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Augsburg

13.11.2013

Grottenau: Lob und Kritik von Radlern

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Till Bauernfeind ist Fahrradfahrer aus Leidenschaft und fährt jeden Tag mit dem Radl zur Arbeit. Den neuen Radweg in der Karlstraße sieht er aber dennoch mit kritischen Augen.

Die Radfahrer sind froh über den Umbau der Karlstraße, warnen aber vor „Scheinsicherheit“

Till Bauernfeind tritt in die Pedale seines Fahrrads und erklimmt Stück für Stück den neuen Radweg in der Karlstraße in Richtung Stadttheater. Rund 650000 Euro kostete der Umbau der nördlichen Straßenseite, Fahrradfahrer haben nun ihren eigenen Bereich – meistens auf einem Streifen neben der Fahrbahn. Die Reaktion der Radler fällt geteilt aus.

„Prinzipiell finde ich es natürlich gut, dass die Stadt sich endlich für uns Radfahrer einsetzt und neue Radwege baut“, sagt Till Bauernfeind. Er hat jedoch auch eine Sorge: „Radwege verleiten die Radler dazu, sich auf der sicheren Seite zu fühlen und den restlichen Straßenverkehr außer Acht zu lassen.“ Das sei gefährlich. Denn gerade in der Grottenau seien Fahrbahn und Radspur sehr schmal, sagt er, und da könne es schon einmal vorkommen, dass ein Autofahrer aus Versehen den Radstreifen schneide. Riskant seien außerdem auch die unmittelbar am Radweg parkenden Autos. Wenn man als Fahrradfahrer kurz unachtsam ist, könne man sehr schnell von einer Autotür getroffen werden.

„Man muss als Radler eben immer auf der Hut sein“, sagt Franziska Biechler. Sie lobt, dass die Stadt etwas für die Radfahrer tut, allerdings findet sie die Situation in der Karlstraße nicht optimal. Besser gefiel ihr, was sie vergangene Woche in Berlin sah: Als sie ihren Bruder besuchte, der als Fahrradkurier arbeitet, fielen ihr sofort die farbig gekennzeichneten Radwege auf. „Diese sind direkt auf den Bürgersteigen und so besteht keine Gefahr, durch Autos verletzt zu werden“, sagt Biechler.

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Klara Rieger freut sich über den neuen Radweg: „Früher bin ich oft auf den Gehweg ausgewichen, weil ich mich dabei unwohl fühlte, den steilen Berg mitten auf der Fahrbahn hinaufzuradeln. Das ist jetzt zum Glück vorbei.“

Nächstes Jahr soll auch auf der südlichen Fahrbahnseite ein Radweg entstehen. Bislang ist erst ein Teil der benötigten 1,1 Millionen Euro im Haushaltsentwurf enthalten. Das soll sich in den Beratungen noch ändern.

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