1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Händler fühlen sich durch Stadt gegängelt: Gribl ermahnt Verwaltung

Augsburg

21.04.2017

Händler fühlen sich durch Stadt gegängelt: Gribl ermahnt Verwaltung

Copy%20of%20_WYS2883.tif
2 Bilder
Über die Gestaltung von Schaufenstern sind sich Stadt und Einzelhändler oft uneins.
Bild: Silvio Wyszengrad

Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl toleriert nicht, dass Bürokraten den Händlern in Augsburg zu hohe Auflagen machen. Angeblich hat es in der Verwaltung deswegen "gescheppert".

Der Ärger von Einzelhändlern, darunter einige in Altstadt, war massiv: Die Geschäftsleute fühlen sich von der Stadtverwaltung gegängelt. Auflagen, die ihnen gemacht werden, erschwerten ihnen ein erfolgreiches Wirtschaften. Und dies habe nicht allein mit der anstehenden Sperrung des Judenberges wegen einer Baustelle zu tun. Sagen die Händler. „Stoppt die Bürokraten in den Amtsstuben“, lautete in dieser Woche die Überschrift eines Kommentars in dieser Zeitung zu diesem Thema. Oberbürgermeister Kurt Gribl hat die Vorgänge verfolgt und intern hinterfragt.

In der Verwaltung soll es "gescheppert" haben

Am Freitag kam vom Rathauschef eine deutliche Antwort: Er will nicht zulassen, dass die Verwaltung den Händlern das Leben erschwert, wenn dazu kein zwingender Handlungsbedarf besteht. Wie die Dinge künftig in der Praxis ablaufen werden, ist offen. Doch es muss in der Verwaltung „gescheppert“ haben, heißt es aus dem Rathaus.

Gribl will dies in dieser Form so nicht bestätigen, er sagt: „Es ist aber signalgebend, dass ich mich darum kümmere.“ Zu strenge Vorgaben des Denkmalschutzes oder zu massive Einschnitte der Ordnungsbehörden, wie Händler ihr Geschäft und das Drumherum des Ladens gestalten, sind jedenfalls nicht im Sinn von Gribl.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Das macht er deutlich. In der Stadtregierung will man schnell Antworten geben, wie eine funktionierende Wirtschaftsförderung auszusehen habe. Dass sich Händler jedenfalls von Bürokraten gegängelt fühlen, passe nicht in dieses Konzept. Wirtschaftsreferentin Eva Weber will in der nächsten Woche ihre Sicht der Dinge offensiv vertreten.

Zankapfel Postkartenständer

Unter anderem ging es zuletzt darum, dass ein Unternehmen, das Postenkartenständer vor den Laden stellt, Sondernutzungsgebühren zu zahlen hat, auch wenn dies während der Bauzeit gar nicht möglich ist. Ordnungsreferent Dirk Wurm hatte darauf umgehend reagiert und betont, dass die Behörde sich kulant zeigen werde.

Zwischenzeitlich kam heraus, dass die Verwaltung von Anfang an, keine Zahlung während der Baustellenphase einforderte. Doch das Schreiben aus dem Ordnungsamt war so kompliziert, dass es falsch ausgelegt werden konnte. Gribl sagt: „So etwas darf eben auch nicht passieren.“

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

21.04.2017

Schön, wenn sich der Chef so vor seine Mitarbeiter stellt!

Die große Klage wegen der Sondernutzungsgebühren, die während einer Zeit zu zahlen seien, während gar nichts sondergenutzt werden kann, war also eine falsche. Natürlich weint sich der Postkartenständerbesitzer bei der Presse aus, statt mal den Sachbearbeiter anzurufen und zu fragen, wie denn den Bescheid, der leider für ihn zu kompliziert zu lesen sei, zu verstehen habe. Man regt sich doch lieber gleich mal über die bösen Bürokraten auf und der Chef dieser gibt sich verständnisvoll.

Allein die Annahme, dass seine Beamten und Angestellten, dem Bürger unnötigerweise drangsalieren ist schon starker Tobak - oder hat er die Fälle wirklich alle überprüft in der kurzen Zeit? Manchmal erschließt sich zunächst unverständliches wirkendes Handeln bei genauerer Sicht in Akten und Gesetze ja doch als notwendig, pflichtgemäßem Ermessen oder dem Gleichheitsgrundsatz geschuldet.

Aber punkten bei den Bürgern und der Bevölkerung lässt sich mal wieder mit einem Auftritt als starker Feuerwehrmann. Daumen hoch.

Permalink
Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20IMG_2820(1).tif
Region Augsburg

Falke verheddert sich in einem Hochspannungsmasten

ad__web+mobil@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Zugang zu allen Inhalten, mtl. kündbar, 4 Jahre Abopreis-Garantie.
So attraktiv waren Heimatnachrichten noch nie!

Zum Web & Mobil Starterpaket