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Wirtschaft

09.10.2019

Hier wird die Kundin zur Designerin

Sarah Maria Nordt hat sich mit ihrem Modeunternehmen in Augsburg selbstständig gemacht.
Bild: Michael Hochgemuth

Das Label Snordtmade schneidert Businessmode nach den Wünschen der Frauen. Die vermessen sich selbst per App.

Eigentlich hat Sarah Maria Nordt Betriebswirtschaftslehre studiert und war in einer Unternehmensberatung beschäftigt. Gleichzeitig aber interessiert sich die junge Frau für Stoffe und Mode und hat sich von der Oma das Nähen beibringen lassen. 2015 hat sie ihre beiden Interessen gebündelt und mit Snordtmade ihr eigenes Unternehmen gegründet. Es stellt maßgeschneiderte Businessmode für Frauen her.

Atelier und Showroom sind am Silbermannpark 5 in der Nähe der Hochschule untergebracht. Viel Kundenverkehr herrscht in den Räumen allerdings nicht. Das liegt nicht an einem Mangel an Aufträgen, sondern an der Digitalisierung. Sarah Maria Nordt hat zusammen mit einem Schweizer Technologieunternehmen, das auch für Adidas arbeitet, einen Online-Konfigurator entwickelt. Er macht es Kundinnen möglich, sich am Computer aus 12000 Gestaltungsmöglichkeiten ihr Wunschkleid selbst zu designen und sich anschließend mittels einer Handy-App direkt zu vermessen. Sämtliche Daten werden an Snordtmade weitergeleitet, wo das entsprechende Kleid oder eine Bluse von Schneiderinnen per Hand gefertigt wird. „Die Vermessung mittels Handy steht jener per Hand in nichts nach“, entkräftet Nordt entsprechende Zweifel gegenüber der neuen Technik.

So viel kostet ein maßgeschneidertes Kleid

Zwischen 590 und 790 Euro kostet ein maßgeschneidertes Kleid des Augsburger Labels. 240 Euro muss man für die Fertigung einer Bluse kalkulieren.

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Die Stoffe stammen aus Spanien, Italien oder Polen. Dabei werde auf Qualität, Nachhaltigkeit und Funktionalität Wert gelegt. „Wir haben unter anderem einen Blusenstoff, der schmutzabweisend ist und auch keine Schweißflecken zulässt. Dazu gibt es Stoffe, die kaum knittern und die auch in die Waschmaschine dürfen“, erzählt Nordt. Für Businessmode, die auch einmal auf einer Geschäftsreise getragen wird, ein Vorteil, wie sie findet.

Dass ein maßgeschneidertes Kleid dieser Preisklasse nichts für jedermann ist, ist Nordt, die sechs Mitarbeiter hat, klar. „Grundsätzlich richten wir uns an jede modebewusste Frau im Beruf. Zumeist aber haben wir Kundinnen aus bestimmten Branchen und ab einer gewissen Hierarchiestufe“, so Nordt.

Ein Auftrag aus dem Hotelzimmer

Sie würden ihr widerspiegeln, dass Snordtmade mit seinem Konzept den Puls der Zeit getroffen hat. Denn während der Maßanzug für den Herren in gewissen Kreisen bereits seit Langem üblich ist, gibt es einen entsprechenden Service für Frauen bislang selten. Dazu spare die Auswahl am Computer und die digitale Vermessung direkt zu Hause Zeit. „Theoretisch können unsere Kundinnen einen Auftrag sogar aus dem Hotelzimmer abgeben“, beschreibt Nordt. Für sie selbst hat die Digitalisierung auch einen Vorteil: Der Kundenstamm beschränkt sich nicht auf Augsburg und Umgebung, sondern kann in ganz Deutschland oder sogar dem Ausland generiert werden.

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