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Augsburg

06.06.2019

Hier trainieren Profis mit Schülern

Die Tanzgruppe „Wir sind hier“ leitete Mara Hendler-Peters von Tanz und Schule Augsburg e.V.
Bild: Michael Eichhammer

An der Grundschule Hochzoll-Süd machen sich Kinder mit verschiedenen Vereinen bekannt.

„Eine Win-Win-Situation für alle Seiten“ – so beschreibt Andrea Schmuttermair-Siering die Sportprojektwoche an der Grundschule Hochzoll-Süd. „Kinder werden von Profis mit der jeweiligen Sportart vertraut gemacht, und die jeweiligen Vereine haben die Möglichkeit, die Kinder für ihren Sport zu begeistern und vielleicht neue Vereinsmitglieder zu gewinnen“, erklärt die Konrektorin. Von Montag bis Freitag hatten die Schüler die Gelegenheit, aus 19 Sportarten eine auszuwählen, in die sie reinschnuppern wollten. „Ich war total überrascht, wie gern die Vereine zusagten, uns unentgeltlich zu unterstützen“, sagt Rektor Jochen Mayr.

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Alle 16 jahrgangsgemischten Klassen der Grundschule nahmen an der Projektwoche teil. „Wir haben darauf geachtet, dass jeder etwas Neues ausprobieren kann“, erklärt die Lehrerin Sonja Mehringer. Zur Wahl standen unter anderem Rock-’n’-Roll-Tanz (TSG Hochzoll), Tennis (TC Friedberg), Judo, Ballett, Schach und Handball (DJK Hochzoll), Skaterhockey (TV Augsburg), Fußball (FC Hochzoll), Basketball (TSG Stadtbergen), Akrobatik, Turnen und Schwimmen (TSV Friedberg), Kanu und Hockey (TSV Schwaben Augsburg) sowie American Football (AFC Augsburg Storm). Ihre Sportarten vermittelten die Trainer teils in der Schule, teils anderenorts. Die Leichtathletik-Interessierten beispielsweise durften mit der Grundschullehrerin Judith Schulz in der imposanten Kulisse des Rosenaustadions trainieren. Die Kanuten übten im Plärrerbad. Am Tag davor übernahm am Eiskanal Thomas Schmidt die theoretische Einweisung. „Eine tolle Aktion“, sagt der ehemalige Olympiasieger. Auch Nationalmannschaftsathlet Leo Bolg trainierte mit den Kids. Hockey wurde auf dem Kunstrasen an der Sportanlage Süd geübt.

Die Lust auf mehr

„Wir waren begeistert, wie schnell die Schüler lernten“, erzählt Inga Tinnesz vom TSV Schwaben Hockey. „Nie hätten wir gedacht, dass die Kinder innerhalb von drei Tagen so viel lernen“, sagen auch Franziska Pfanzelt und Markus Miehle vom Tennisclub Friedberg. „Die Kinder waren immer mit vollem Elan bei der Sache“, berichten die Trainer des AFC Augsburg Storm. „Die Lust auf mehr war bei den Kindern zu hören und spüren“, bestätigt Handballtrainer Julien Gallmann. „Alle hatten Spaß, und das ist das Wichtigste, denn dann bleibt ein Kind auch dabei“, meint Judotrainerin Sandy Winter.

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Bei der Abschlussveranstaltung am Freitag erstellten die Teilnehmer Plakate und berichteten in ihren Klassen von den Erfahrungen im sportlichen Neuland. Nach der Pause war Showtime. Zwei Tanzgruppen zeigten den Mitschülern und Eltern im Pausenhof das Erlernte. Die erste Tanzgruppe zeigte unter dem Motto „Wir sind hier“ coole Moves zu Popmusik. Dann präsentierte eine weitere Tanzgruppe, was Horst Koristka von den Rocking Teddybears ihnen beigebracht hatte. „Alle Kinder sagten mir im Vorfeld, wie sehr sie sich auf den großen Tag freuen“, erzählt Horst Koristka. Der Abteilungsleiter Tanz der TSG Hochzoll stand vor der Herausforderung, „Kinder aus vier Klassenstufen unter einen Hut zu bringen und in nur drei Tagen zu zeigen, wie man sich zur Musik bewegen kann“. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Kaum zu glauben, was für anspruchsvolle Figuren die Kinder in kürzester Zeit einstudiert hatten.

Ein Spendenlauf wie im Vorjahr

Sportlich ging es am Freitag noch weiter: „Ihr lauft heute nicht nur für Peru, sondern auch für eure Schule!“ Diese Motivationsrede kam nicht etwa vom Trainer der peruanischen Fußballjugend, sondern vom Rektor der Grundschule Hochzoll-Süd. Denn wie im Vorjahr fand ein Spendenlauf statt. Mit jeder Runde, die die Schüler auf dem 800 Meter-Parcours durch und um die Schule herum drehten, erzielten sie Spenden für ein Kinderhaus in Peru. Die Kinder sollten im Vorfeld Mama, Papa, Großeltern oder Nachbarn als Sponsoren gewinnen.

„Im letzten Jahr ist eine Wahnsinnssumme von 7000 Euro zusammengekommen“, erinnert sich Rektor Mayr. „Zehn Prozent des Erlöses kommen den Projekten unserer eigenen Schule zugute“, erklärt Lehrerin Judith Schulz. Unterstützt wurden die jungen Sportler dabei auch durch Sachspenden wie Getränke und Melonen.

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