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Augsburg

27.04.2018

Händler freuen sich über Garagen-Pläne in der Innenstadt

Der ehemalige Bauunternehmer Ignaz Walter bietet den Bau einer Tiefgarage zwischen Theater und Königsplatz (hinten) an.
Bild: Silvio Wyszengrad

Die Geschäftswelt hofft, mit einer Tiefgarage wieder mehr Besucher aus dem Umland anlocken zu können. Doch wie groß ist der Bedarf für die Kunden?

Der Einzelhandel würde eine neue Tiefgarage in der Innenstadt begrüßen: „Augsburg braucht eine schnelle und bequeme Erreichbarkeit auch für Bewohner aus dem Umland“, so der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands, André Köhn. Wie berichtet, hatte der ehemalige Bauunternehmer Ignaz Walter den Bau einer Tiefgarage unter der Fuggerstraße angestoßen.

Köhn verweist darauf, dass Augsburg als Einkaufsstandort im weiteren Umland an Strahlkraft verloren habe. „Und für diese Kundschaft ist Augsburg mit dem öffentlichen Nahverkehr nicht so gut zu erreichen. Also kommen sie mit dem Auto.“ Wenn man die Kundenfrequenz in der Innenstadt steigern wolle, dann wäre eine Tiefgarage mit mehr als 600 Plätzen eine gute Möglichkeit. „Es geht um die gleichmäßige Förderung aller Verkehrsarten – im öffentlichen Nahverkehr und bei der Fahrradstadt ist etwas passiert, darum sollte auch das Auto nicht zu kurz kommen.“

In der Tat besagt das Einzelhandelsgutachten der Stadt, dass die Anziehungskraft Augsburgs ins Umland abgenommen hat, was unter anderem aber auch am steigenden Online-Handel liegt. Auch aus den jährlichen Passantenbefragungen, die die Stadt zusammen mit der Uni durchführt, ergibt sich, dass im Trend weniger Besucher aus den Nachbarkommunen kommen. Der Anteil der Besucher aus den Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg sank von gut 25 Prozent im Jahr 2012 auf etwa 20 Prozent im Jahr 2017.

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Stadt hatte zuletzt kein Parkhaus in Planung

Ein weiteres Parkhaus stand zuletzt aber nicht mehr auf der Aufgaben-Liste der Stadt. Wirtschaftsbürgermeisterin Eva Weber (CSU) verweist darauf, dass sich Überlegungen aus der Wirtschaft, denen die Stadt sich zumindest nicht verschloss, in der Vergangenheit eher auf ein neues Parkhaus im Süden oder Osten der Innenstadt bezogen. Im Westen, wo die Fuggerstraße liegt, sei die Stadt recht gut versorgt. Aus Gesprächen mit Parkhausbetreibern sei klar, dass es so gut wie immer – Ausnahme sind Adventssamstage – noch freie Kapazitäten gebe.

Die Stadt setzt stattdessen auf die Einrichtung eines Parkleitsystems, das schon seit dem Königsplatz-Umbau 2012 im Gespräch ist. Bisher blieb es aber bei Vorarbeiten, etwa der Untersuchung von Verkehrsströmen. Zuletzt machte die Stadt Personalmangel im Tiefbauamt geltend. Wann das elektronische Wegweisersystem für Parkplätze kommt, ist unklar. Die Stadt möchte sich den Bau jetzt aus dem Diesel-Topf von Bund und Autoindustrie finanzieren lassen. Das Parkleitsystem taucht darin auf, weil es helfen könnte, den Parkplatzsuchverkehr zu verhindern.

Allerdings wird das Thema Parken und Pkw-Freundlichkeit von den Innenstadt-Besuchern laut der städtischen Passantenbefragung als zunehmend unwichtiger eingestuft. 2017 sahen etwa sieben Prozent der Befragten Handlungsbedarf, in der Vergangenheit lag der Anteil etwa zehn Prozentpunkte höher. Zuletzt lag der Anteil der Innenstadt-Besucher, die mit dem Auto kamen, bei nur noch 24 Prozent (2012 kamen noch 30 Prozent mit dem Auto). Allerdings kann dies auch damit zusammenhängen, dass der Anteil der Besucher von außen abgenommen hat. Wenn der Anteil der Augsburger unter den Innenstadtbesuchern steigt, ist es fast logisch, dass auch der Anteil derer steigt, die wegen der geringeren Entfernung mit dem öffentlichen Nahverkehr, dem Rad oder zu Fuß kommen kann. Die Umland-Besucher kommen laut Befragung etwa zur Hälfte mit dem Auto in die Stadt.

Bislang 6150 Parkplätze

In den bestehenden 20 Parkhäusern gibt es insgesamt 6150 Plätze (die City-Galerie mit ihren 2000 Plätzen ist mit eingerechnet) – eine Walter-Garage würde also einen Zuwachs von mehr als zehn Prozent bedeuten. Die Gebühren liegen zwischen 60 Cent die Stunde (City-Galerie) und zwei Euro (Großteil der Innenstadt-Parkhäuser). Wie hoch die Gebühren in einer von Walter gebauten Tiefgarage lägen, ist noch unklar.

Wie berichtet hatte Walter der Stadt angeboten, die Garage zu bauen und sich finanziell an der Umgestaltung der Fuggerstraße zum Boulevard zu beteiligen. Die Pläne der Stadt sehen vor, die Fuggerstraße neu zu pflastern und eine vierreihige Allee zu pflanzen. Allerdings müssen dafür rund 50 Bäume gefällt werden. Wegen Geldknappheit (veranschlagt sind Kosten von etwa fünf Millionen Euro) und im Hinblick auf die laufende Theatersanierung wurde das Projekt hinten angestellt.

Baureferent Gerd Merkle (CSU) sagte am Donnerstag, dass es Sache des Stadtrats sei, über die von Ignaz Walter angebotene Garage zu entscheiden. Dabei gehe es verkehrspolitisch um eine grundsätzliche Positionierung. Bautechnisch gebe er zu bedenken, dass die Straßenbahnlinie 4 und die Stadionlinie – sie benötigt die Wendeschleife am Justizpalast – bei einer Baugrube in der Fuggerstraße für mehr als ein Jahr unterbrochen werden müssten. Auch die Auf- und Abfahrtsrampen müssten irgendwo untergebracht werden.

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07.05.2018

Natürlich braucht es dies Garage. Die hätte es damals schon gebraucht, noch mehr heute, wo die ÖPNV Preise so unatraktiv wie nie zuvor geworden sind. Wenn ich in der Innenstadt richtig einkaufen will, dann fahre ich nicht mit den ÖPNV, weil erstens zu teuer, zweitens zu schlechter Takt und drittens ich nicht mit 10 Taschen in den Händen in andere Stadtteile unterwegs sein möchte. Nein ich fahre dort hin wo ich bequem nach dem Einkauf alles sofort in mein Auto packen kann und ohne Wartezeit den viel schnelleren Heimweg antreten kann. Eine solcheTiefgarage in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt wäre deswegen natürlich ein Aufwind für mehr Atraktivität an diesem Standort.
Und wenn Herr Walter (so unsympatisch er mir auch ist...) ein solches Geschenk machen möchte dann sollte man es dankend annehmen und schnellst möglich umsetzen. Auch die Fuggerstraße die ja augenscheinlich mit tiefen Mondkratern auf den Gehwegen übersäht ist würde dann endlich wieder stolperfrei begehbar sein.
Es hat nur Vorteile solch eine Garage zu bauen. Ob und wie Fußballanhänger zum Spiel kommen ist mir persönlich so wurscht als wenn in China ein Fahrrad umfällt.

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27.04.2018

Was soll denn dieser Wahnsinn. Ich denke Herr Walter möchte sich ein Denkmal setzen. Er hat meines Erachtens noch nicht mitbekommen, dass in Augsburg schon zu viel Verkehr ist. Das die Einkaufsstadt Augsburg nicht besucht wird, liegt nicht an den fehlenden Parkplätzen, sonder an einem immer schlechter werdenden Angebot. Darüber sollte der Einzelhandel nachdenken.

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26.04.2018

>> Bautechnisch gebe er zu bedenken, dass die Straßenbahnlinie 4 und die Stadionlinie – sie benötigt die Wendeschleife am Justizpalast – bei einer Baugrube in der Fuggerstraße für mehr als ein Jahr unterbrochen werden müssten. <<

Richtig ist: Die Stadionlinie fährt ab HBF - die 6er wird während deren Betrieb zum Theater geführt und dort gewendet.

Es ist an der Zeit für 550 Meter neue Tramgleise zwischen Theater und HBF, dann kann die 4er die Bauzeit über durchfahren; sie wird dann am HBF zur Linie 6. Dann fährt dort kein einziger Tramwagen mehr als heute - Werktags genau so wie bei FCA Spielen.

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