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26.03.2009

Hexentanz und Gummihuhn

Innenstadt (cve) - Im Barbarasaal waren am Wochenende die Hexen los - und das ganz ohne Buckel und Besen. Über 20 junge Schauspielerinnen rauschten auf der Bühne des Mädchengymnasiums von einer in die andere Ecke und verzauberten die gut 200 Zuschauer für knapp zwei Stunden.

Die Theatergruppe der Oberstufe des Stetten-Institutes bot seinem Publikum das Stück "Hexenjagd" nach Arthur Miller, einem amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Millers "Hexenjagd" spielt im Frühling 1692 und handelt von Einwohnern des strengreligiösen Städtchen Salems, die sich durch Beschwörungstänze und Seitensprünge in ein Netz von Lügen verstricken, was schlussendlich zu einer Jagd auf angebliche Hexen und zum Tod von Unschuldigen führt.

"Wir haben die Rollen Szene für Szene neu besetzt, das Stück stark gekürzt und dazu ein bisschen Fremdtext in die Dialoge eingefügt", erklärte Willibald Spatz, der als begleitender Lehrer die Theatertruppe der Oberstufe seit Oktober letzten Jahres betreut hatte.

Lena Lachenwitzer, Mona Böhm, Mareike Schulze und Mirjam Widmann hatten sich als Regisseurinnen und Schauspielerinnen an den Stoff gewagt und änderten diesen für die Gegenwart zeitkritisch um. Heraus gekommen ist eine aufregende "Hexenjagd", die das Publikum fesselte.

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Bissige Dialoge und ausgefallene Hüte

Die Schauspielerinnen sorgten stets für lebendige Unterhaltung: Sie tanzten bei flackerndem Licht, summten und sangen im Choral kirchliche Lieder, sprangen plötzlich in die überraschten Zuschauerränge oder zwängten sich in Holzkisten hinein. Zu einzelnen Szenen wurde Musik eingespielt, was dem Stück noch mehr Dynamik und Ausdruck verlieh. Die Dialoge waren bissig und gewitzt, manchmal ernst und unheimlich. Zudem erheiterten ausgefallene Perücken, Hüte oder ein quietschendes Gummihuhn das Publikum.

"Das beste Stück seit langem, weil es so modern ist und sich die Mädchen etwas getraut haben. Die Charaktere gehen aus sich heraus", urteilte die 20-jährige Paloma Baier.

Auch Gerhard Schröder, Chef des Gymnasiums, würdigte die Leistung der Schauspielerinnen: "Ihr habt euch an einen ganz schweren Stoff gewagt: Anerkennung und Beifall."

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