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Augsburg

16.12.2019

Grüne erstellen Gesamtkonzept für die Halle 116

Wie sieht die Zukunft der Halle 116 aus?
Bild: Andreas Lode

Die Stadt will auf dem Sheridan-Areal einen "Erinnerungs- und Lernort" gestalten. Den Grünen reicht der Plan nicht weit genug. Wie ihr Konzept für die Halle 116 aussieht.

Die Halle 116 in Pfersee war einst als Außenlager des Konzentrationslagers Dachau ein Ort des Schreckens. Immer wieder wurde diskutiert, wie sie in Zukunft genutzt werden soll. Die Stadt Augsburg, die die 10000 Quadratmeter große Halle erworben hat, will in ihr einen „Erinnerungs- und Lernort“ errichten. Die Grünen gehen einen Schritt weiter. Sie engagieren sich für ein umfassendes Gesamtkonzept und haben dazu eine neue städtische Fachstelle beantragt.

Geht es nach den Grünen, soll die Halle 116 in Zukunft mehr als den vorgesehenen Gedenk- und Lernort bieten. Sie betrachten es als sinnvoll, auf dem Sheridan-Areal zusätzlich die in Augsburg geplante Außenstelle der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit wie auch eine kommunale Fachstelle für Demokratie einzurichten. Durch die gemeinsame Konzeption und örtliche Bündelung der drei Elemente entstünde ein echter Mehrwert in der Form einer Integration von Gedenken, Erinnern, Lernen und Bilden, so die Überzeugung der Partei. Dazu hat die Grünen-Fraktion nun einen Antrag an Oberbürgermeister Kurt Gribl gestellt.

Grüne wollen für Augsburg eine Fachstelle für Demokratie

Darin fordert die Partei die Fachstelle für Demokratie und politische Bildung für Augsburg. „Die Polarisierungen in unserer Gesellschaft und extremistisch motivierten Gewaltverbrechen nehmen zu“, stellen Oberbürgermeister-Kandidatin und Fraktionsvorsitzende Martina Wild sowie deren Stellvertreterin Verena von Mutius-Bartholy fest. Demokratiefeindliche Gruppierungen nutzten effektiv modernste Mittel, wie Youtube oder soziale Medien, für ihre Zwecke. Es gebe rechtsextremistisch und antisemitisch motivierte Mordanschläge in Deutschland. „Diese Tatsachen unterstreichen die Notwendigkeit, die politische Bildung auszubauen.“ Viele Kommunen hätten inzwischen eigene Einrichtungen für politische Bildung ins Leben gerufen.

Grüne erstellen Gesamtkonzept für die Halle 116

Die Stadt München, weist Martina Wild darauf hin, habe seit 2010 eine kommunale Fachstelle für Demokratie. Die Grünen-Fraktion gibt sich überzeugt, dass eine gemeinsame Konzeption und örtliche Bündelung der Fachstelle für Demokratie mit der bereits beschlossenen Erinnerungswerkstätte und der Außenstelle der Landeszentrale für politische Bildung in der Halle 116 ein echter Mehrwert für die Gesellschaft wäre. In dieser räumlichen Einheit böten sich Projekte, Ausstellungen und Schulungen geradezu an. Nun bleibt abzuwarten, wie auf den Antrag einer Fachstelle reagiert wird. Unklar ist außerdem weiterhin, wie das geplante Bildungszentrum in Augsburg umgesetzt wird.

Es war 2018, als Ministerpräsident Markus Söder bei einem Augsburg-Besuch eine Außenstelle der Landeszentrale für politische Bildung für die Fuggerstadt angekündigt hatte. Doch seither gilt deren Verwirklichung als eine schwierige Geburt. Die einstigen Pläne, das Bildungszentrum im Rahmen eines sogenannten Newseums im Glaspalast zu errichten, sind längst vom Tisch. Wie geht es in dieser Sache nun weiter?

Wie geht es mit Augsburgs Außenstelle der Landeszentrale für politische Bildung weiter?

In einer Anfrage zum Plenum hat sich die Augsburger Grünen-Landtagsabgeordnete Stephanie Schuhknecht vor wenigen Tagen nach dem Stand der Dinge erkundigt. Sie wollte etwa wissen, wie viele Mitarbeiter für die Außenstelle eingeplant sind und welche Standorte geprüft würden. Aus dem Kultusministerium heißt es dazu: Die von Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) und Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) eingesetzte Arbeitsgruppe zur Konzeption der Außenstelle stünde kurz vor dem Abschluss ihrer Arbeit.

Mitte Januar soll der Konzeptvorschlag demnach final bewertet werden. Laut Ministerium sehe das Konzept aktuell 5,5 Stellen für die Außenstelle Augsburg vor. 4,5 würden aus dem Bestandspersonal der Landeszentrale bestückt, eine neue Stelle käme hinzu. „Als Markus Söder die Außenstelle für Augsburg ankündigte, sprach er noch von 15 Mitarbeitern“, merkt Stephanie Schuhknecht dazu an.

Wie vom Kultusministerium weiter zu vernehmen ist, plane man nach der Prüfung der Standorte Glaspalast und Halle 116 nun mit der Anmietung von Büroräumen in Augsburgs Innenstadt. „Das Fazit ist, dass ein eigener Lernort hier unter den Tisch fällt“, kritisiert Schuhknecht. Umso wichtiger findet sie das Konzept ihrer Partei, die Halle 116 künftig zu einem vielfältigen Bildungsort für Schüler und erwachsene Bürger sowie für Fachkräfte aus dem Bereich der politischen Bildung und Lehrerfortbildung zu gestalten.

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