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Handel: Der Weg nach Augsburg lohnt sich

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Kommentar Von Michael Hörmann
03.08.2018

Die Innenstadt hat viele Orte, die es wert sind, näher angesehen zu werden. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in bester Lage Schwachpunkte gibt.

Frage: Was würden Sie als Augsburger antworten, wenn Sie gefragt werden, warum ein Auswärtiger unbedingt zum Einkaufen in Augsburgs Innenstadt kommen soll?

Es werden dabei stets persönlich gefärbte Antworten zu erwarten sein. Eine einheitliche Position kann und wird es niemals geben. Der Autor dieser Zeilen sagt: Der Weg nach Augsburg lohnt immer.

Es sind im Endeffekt viele einzelne Punkte, die ein in sich stimmiges Gesamtbild ergeben. Warum? Auf einem fußläufig überschaubaren Gebiet gibt es höchst unterschiedlich geprägte Einkaufszonen. Es beginnt mit dem Angebot in der Fußgängerzone und deren unmittelbarem Umfeld. Ein besonderer Anziehungspunkt mag dabei immer ein Abstecher auf den Stadtmarkt sein, sofern man ihn zum Beispiel am Samstag vor 14 Uhr besucht. Danach hat er nämlich geschlossen. Offen und attraktiv zeigt sich dafür aber stets die Altstadt mit den verwinkelten Gäßchen und den Läden mit einem besonderen Charme. Wer den Rummel bevorzugt, ist in der unweit davon entfernten City-Galerie gut aufgehoben. Wer nach dem Einkaufsbummel müde ist oder ihn für eine Pause unterbricht, findet in der Stadt genügend Auswahl. Die Außengastronomie ist gerade an heißen Sommertagen und den lauen Abenden fast schon einzigartig. Die Maximilianstraße mag hier als besonders schöner Ort genannt werden. Wer sich gerne unterhalten lässt, findet in der City ebenfalls ein breites Angebot an kulturellen Veranstaltungen und Aufführungsorten.

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Teufel steckt im Detail

Dies alles sind Aspekte, mit denen Augsburg punktet. Der Teufel steckt wie immer im Detail. Einen Münchner, der es gewohnt ist, seine Einkäufe in der bayerischen Landeshauptstadt zu tätigen, wird das Angebot in Augsburg nun nicht umhauen. Er wird mit Sicherheit das eine oder andere exklusive Fachgeschäft in der 300000-Einwohner-Stadt Augsburg vermissen. Das tun im Übrigen die Augsburger selbst auch. Nicht von ungefähr steht der Wunsch nach einem großen Sportmarkt ganz oben auf der Prioritätenliste. Und es mag viele Augsburger geben, die sich über Leerstände in der Innenstadt beklagen. Leer stehende Geschäfte sind nun mal kein Aushängeschild einer Einkaufsstadt. Würde nun aber ein Besucher aus einer nordrhein-westfälischen Großstadt das Augsburger Zentrum ansteuern, würde er vom Angebot in Schwaben überwältigt sein. Denn in mancher Ruhrpottmetropole sind ganze Ladenzeilen verwaist. Insofern kommt es auf den jeweiligen Blickwinkel an. Dazu passt, dass das frühere K+L-Ruppert-Gebäude am Königsplatz umgebaut wird. Auf das Ergebnis der Modernisierung und den Einzug neuer Geschäfte darf man sich freuen. Augsburg ist nach wie vor für auswärtige Filialisten ein attraktiver Markt, auch wenn mancher Besucher sich andererseits an den bundesweit agierenden Filialisten reibt.

Markante Schwachstellen

Wenn es gegenwärtig markante Schwachstellen in der Einkaufsstadt Augsburg gibt, sind es hauptsächlich die Annastraße und die Bahnhofstraße. Beide Einkaufsstraßen haben in den zurückliegenden Jahren an Qualität verloren. Namhafte Geschäfte sind abgewandert. Nun droht der Bahnhofstraße zudem der Abgang des Modehauses Peek&Cloppenburg, das es ausgerechnet in die Annastraße verschlagen dürfte. Die Bahnhofstraße verlöre damit ihr „Vorzeigehaus“ im Handel. Ist dennoch alles miserabel? Nein, es gibt eine interessante Entwicklung. Die Straße, die zum Hauptbahnhof führt, wird für Gastronomen immer beliebter. Auf einer Straßenseite haben sich gleich mehrere Lokale und Cafés niedergelassen, davon die meisten mit ausländischer Küche.

Bescheidenes gastronomisches Angebot

Das gastronomische Angebot in der Annastraße dagegen ist äußerst bescheiden. Darunter leidet die Fußgängerzone. Feinkost Kahn ist die rühmliche Ausnahme. Ein Café und ein Lokal in der Nähe des leer stehenden Woolworth-Hauses haben aufgegeben beziehungsweise geschlossen, das verstärkt die Tristesse an dieser Ecke. Zurecht weisen heimische Einzelhändler darauf hin, dass der geplante Einzug von Peek&Cloppenburg im Woolworth-Gebäude eine enorme Aufwertung für die Straße wäre. Peek&Cloppenburg an diesem Standort hätte Sogwirkung.

Dass aktuell die Karolinenstraße zum Sorgenkind ausgerufen wird, mag keinen überraschen, der sich hier aufhält. Überlegungen, den Straßenzug aufzuwerten, hören sich gut an. Beispiele aus der Bäckergasse, die bald fertig ist, sowie der Dominikaner- und Wintergasse zeigen, was mit Umbauten gelingen kann. Perspektivisch gesehen, wird in der Karolinenstraße die Frage sein, wie eine Sanierung, die die Aufenthaltsqualität erhöht, mit dem Autoverkehr zu verbinden ist. Die schnelle Zufahrt für Rettungsfahrzeuge über den angrenzenden Rathausplatz muss ebenso gewährleistet sein wie die Zufahrtsmöglichkeit für Autofahrer zum Perlachberg. Die Straße am Perlachberg ist Zufahrt zur Altstadt, aber auch zu einem Parkhaus in dieser Ecke.

Autos raus, geht nicht. Die Karolinenstraße wird insofern eine große Herausforderung für alle beteiligten Planer.

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