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Augsburg

28.11.2017

Herrenbachschule: Was dem Täter droht

Am Tag nach dem Großalarm an der Herrenbachschule läuft alles wieder wie zuvor – zumindest beinahe.
Bild: Annette Zoepf

Am Tag nach dem Großalarm an der Herrenbachschule läuft alles wieder wie zuvor – zumindest beinahe. Die Polizei sucht weiter nach dem Täter.

Am Tag nach dem Großalarm an der Herrenbachschule läuft alles wieder wie zuvor – zumindest beinahe. Polizeiautos stehen vor den Eingängen, uniformierte Polizisten zeigen Präsenz. Alle Parkplätze in den Straßen vor der Schule sind am Vormittag belegt. „Das ist nicht immer so“, sagt ein Vater, der seinen Sohn zur ersten Unterrichtsstunde begleitet hat. Vermutlich, sagt der Mann, bringen zur Zeit auch einige Eltern ihre Kinder zur Schule, die es sonst nicht tun. Alles ist eben doch nicht wie immer.

Schließlich hatte ein bislang unbekannter Täter in der Nacht zum Montag per Mail eine Drohung geschickt, die im Schulsekretariat einlief. Nach Auskunft der Polizei drohte der Unbekannte einen Gewaltakt an. Das Gebäude wurde am Montag in der Früh evakuiert, Heinestraße und der Eichendorffstraße, die zum Schulkomplex führen, und die Herrenbachstraße selbst wurden von der Polizei kurzzeitig abgeriegelt. Die rund 460 Schüler wurden am Morgen erst gar nicht in ihre Schule hineingelassen und versammelten sich mit den Lehrern am nahen Don-Bosco-Platz. Polizeibeamte mit Spürhunden durchsuchten die Schule. Von einer konkreten Gefährdungslage geht man bei der Polizei indes nicht aus.

War es der gleiche Absender?

Am gestrigen Dienstag fand der Unterricht daher wieder statt, wenn auch das Schulgebäude unter Beobachtung der Polizei war. Schon vor zwei Wochen hatte eine Drohung per Mail an der Herrenbachschule für Unruhe gesorgt. Wer hinter den beiden Schreiben steckt, ist bislang unklar. Ebenso, ob es sich bei den Verfassern der Mails um einen oder mehrere Täter handelt. Die Mail, die in der Nacht auf Montag versandt wurde, bezieht sich inhaltlich auf den Vorfall von vor zwei Wochen, heißt es von der Polizei. Es könne sich um denselben Absender handeln – aber auch um einen Trittbrettfahrer. Die Beamten ermitteln wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten. Darauf stehen laut Strafgesetzbuch Geld- oder sogar Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren.

In der Schule sorgen die Fälle für Gesprächsstoff und Spekulationen. „Wir waren schon etwas schockiert“, sagt die Mutter eines Zweitklässlers. Solche Vorfälle seien schließlich ungewöhnlich. Vielleicht stecke ein aktueller oder ehemaliger Schüler hinter den Drohungen, der Probleme gehabt habe, sagt die Frau, man wisse es eben nicht. Ein Mittelschüler berichtet, er habe die Polizeiautos am Montagmorgen schon von weitem gesehen und gewusst, dass etwas los sein müsse. Angst habe er nun aber nicht.

Bei der Polizei läuft weiter die Fahndung. Die Absender der Mails hatten ihre Herkunft in beiden Fällen technisch verschleiert. Daher ist es für die Fahnder offenbar nicht einfach, die Urheber herauszufinden. Dennoch halten es die Beamten für durchaus möglich, dem Täter oder den Tätern auf die Spur zu kommen. Das zeigten ähnliche Fälle in der Vergangenheit. „Irgendwann macht der Täter einen Fehler“, sagt Polizeisprecher Siegfried Hartmann. „Dann haben wir ihn.“

Es kann teuer werden

Tatsächlich ist es für die Polizei nichts Neues, dass Menschen mit angedrohten Straftaten oder böswilligen Alarmen Polizei und Rettungsdienste in Atem halten. Die Motivation der Täter ist unterschiedlich, das Ergebnis nicht: Wenn sie gefasst werden, landen sie in aller Regel vor Gericht - und müssen häufig auch die vier- bis fünfstelligen Kosten des Einsatzes bezahlen. So ging es zum Beispiel vier Schülern, die im September 2011 einen Großalarm auslösten, indem sie behaupteten, dem Augsburger Zoo sei ein Tiger entlaufen. Die 15 bis 19 Jahre alten Angeklagten wurden vom Jugendschöffengericht am Amtsgericht Augsburg des Missbrauchs von Notrufen und Beeinträchtigung von Unfallverhütungs- und Nothilfemitteln schuldig gesprochen. Das Gericht verurteilte sie zu Strafen zwischen zwei Wochen und einem Wochenende Dauerarrest - je nachdem, ob sie zuvor schon einmal vor Gericht gestanden und wie sie sich nach der Tat verhalten hatten.

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