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Haus Marie: Betreiber stehen moralisch in der Pflicht

Haus Marie: Betreiber stehen moralisch in der Pflicht
Kommentar Von Miriam Zissler
11.01.2020

Die Betreiber sind den Angehörigen und den Mitarbeitern eine klare Ansage schuldig. Sie stehen nicht nur in einer vertraglichen Pflicht, sondern auch in einer moralischen.

Wer ein Pflegeheim betreibt, sollte sich seiner besonderen Verantwortung bewusst sein. Denn in solch einer Einrichtung sind Menschen untergebracht, die sich nicht mehr um sich selber kümmern können und die dringend auf fremde Hilfe angewiesen sind. Die Bewohner des Augsburger Pflegeheims „Haus Marie“ leiden unter anderem an fortgeschrittener Demenz und werden deshalb beschützt betreut, das heißt, dass sie sich in einer geschlossenen Einrichtung befinden, damit ihnen nichts passieren kann. Angehörige und Betreuer waren in den vergangenen Jahren froh, die zu Pflegenden gut aufgehoben zu wissen.

Ein verantwortungsloses Verhalten

Es ist verantwortungslos von den Betreibern, die Angehörigen so im Unklaren über die Zukunft des Hauses zu lassen. Kein Pflegeheim ist vor einer Schließung gefeit – dennoch müssen in solch einem Fall die Karten offen auf den Tisch gelegt werden. Denn nur durch eine offene Kommunikation kann Gerüchten vorgebaut werden. Nur so wird verhindert, dass Ängste geschürt werden. Das Abtauchen der Verantwortlichen lässt nicht nur die Angehörigen hilflos zurück, sondern belastet auch die Mitarbeiter schwer, die sich nun in der Verantwortung sehen.

Die Betreiber sind den Angehörigen und den Mitarbeitern eine klare Ansage schuldig – und das zügig: Wie lange wollen sie den Betrieb im „Haus Marie“ noch aufrechterhalten? Sie stehen nicht nur in einer vertraglichen Pflicht, sondern auch in einer moralischen. Ihr fragwürdiges unternehmerisches Gebaren darf nicht auf dem Rücken von hilfsbedürftigen Menschen ausgetragen werden.

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