und Rathaus. Heute wirken die häufig eng nebeneinander gebauten Häuschen und die Gassen dazwischen idyllisch.

In der Jakobervorstadt gibt es gute Verkehrsverbindungen, sowohl beim privaten als auch beim öffentlichen Verkehr. Die Jakober- und Pilgerhausstraße sind daher stark vom Verkehr belastet. Das Viertel ist mit allen wichtigen öffentlichen Einrichtungen versorgt, etwa Krankenhaus, Schulen, Kindergärten, Einzelhandel mit Nahversorgerfunktion und Spezialgeschäfte. Es gibt überraschend viel Grün, allerdings häufig wenig erschlossen und schlecht zugänglich. Es fehlen Spielplätze.

Orte mit Aufenthaltsqualität fehlen in der Jakobervorstadt

Die Jakoberstraße stellt ein Problem dar, nicht nur wegen dem Verkehr, sondern auch, weil sich die Geschäftsstruktur zum Negativen verändert und Orte mit Aufenthaltsqualität (etwa Straßencafés) fehlen. In der Jakobervorstadt gibt es noch Grundstücke mit Entwicklungspotenzial, vor allem das Gelände der ehemaligen Augusta-Brauerei. Sie sollen genutzt werden, um bessere Wohnangebote und auch Einkaufsmöglichkeiten zu schaffen.

Umstritten bei den Bürgern war die Umgestaltung der Jakoberstraße. Auto-, Straßenbahn- und der übrige Verkehr sollen gleichberechtigt werden, was Tempo 30 für die Autos bedeuten dürfte. Das soll wesentlich zur Aufenthaltsqualität beitragen.

Manche sahen eine ähnliche Situation wie in der Augsburger Straße in Pfersee kommen und wiesen darauf hin, dass die Jakober- und Pilgerhausstraße für Autofahrer die einzige Ost-West-Verbindung im Innenstadtbereich seien.

Einhellig begrüßt wurden Pläne, am Äußeren Stadtgraben eine parkartige Promenade zu schaffen und die Festung am Oblatterwall (mit der Kahnfahrt) für die Öffentlichkeit zugänglicher zu machen. Ohne Einschränkungen für den Autoverkehr wird das freilich nicht machbar sein.

Freiräume für Grünflächen nutzen

Für die Stadt sind insbesondere folgende Punkte wichtig: Das historische Erscheinungsbild des Viertels soll besser sichtbar gemacht werden. Seinen Vorstadtcharakter soll es dabei behalten. Auf den Kultur- und Strukturwandel vor allem in der Jakoberstraße soll positiv Einfluss genommen werden; man hofft, dass städtebauliche Verbesserungen auch wieder zu einem Trading-up führen. Freiräume sollen genutzt werden, um mehr Grünflächen zu schaffen und sie besser miteinander zu vernetzen.

Privatleute haben die Möglichkeit, im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ ebenfalls eine Förderung für Sanierungsmaßnahmen an ihrer Immobilie zu erhalten.

Nähere Infos zum Projekt im Internet unter http://stadtplanung.augsburg.de unter „Städtebauliche Projekte“ und „Soziale Stadt Jakobervorstadt-Nord“.

Lesen Sie dazu auch: Mit der Jakobervorstadt soll es aufwärts gehen

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