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Augsburg

17.08.2017

Haltestelle ohne Bank und Unterstand

Die Bürger fürchten, dass sie für die Straßenreparatur in der Firnhaberau zur Kasse gebeten werden. Verursacht seien die Straßenschäden jedoch von den Bussen. Stattdessen würden sie sich ein Wartehäuschen oder eine Bank wünschen. 
Bild: Annette Zoepf

Noch immer warten die Firnhaberauer auf eine Lösung bei der Busanbindung. Tiefbauamt und Stadtwerke sind seit dem jüngsten Fahrplanwechsel gefordert.

Von Andreas Alt

Firnhaberau Auf den ersten Blick wirkt die neue Haltestelle „Firnhaberau“ der Buslinie 23 im Fasanenweg beim Neuen Hubertushof unauffällig. Seit dem jüngsten Fahrbahnwechsel im vergangenen Dezember endet hier die Linie, und der Bus fährt nach kurzer Wartezeit in die Innenstadt zurück. Bisher gibt es nicht mehr als ein Haltestellenschild. Anwohnerin Irma Glas ist mit der Situation sehr unzufrieden – und darüber hinaus auch besorgt.

Ursprünglich hätte die Haltestelle auf der anderen Seite errichtet werden sollen, wo sich die Kirche St. Franziskus und die Grund- und Mittelschule befinden. Die Pfarrei hatte aber Lärmbelästigung befürchtet. Daher wurde sie in die Einmündung des Fasanenwegs gelegt. Irma Glas hätte auch gern geltend gemacht, dass die Haltestelle nicht gegenüber ihres Hauses platziert wird, denn nach gut einem halben Jahr ist die Straße beschädigt, und sie fürchtet nun, dass die Anlieger für die Straßensanierung aufkommen müssen. Außerdem gibt es nach ihren Worten Ärger mit jugendlichen Fahrgästen.

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Gefahr für Motorradfahrer

An der Stelle, wo die Busse stehen, sind tiefe Spurrillen in den Asphalt gedrückt worden. Die Vertiefungen stellen nach Ansicht der Anwohnerin eine Gefahr insbesondere für Motorradfahrer dar. Sie fragt sich aber vor allem: Werden die Anwohner zahlen müssen, wenn die Straße repariert wird? Das will sie auf keinen Fall, denn verursacht hätten die Rillen ohne Zweifel die Busse der Stadtwerke. Glas ist alarmiert durch das Beispiel des Siedlerwegs. Dort soll die Straße saniert werden. Dabei ist vorgesehen, die Kosten auf die Anlieger umzulegen.

Der Leiter des Tiefbauamts, Josef Weber, will die Sorgen zerstreuen: „Wir werden die Situation überprüfen“, versprach er auf Anfrage unserer Zeitung. Er erwartet aber, dass sich die Verkehrssicherheit allein durch Abfräsen des Straßenbelags wiederherstellen lasse. Das ist nicht sehr teuer, und dazu werden nach seinen Worten die Bürger nicht herangezogen.

Anders liegen die Dinge laut Weber beim Siedlerweg. Dort sei die Straße schon lange so marode, dass die Stadt um eine grundlegende Erneuerung nicht herumkomme. Als die Firnhaberau in der Nachkriegszeit bebaut wurde, seien die Straßen schnell und ohne richtigen Unterbau hergestellt worden. Die Schäden seien also nicht nur auf die durchfahrenden Busse zurückzuführen. Im Doppelhaushalt 2017/18 sind aber keine Mittel für den Siedlerweg eingestellt worden. Es wird also, versichert Weber, vor 2019 erst einmal nichts geschehen.

Anwohnerin Bettina Müller beruhigt das nicht. Seit 20 Jahren führen nach ihren Worten die Linien 22 und 23 durch den Siedlerweg; im Moment fahren beide Busse alle 15 Minuten. So wie Frau Glas sieht sie daher nicht ein, dass die Anwohner für die kaputte Straße zahlen sollen. Was sie besonders erzürnt: Es habe 2016 und im Januar dieses Jahres drei Gespräche mit Oberbürgermeister Kurt Gribl, Vertretern des Tiefbauamts und der Stadtwerke gegeben. Die Anwohner hätten dabei neben einer Unterschriftensammlung ein Papier vorgelegt, mit dem sie acht Alternativrouten für die Busse vorgeschlagen hätten, um den Siedlerweg und auch den Fasanenweg zu entlasten und stattdessen die Waldorfschule an den Bus anzubinden. Gribl habe versprochen, dass der Wirtschaftsausschuss über die Vorschläge beraten werde. Geschehen sei aber nichts; sie habe von der Stadt nichts mehr gehört.

Sitzen auf der Kühlerhaube

Zurück zum Fasanenweg: Irma Glas klagt auch darüber, dass sich Fahrgäste, vor allem Schüler, an der neuen Haltestelle häufig danebenbenehmen: Sie suchen Schatten auf der gegenüberliegenden Straßenseite und lehnen sich dabei gegen dort geparkte Autos oder setzen sich sogar auf die Kühlerhaube. Grund dafür sei, dass es kein Buswartehäuschen und keine Sitzgelegenheit für Wartende gibt. Nach Auskunft der Sprecherin der Stadtwerke, Stephanie Lermen, ist das nur ein vorübergehender Mangel. Die Haltestelle solle noch barrierefrei ausgebaut werden. Danach könnten dort auch eine Bank und ein Wartehäuschen aufgebaut werden – voraussichtlich in etwa einem halben Jahr.

Glas ist der Ansicht, bei der Verlegung der Bushaltestelle sei nicht alles mit rechten Dingen zugegangen. Ursprünglich habe sich die Haltestelle weiter hinten im Fasanenweg befunden. Dort gebe es eine Arztpraxis, und daher wäre es in ihren Augen wegen älterer und gehbehinderter Patienten am besten gewesen, wenn sie dort geblieben wäre. Sie will aber gehört haben, dass ein Anwohner dafür plädierte, dass sie verlegt wird. Stephanie Lermen nimmt zu diesem Gerücht wie folgt Stellung: „Wenn wir Linienwege anpassen, wie das mit der Reform zum 1. Dezember 2016 geschehen ist, dann schauen wir nur, wo das sinnvoll ist.“

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