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Augsburg

16.04.2015

Großer Umzug: Das Augsburger Fundbüro platzt aus allen Nähten

Die wäre er gerne alle los: Franz Mundigl, der Leiter der städtischen Fundstelle, steht zwischen gefundenen Fahrrädern. Am kommenden Freitag werden sie versteigert.
Bild: Ruth Plössel

Am Freitag werden in Augsburg 110 Fahrräder versteigert, um Platz zu schaffen. Ab Mai gibt es ein neues größeres Depot im Textilviertel. Was sich ansammelt, ist oft unglaublich.

Franz Mundigl rechnet kurz nach: Rund 300 Fahrräder hat er derzeit in seinen Beständen, schätzt der Leiter der städtischen Fundstelle. Das bisherige Lager in der Klauckestraße ist gesteckt voll. Auch im neuen Depot im Textilviertel lagern schon zahlreiche Drahtesel. Am kommenden Freitag läuft eine große Versteigerung von Fundrädern. Sie soll Luft schaffen – bevor die nächsten kommen.

Die städtische Fundstelle Bei St. Max platzt inzwischen aus allen Nähten. Für die vielen Fundräder soll es nun eine neue Lösung geben. Denn das bisherige Depot in der Klauckestraße steht nicht mehr länger zur Verfügung. Die Halle war nur angemietet. Sie soll Wohnbebauung weichen.

Ab Mai bekommt das Fundbüro ein neues und größeres Lager. Es ist im historischen Ballenhaus im Textilviertel. Das Gebäude in der Provinostraße steht gegenüber dem Textilmuseum. Es gehört inzwischen der Stadt. Dort wird dann schon Mitte Juli die nächste Versteigerung von Fundrädern stattfinden. Sie wurde zusätzlich ins Programm genommen, um wieder Platz für den nächsten Schwung Fahrräder zu schaffen. „Alle Fundsachen werden immer mehr, auch die Räder“, sagt Mundigl.

Fundräder dürfen erst dann versteigert werden, wenn sie mindestens ein halbes Jahr lang nicht vom Eigentümer abgeholt wurden. „Etliche sind eigentlich ein Entsorgungsfall“, sagt Mundigl. Sie wurden irgendwo in der Stadt abgestellt, damit sich ein anderer darum kümmert. Es gibt aber auch einige Exemplare im Depot, die hochwertig und gut in Schuss sind.

Die meisten Sachen bleiben in Bus und Bahn liegen

Fast alle Fundräder werden von den Findern erst bei der Polizei gemeldet. Danach kommen sie in die Fundstelle. Ähnlich läuft es bei Handys. Mit die meisten Sachen bleiben aber in öffentlichen Verkehrsmitteln liegen. „Von den Stadtwerken bekommen wir jede Woche vier bis fünf Säcke mit Fundsachen angeliefert“, sagt Mundigl. Vieles stammt von Schülern, angefangen bei Turnschuhen bis hin zum ganzen Schulranzen. Verlorene Gegenstände werden aber auch regelmäßig von Kaufhäusern, von der Uni oder auch vom Plärrer an die städtische Fundstelle weitergeleitet.

Im Fundbüro Bei St. Max türmen sich die verlorenen Sachen in mehreren Räumen. Nach Ende der Aufbewahrungsfrist geht ein Teil an Hilfsorganisationen, um wieder Platz zu bekommen. Der andere Teil wird versteigert. Fahrräder kommen inzwischen dreimal pro Jahr unter den Hammer, alle anderen Funde versteigert das Fundbüro zweimal im Jahr. Die Erlöse bleiben in der Regel eher bescheiden. Bei einer Fahrradversteigerung seien es bis zu 3500 Euro, sagt Mundigl. Die Einnahmen reichen jedoch nicht aus, um den Aufwand im Fundbüro zu decken. Denn der ist groß. Wenn Adressen vorhanden sind, versuchen Mundigl und seine beiden Mitarbeiterinnen, die Eigentümer der Fundsachen zu kontaktieren. Das klappt nicht immer. Von vielen kommt keine Rückmeldung. Andere sind umgezogen und haben vielleicht keine neue Adresse hinterlassen. Rund 90 Prozent der Fundstücke im Büro werden nicht abgeholt. „Dabei sind wir um jedes Teil froh, das wir losbringen“ , sagt er. Manchmal sind Finder ganz froh, wenn Dinge im Fundbüro liegenbleiben. Vor Jahren fand ein Rentner mehrere Zehntausend Euro in seinem Briefkasten. Er gab seinen Fund ab. Niemand wollte das Geld wiederhaben. Der Finder konnte es nach der Aufbewahrungsfrist selbst abholen – abzüglich einer Aufbewahrungsgebühr. Geldfunde, ohne dass sich der Eigentümer meldet, kommen übrigens immer wieder mal vor.

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