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Augsburg

09.05.2020

Handel sieht autofreie Maxstraße kritisch

Die schwarz-grüne Augsburger Stadtregierung verfolgt das Projekt „Autofreie Maximilianstraße“. Der Handelsverband ist davon wenig begeistert.
Foto: Silvio Wyszengrad

Plus Andreas Gärtner vom Handelsverband sieht eine "autofreie Maximilianstraße" in Augsburg kritisch. Er sagt, dass Schwarz-Grün gerade jetzt nicht darüber debattieren sollte.

„Autofreie Maximilianstraße“ heißt ein Projekt der neuen schwarz-grünen Regierung. Es ist im Koalitionsvertrag aufgelistet. Das Vorhaben, von dem noch keiner weiß, wie es im Detail umgesetzt werden soll, stößt auf Kritik. Einzelhändler etwa fürchten, dass ihnen durch eine Verkehrssperrung Kundschaft ausbleibt. Andreas Gärtner, 49 Jahre alt, ist seit Juni 2019 Geschäftsführer des schwäbischen Handelsverbands Bayern. Er sieht die Idee mit Skepsis.

Herr Gärtner, was sagen Sie vonseiten des Handelsverbands dazu?

Andreas Gärtner: Ich sehe bei dem Projekt noch einen hohen Klärungsbedarf. Mit dem Vorhaben sind viele Themen verbunden, die im Raum stehen. Nur ein Beispiel: Wie soll die Einhaltung der autofreien Maximilianstraße kontrolliert werden? Wird es Poller geben?

Wie wichtig ist die Erreichbarkeit der Maxstraße mit dem Auto für den Einzelhandel?

Gärtner: Die Maximilianstraße ist keine Straße mit einem typischen Durchgangsverkehr. Sie wird zielbewusst angefahren, um Geschäfte in der südlichen Innenstadt zu erreichen.

Andreas Gärtner ist Geschäftsführer des Handelsverbands in Augsburg.
Foto: Wyszengrad

Das hört sich so an, als ob Sie von dem Projekt nicht viel halten...

Gärtner: Vonseiten des Einzelhandels sperrt man sich nicht grundsätzlich dagegen. Allerdings nur, wenn es eine andere Lösung gibt. Denn die Erreichbarkeit der südlichen Innenstadt muss gewährleistet bleiben. Allerdings fehlt in meinen Augen diese Alternative tatsächlich.

Fast könnte man wieder über den Sinn einer neuen Tiefgarage diskutieren, wie vor vielen Jahren schon und zuletzt 2018, oder?

Gärtner: Was die Erreichbarkeit der Innenstadt angeht, wäre die Walter-Garage schon eine gute Idee gewesen. Mit einer Sperre der Maxstraße jedenfalls ist mit einer Beeinträchtigung für die dortigen Geschäfte zu rechnen. Nachdem die Konrad-Adenauer-Allee zur Fahrradstraße wird, haben wir hier künftig auch nur eine eingeschränkte Erreichbarkeit. Wir brauchen aber auch die Kunden aus den kaufkräftigen Gemeinden im Süden, die nach Augsburg kommen.

Die CSU denkt darüber nach, nur den Abschnitt zwischen Herkulesbrunnen und Moritzplatz für Verkehr zu sperren. Könnte das ein Kompromiss sein?

Gärtner: Hier muss man sich die Frage stellen, ob dieses kurze Stück tatsächlich etwas bringt oder ob gesperrt wird nur um einer Sperrung willen. Natürlich kenne ich das Argument, dass man hier die Autokorsos abends verhindern will. Aber mit der Kontrolle und der Durchsetzung der bestehenden Gesetze könnte man Ähnliches erreichen.

Fehlt Ihnen bei dem Vorhaben die Sinnhaftigkeit?

Gärtner: Ich kann bei einer ganztägigen Sperrung der Maximilianstraße, unabhängig davon was rechtlich umsetzbar ist, keinen Vorteil feststellen. Und solche Maßnahmen sollen doch der Allgemeinheit dienen. Übrigens sehe ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt einen weiteren wichtigen Aspekt.

Welchen?

Gärtner: Jetzt, wo wegen Corona die Gastronomien noch nicht ganz geöffnet haben und der Handel noch wenig Umsatz macht, sehe ich jede Maßnahme mit einer negativen Außenwirkung kritisch.

Warum sprechen Sie von einer negativen Außenwirkung?

Gärtner: Das Projekt „Autofreie Maximilianstraße“ bedeutet, dass dort jemand ausgesperrt wird – nämlich Verkehrsteilnehmer. Das ist kein positives Signal.

Ist es Ihrer Meinung nach der falsche Zeitpunkt, um darüber zu diskutieren?

Gärtner: Wenn es gesundheitlich wieder machbar ist, müssen wir schauen, dass wir die Besucher aus dem Umland wieder in der Innenstadt begrüßen können. Schauen Sie, die ersten Gastronomen und Händler haben Mitarbeiter entlassen müssen, sind auf Kurzarbeit oder haben Kredite aufgenommen. Da ist es kein gutes Signal, über eine autofreie Maxstraße zu sprechen. Allein die Diskussion verbietet sich schon fast in diesen Zeiten.

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Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

10.05.2020

Bürgerbegehren Maxstraße 2010:

>> Soll der Augsburger Stadtrat unverzüglich alle Beschlüsse fassen und Auftragsvergaben tätigen, damit die Sanierung der Maximilianstraße vom Moritzplatz bis einschl. Milchberg bis Ende 2012 fertig gestellt ist, wobei diese Maßnahme die Sperrung der Hallstraße für den Durchgangsverkehr im Bereich des Holbeingymnasiums und den Betrieb einer regulären Straßenbahnlinie in der Maximilianstraße beinhalten muss? <<

Das war ein Gesamtkonzept aus Verkehrsberuhigung, Steigerung der Aufenthaltsqualität und einer attraktiven ÖPNV Erschließung.

Heute nur dummgrüne Phrasen gegen Autoverkehr, ohne Nutzungskonzept und ohne attraktiven ÖPNV!

https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Buergerbegehren-soll-Maxstrasse-aufwerten-id5822901.html
https://www.daz-augsburg.de/buergerbegehren-maxstrasse-auf-der-zielgeraden/

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10.05.2020

Tja, lieber Peter P. nochmal: es gibt genügend Parkmöglichkeiten in der Innenstadt (allein in der Halderstr./Victoriastr. min. 6 Parkhäuser, dann die Parkhäuser Schätzlerstr., Annohof, Fuggerstr., Ludwiggasse, Augusta, Ernst.Reuterplatz, usw ) und kann dann kostenlos die City-Zone des ÖPNV nutzen. Da braucht man keinen kostenpflichtigen "Schauckelbus" von der City-Galerie. Natürlich sind auch 700 - 800 m zu Fuß einem Autofahrer nicht zuzumuten. Ich gehe davon aus, dass sie dann auch nicht in der Fußgängerzone flanieren gehen und die dortigen Geschäfte, Cafes und Restaurants nicht besuchen (haben ja alle keinen Parkplatz vor der Türe!).

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10.05.2020

Niemand wird in der Mitte der Maxstraße auf dem alten Pflaster "flanieren"

Es fehlt weiterhin ein Nutzungskonzept für diese riesigen Flächen. Die vom Bahnhofstunnel überbelasteten swa werden auch nicht ihre Betriebsgleise für irgendeinen unnützen Klimbim verlegen.

>> Ich gehe davon aus, dass sie dann auch nicht in der Fußgängerzone flanieren gehen und die dortigen Geschäfte, Cafes und Restaurants nicht besuchen (haben ja alle keinen Parkplatz vor der Türe!). <<

Da sprechen wir von ca. 200 Meter Fußweg.

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09.05.2020


.

"Diskussion verbietet sich:"
So begann die Überschrift fett noch um 17:26 Uhr.

Nun, um 19:30 Uhr heißt es (schon besser) nur noch
"Handel sieht ..." mit Uhrzeit 11:15 Uhr (rechts vom 'Titel).

Warum kann sich die Redaktion nicht dazu durchringen
(wie schon einmal vorgeschlagen, aber keine Reaktion
erfolgt), in einschlägigen Fällen bei dem maßgeblichen
Kommentar einen Vermerk anzufügen?

Es empfielt sich schon, in bestimmten Fällen festzuhalten
(zeitnaher Ausdruck / Hardcopy), was wann wie von der
AA online publiziert wurde, um, wenn`s denn mal drauf
ankommt, verschiedene "Mutationen" belegen zu können.

.

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09.05.2020

Neben den parkplatzsuchenden Kunden und dem Einzelhandel, ist es durchaus auch die Frage, wie notwendig ist es, das Autos nach 20:00 Uhr mit überhöhter Geschwindigkeit und überlauter Musik, die Maxstraße rauf und runter "show fahren". Das noch wenige Unfälle passiert sind, ein Wunder. In Punkto Klima auch komplett daneben.

Permalink
09.05.2020

.

"Diskussion verbietet sich"

Um einer fetten Schlagzeile willen reißt Frau Marks drei Worte aus dem letzten
Absatz - der (natürlich) zuletzt und im Zusammenhang gelesen, diese drei
Worte "anders lesen" läßt.

Sinnverfälschender Murks !

.

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09.05.2020

@peter.P.:
Kein Parkhaus?!? Für sie sollte dann jedes Geschäft ein eigenes Parkhaus haben, damit der Autofahrer nicht zu Fuß gehen muss?
Schauen sie sich doch mal die Parkhäuser in der näheren Umgebung an, wenige Minuten in die Fußgängerzone oder mit dem ÖPNV in diesem Bereich kostenlos.

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10.05.2020

Wenn wir mal das kleine enge Parkhaus Bleigäßchen außen vor lassen, sind es von der Ecke Hallstr.-Maxstr. stets ca. 700-800 Meter zum nächsten Parkhaus Halderstraße oder zum Parkhaus City-Gallerie. Gerade bei letzterem haben die langen internen Wege im Einkaufszentrum einen markanten Einfluss auf die Gesamtstrecke.

Ihr punktuell kostenfreier ÖPNV bleibt ein Schaukelbus mit Schikaneeinstieg und Umsteigezwang, der ab City-Gallerie gerade nicht kostenlos ist.

Es ist aktuell der gleiche Konflikt den wir schon 2007 gegen die Erben-Grünen geführt haben.

https://www.stadtzeitung.de/region/augsburg-stadt/politik/keine-tram-maxstrasse-id43224.html

Mal sehen was die neue Linksfraktion in Augsburg dazu sagen wird...

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09.05.2020

Grüne Irrsinnsphantasien aus Sicht eines Einzelhändlers... Mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen

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09.05.2020

Es ist nachvollziehbar, das einzelne Akteure einer sich erneuern Stadt kritisch gegenüberstehen. Bei jeder noch so positiven Veränderung gibt es sicherlich einige, die den Status Quo präferieren. Das sind sicherlich auch etliche ans Auto gewöhnte Bewohner aus dem südlichen Umland, die auch mal mit dem Auto schnell in die Stadt fahren wollen. Die Vorzüge von öffentlichen Verkehrsmitteln, Fahrrad und Co. sind auch bei bestem Willen einfach nicht Jedem zu vermitteln. Insofern verstehe ich die Meinung des Geschäftsführer des Handelsverbands.
Diejenigen aber, die sich auf eine zeitgemäße, zukunftsfähige und lebenswerte Stadt freuen, können über diese rückwärtsgewandten Argumente und das verzagte Vorstellungsvermögen nur den Kopf schütteln.

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09.05.2020

Der nur gefühlt grüne Regenbogen hat beim Umbau des Kö ziemlich viel Wert darauf gelegt, dass keine Tram durch die Maxstraße fährt. Ganz wichtig war damals die Linie 6 als dritte! Linie zwischen Kö und Heuss-Platz.

Es gibt in der Maxstraße schlicht keinen ÖPNV den man irgendwie als vorteilhaft empfinden könnte. Es gibt da nur Schaukelbus mit Schikaneeinstieg. Auch perspektivisch ohne direkte Verbindung zur sagenumwobenen "Mobilitätsdrehscheibe" mit der ja klimafreundliche Mobilität in Augsburg einziehen sollte.

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09.05.2020

Die Maxstrasse und Altstadt ist nicht nur Handelszone sondern auch Lebensraum für Anwohner und deren Familien!

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09.05.2020

Und was genau wollen Sie da in der Mitte der Straße "leben"?

Was fehlt Ihnen dort?

Für welche Nutzung wünschen Sie mehr Platz?

Man merkt es sofort - diese Argumente fehlen in der Diskussion!

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09.05.2020

Noch eine weitere Bemerkung dazu:
Wer sich öfters in der Maxstraße befindet, wird feststellen, wie oft und wie viele Fahrzeuge da regelmäßig auf- und abfahren nur um eine Parkmöglichkeit zu finden. Da braucht man über Umweltschutz oder ähnliches in der Innenstadt gar nicht mehr zu reden!

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09.05.2020

Das ist das Resultat wenn man weder ein Parkhaus noch einen attraktiven ÖPNV anbietet.

So gibt es halt Schaukelbus und Parksuchverkehr.

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09.05.2020

"Die Besucher aus dem Umland müssen in die Innenstadt kommen". Ich bin aus dem Umland und komme in die Innenstadt, parke in den umliegenden Parkhäusern und kann jetzt die kostenlose City Zone des ÖPNV nutzen. Wo ist da das Problem mit einer autofreien Maxstraße? Der Künde, welche in der Maxstraße parken möchte, kann dies zeitlich nur sehr begrenzt tun. Warum sollte er dann, aus dem Umland kommend, mit dem Auto dort parken, wenn er sich nur zeitlich kurz aufhalten kann?!? Nach der Argumentation von Herrn Gärtner müsste zum Wohle des Einzelhandels dann die bestehenden Fußgängerzonen rückgängig gemacht werden, da ja sonst der Einzelhandel "eingehen" würde. Gerade die breite, sonnige Maxstraße würde enorm profitieren, da man hier ausgedehnte Gastronomieflächen und eine attraktive Begrünung gestalten könnte. "Den Verkehr auszusperren, wäre kein positives Signal", wer so argumentiert, hat den Sinn und die Bedeutung einer lebenswerten Innenstadt mit Fußgängerzone nicht verstanden.

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09.05.2020

Genau und deshalb eine Tram durch die Maxstrasse und die Aufenthaltsqualität rauf durch mehr Grün und weniger Blech. Kühlt auch die Stadt. Tram am Besten die 3er. Bringt die erwähnten Anwohner aus dem wohlhabenden Süden direkt in die Innenstadt. Und der Westen ist auch nicht gerade unwohlhabend.

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