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Kolume Augsburg ab acht

11.05.2015

Harry lässt den Biergarten blühen

Ein kleines Feuerwerk ist der Höhepunkt der Eröffnungsparty.
Bild: kru

An der Kongresshalle erinnert im Parkgarten nichts mehr an die frühere Betonwüste. Die Premiere war zwar verregnet, macht aber dennoch Lust auf die kommende Saison

Von Miriam Zissler

Zuletzt war es eine einzige Betonwüste. Der Blick im Parkbiergarten fiel in der vergangenen Saison von den grauen Betonplatten zu einer grauen Umrandung des gräulich eingetrübten Sees. Wer sich das nicht anschauen wollte, konnte nur noch einen Blick in die überschaubare Karte werfen – ein Trauerspiel.

Aber das hat sich jetzt geändert. Gastronom Andras Kahn hat sich Harry Winderl an Bord geholt, der den Parkbiergarten, der jetzt Parkgarten heißt, ganz schön durcheinandergewirbelt hat. Vieles erinnert jetzt an den Außenbereich seines Thorbräukellers. Es sind die Kubikmeter von Hackschnitzeln, die jetzt die tristen grauen Platten verstecken und dem weitläufigen Areal die Gemütlichkeit verleihen, die ein Biergarten nun einmal haben sollte.

Es sind auch die vielen Geranien, die auf der Pergola thronen und die Blumenkästen verschönern. Harry Winderl hat auch bei einer Esche, die kürzlich dem Orkan Nik-las zum Opfer fiel, seine künstlerische Ader walten lassen. Er nennt das Werk Ostern 2015. Ich ordne es in die Kategorie „Künstlerische Freiheit“ ein, als ich am Samstagabend den Parkgarten betrete und mich sofort wohlfühle. Viel zu lange ist dieser Platz, der so zentral im Wittelsbacher Park und in Augsburg liegt, links liegen gelassen worden. Im nunmehr herausgeputzten See plätschert die Wasserfontäne vor sich hin, die Hackschnitzel duften nach Wald und der Blick fällt nicht mehr ins tumbe Grau, sondern bleibt an den vielen liebevoll arrangierten Neuheiten hängen. Hier will man sich ausruhen. Doch am Eröffnungsabend heißt es vor allem zusammenrücken: Erst grollt, dann donnert und schließlich schüttet es.

Eigentlich könnte man von einer ins Wasser gefallenen Premiere sprechen, wenn nicht alle dageblieben wären und unter den Schirmen dem Regen getrotzt hätten. Die Musik – das Duosolemio und die Blasmusik – spielten weiter, das kleine Feuerwerk wurde ebenfalls gezündet. Das ist gut so, Biergarten-Abende muss man eben nehmen, wie sie sind. Und wer auf die Schönwetter-Abende wartet, wartet am Ende zu lange.

Ich will bald wieder hingehen und mich einmal durch die Karte essen. Es gibt bayerische Spezialitäten, Salate, und Flammkuchen in verschiedenen Variationen. Die sind lecker, wie meine Begleiter und ich feststellen. Die Premiere ist also gelungen. Verregnete Hochzeiten, heißt es, bringen Glück und Geldsegen – verregnete Biergarten-Eröffnungen womöglich auch.

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