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Augsburg

06.05.2014

Heute beginnen die Augsburger Filmtage

Franz Fischer und Ellen Gratza leiten das Festivalteam.
Bild: Anne Wall

Acht Wochen vor dem Bundesstart zeigt Erfolgsregisseur Marcus H. Rosenmüller auf den Augsburger Filmtagen heute seinen neuen Streifen "Beste Chance".

Franz Fischer wirkt vollkommen ruhig. Heute Abend beginnen die Augsburger Filmtage, doch der Festivalleiter ist ganz entspannt. „Die meiste Arbeit liegt hinter mir. Das Schlimmste ist die Auswahl, die ich zwischen 300 Filmen treffen musste. Daran ist jetzt nicht mehr zu rütteln“, so Fischer. Manches habe sich allerdings sehr spontan ergeben, verrät er mit einem Augenzwinkern.

Regisseur Rosenmüller zeigt am Dienstag seinen neuen Film "Beste Chance"

Dass der populäre Erfolgsregisseur Marcus H. Rosenmüller heute Abend seinen neuen Film „Beste Chance“ am Lech vorstellen wird, weiß er beispielsweise erst seit einer Woche. Fischer: „Eigentlich sollte der Film im Herbst anlaufen. Jetzt kommt er doch schon am 26. Juni in die deutschen Kinos.“ In Augsburg ist er somit acht Wochen früher zu sehen. Rosenmüller will den Film, der sich in der Rohfassung befindet, offenbar am Augsburger Publikum testen. Damit ist er bislang sehr gut gefahren. Fischer holte den Film „Wer früher stirbt, ist länger tot“ nach Augsburg. Zuvor war er nur beim Münchner Filmfest gelaufen, Regisseur Rosenmüller war mit seinem ersten Kinofilm noch ein Unbekannter. In Augsburg kam der Durchbruch: Bereits am ersten Wochenende sahen den Film 3000 Besucher.

Das ging wie ein Lauffeuer durch die deutsche Kinolandschaft und viele Kinos nahmen ihn ins Programm. „Ich kannte das Drehbuch und bereits bei dem Titel wusste ich, dass das ein Erfolg wird“, so Fischer. Und auch beim neuen Rosenmüller, dem letzten Teil der „Beste“-Trilogie, die die Geschichte von den Freundinnen Jo und Kathi, die in der oberbayerischen Gemeinde Tandern leben, erzählt, ist sich Fischer sicher. „Das ist der beste Teil von allen.“ Daneben wird die bayerisch-indische Liebesgeschichte „Amma & Appa“ das Festival eröffnen. Die Summe der Uraufführungen sei für ihn weniger das Entscheidende. „60 Prozent aller Filme sind Uraufführungen, aber in Augsburg sind 100 Prozent Erstaufführungen“, so Fischer.

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Festival ist für die Kinobesucher da

Er mache das Festival für die Kinobesucher und nicht etwa für die Branche. Fischer: „Wir haben kein riesiges Budget und können es uns nicht leisten, aus ganz Deutschland Journalisten einfliegen zu lassen.“ Ihm sei wichtiger, dass es überhaupt wieder ein Festival nach drei Jahren Pause gibt. Nun könne ihm nur noch die Technik einen Strich durch die Rechnung machen.

Aber auch da ist Franz Fischer zuversichtlich. „Früher ist mal eine Filmrolle im Zoll hängen geblieben. Im digitalen Zeitalter sieht man sich plötzlich mit ganz anderen Problemen konfrontiert.“ So schicke jeder Filmemacher sein Werk in einem anderen Format und Datenträger. Da kann dann mal der falsche Film kommen oder der passende Streifen in der falschen Sprache.

Nun können also die Filmtage beginnen, die neben der Rosenmüller-Premiere zahlreiche andere Höhepunkte mit sich bringen: So werden starke Dokumentarfilme gezeigt, wie über den Ersten Weltkrieg in 3-D, über den chinesischen Künstler Ai Weiwei, Filme von „Local Heroes“ oder die Kurzfilme im Wettbewerb.

Für die Premiere heute Abend gibt es noch Karten an der Abendkasse im Thalia und im Mephisto.

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