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Hetze in Chats: Die Gedankenlosigkeit ist erschreckend

Kommentar Von Ina Marks
24.01.2021

Plus Viele Jugendliche machen sich keine Gedanken, dass ihre Chat-Beiträge strafrechtlich relevant sind. Umso wichtiger ist es, dass Polizei und Justiz jedem Fall nachgehen.

Die meisten Jugendlichen, so hat es sich bislang in etlichen Prozessen am Augsburger Amtsgericht herausgestellt, haben die Videos, Sticker und Texte, in denen gegen Flüchtlinge gehetzt oder die Opfer des Holocausts verspottet wurden, aus vermeintlichem Spaß und Gedankenlosigkeit in den sozialen Medien weiter verbreitet. In der Regel steckte kein rechtsextremes Gedankengut dahinter. Dass sie sich damit der Volksverhetzung oder des Verwendens von Kennzeichnen verfassungswidriger Organisationen, wie es im Strafgesetzbuch heißt, strafbar machten, war ihnen offenbar nicht klar.

Das fehlende Bewusstsein, das erschreckt und aufhorchen lässt, ist das eine Problem. Das andere ist die Art der Verbreitung. Während früher der eine oder andere Jugendliche vielleicht aus Dummheit heimlich ein Hakenkreuz an eine Wand schmierte, werden heute über soziale Medien massenhaft Sprüche und Zeichen weitergeleitet, bei denen es längst nicht mehr um die Frage nach der Grenze des guten Geschmacks geht. Mit wenig Aufwand lassen sich diese Bilder, Videos und Texte selbst erstellen oder mit nur einem Klick weiterverbreiten.

Hakenkreuze in Chats: Vorfälle sind keine Bagatellen

Dass sich manche Jugendliche erst Gedanken über die Inhalte machen, wenn sie von Polizei und Justiz damit konfrontiert werden, ist traurig. Man fragt sich dabei auch, was einige Kinder in Schulen und Elternhäusern beigebracht bekommen. Umso wichtiger ist es, dass derartige Straftaten nicht als Bagatellen abgetan, sondern rigoros verfolgt werden. Gut, dass es so ein Projekt, wie "RechtsWeg" gibt. Mit Aufklärung und Bildung ist am meisten geholfen. Besser spät als nie. Dann ließe sich vielleicht auch so ein Auftritt, wie von der 22-jährigen "Jana aus Kassel" auf einer Anti-Corona-Demonstration, die sich mit Nazi-Opfer Sophie Scholl verglich, vermeiden.

Lesen Sie den zugehörigen Artikel: Hakenkreuz im Chat: Jugendliche stehen öfter wegen Nazi-Symbolen vor Gericht

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Hören Sie sich dazu auch unseren Podcast mit der Augsburger Stadträtin Lisa McQueen an:

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