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Augsburg

13.06.2013

Großrazzia: Polizei findet bei Vereins-Vorstand scharfe Schusswaffen

Bei einer großen Razzia wegen Waffen- Straftaten haben Augsburger Ermittler am Mittwoch in Bayern sowie in Recklinghausen und Frankfurt am Main zahlreiche Gebäude durchsucht. Der Hauptverdächtige - ein 42-jähriger Augsburger - stamme aus dem Umfeld der rechtsgerichteten türkischen Organisation «Graue Wölfe» stammen, teilte die Augsburger Polizei mit. Von den insgesamt 20 durchsuchten Objekten waren 18 in Freistaat, der Schwerpunkt lag auf dem Raum Augsburg.
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Bei einer großen Razzia wegen Waffen- Straftaten haben Augsburger Ermittler am Mittwoch in Bayern sowie in Recklinghausen und Frankfurt am Main zahlreiche Gebäude durchsucht. Der Hauptverdächtige - ein 42-jähriger Augsburger - stamme aus dem Umfeld der rechtsgerichteten türkischen Organisation «Graue Wölfe» stammen, teilte die Augsburger Polizei mit. Von den insgesamt 20 durchsuchten Objekten waren 18 in Freistaat, der Schwerpunkt lag auf dem Raum Augsburg.
Bild: Armin Weigel/ Symbol dpa

Bei einer Razzia haben Augsburger Ermittler Waffen gefunden. Der Hauptverdächtige ist ein Vereins-Vorstand. Er soll aus dem Umfeld der Organisation "Graue Wölfe" stammen.

Die Polizisten kamen am frühen Morgen: In insgesamt zehn Wohnungen, Firmen und einem Vereinsheim in Augsburg und dem Landkreis rückten Beamte an, um nach Waffen zu suchen. Bundesweit wurden 20 Objekte durchsucht. Der Verdacht: Ein Augsburger Verein, der zum Umfeld der „Grauen Wölfe“ gerechnet wird, solle Waffen in großem Maßstab besitzen.

Die „Grauen Wölfe“ sind eine türkisch-nationalistische Bewegung. Am Ende beschlagnahmte die Polizei zwei scharfe Schusswaffen mit dazugehöriger Munition bei einem 42-jährigen Augsburger, der Vorstandsmitglied des Vereins ist. Er gilt bundesweit als Hauptverdächtiger. In anderen Objekten wurden Schreckschusswaffen, Schlagstöcke, Elektroschocker und Samurai-Schwerter gefunden.

Polizei schließt Zusammenhang mit aktuellen Demos aus

Die Ermittler schlugen unter anderem in Haunstetten und Oberhausen zu. „Unklar ist, was mit den Waffen geschehen sollte“, so Polizeisprecher Ludwig Zausinger. Einen Zusammenhang mit den regierungskritischen Demonstrationen in der Türkei, die auch in Deutschland von liberalen türkeistämmigen Bürgern unterstützt werden, schließt die Polizei nach jetzigem Stand aus. Es gebe keinerlei Hinweise, dass Aktionen gegen derartige Demonstrationen geplant gewesen seien. Offenbar war die Durchsuchung schon seit längerer Zeit vorgesehen.

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Auf Facebook hat sich der Verein in einem offenen Brief gegen die Demos am Istanbuler Gezi-Park positioniert. Zuletzt wurde dazu aufgerufen, nicht zur Solidaritäts-Kundgebung vor der City-Galerie am vergangenen Freitag zu gehen. Von Gewalt ist allerdings nirgends die Rede.

Momentan ermittelt die Polizei gegen zehn Personen, der 42-jährige Augsburger gilt aber als Hauptverdächtiger. Auch in Hessen und Nordrhein-Westfalen wurde je ein Objekt durchsucht. Insgesamt waren 180 Polizisten, darunter auch mehrere Spezialkräfte, im Einsatz – möglicherweise ein Hinweis darauf, dass die Polizei mit einem größeren Waffenaufgebot rechnete. Unklar ist, woher der Hinweis auf die Waffen kam. Die Gegenstände sollen nun waffentechnisch untersucht werden.

„Im Vergleich zu anderen Vereinen etwas härter“

Den betreffenden Verein mit Sitz in Oberhausen gibt es seit 1999. Er soll angeblich rund 120 Mitglieder haben und gilt – so Beobachter der Augsburger Migrantenszene – auch im Vergleich mit anderen den „Grauen Wölfen“ nahestehenden Vereinen als „etwas härter“. Der verdächtigte 42-Jährige war in der Vergangenheit auf Demonstrationen und im Internet teils in einer  Militäruniform aufgetreten.

Im Verfassungsschutzbericht 2012 ist zwar nicht der Verein, aber die Bewegung der „Grauen Wölfe“ aufgeführt. In Bayern wird die Zahl der Anhänger auf 1200 geschätzt. Neben München und Nürnberg gilt auch Augsburg als Schwerpunkt. Mit Islamismus hat die „Ülkücü“-Bewegung wenig zu tun. Vor allem geht es um ein nationalistisches, teils rassistisches Weltbild, das die Vereinigung der türkischen Völker zu einem Großreich zum Ziel hat.

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