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Augsburg

13.04.2018

Hilfe für Obdachlose

Sina Trinkwalder hat Rucksäcke für Obdachlose gestiftet.
Bild: Thomas Obermeier

Warum Sina Trinkwalder 60 Rucksäcke nach Würzburg gebracht hat.

„Eine fehlende Wohnung und eine fehlende Arbeit sind nicht deren dringlichstes Problem. Es ist das Selbstwertgefühl und die Hygiene“, sagt Sina Trinkwalder über Obdachlose. Die Augsburger Unternehmerin hatte schon immer ein besonderes Interesse für Menschen ohne festen Wohnsitz. So war die Begegnung mit einem Obdachlosen ausschlaggebend für die Idee, in ihrem Unternehmen „ manomama“ schmutzabweisende und wasserfeste Rucksäcke herzustellen.

Brücke zwischen Arm und Reich

30 der sogenannten „Brichbags“ werde die Main-Post – sie gehört wie die Augsburger Allgemeine zur Mediengruppe Pressedruck – von der Unternehmerin kaufen, kündigte Geschäftsführer David Brandstätter beim Neujahrsempfang der Main-Post an. Er hielt sein Versprechen: Nun wurden sie an Vertreter der Bahnhofsmission Würzburg und Schweinfurt übergeben. Trinkwalder stiftete dazu weitere 30 Rucksäcke. „Brich“ steht für das englische Wort Bridge (gesprochen Bridsch), also Brücke. Trinkwalder will auf diese Weise eine Brücke zwischen Arm und Reich schlagen und den Obdachlosen ein Stück Würde zurückgeben – nicht mehr mit Plastiktüten rumlaufen zu müssen, sich nicht mehr schämen zu müssen, nicht mehr unangenehm zu riechen.

Lange Gespräche mit den Obdachlosen

Die Rucksäcke, genäht aus Textilresten, die der Sonnenschutz-Hersteller Warema aus Marktheidenfeld im Landkreis Main-Spessart zur Verfügung stellt, sind gefüllt mit allerlei Hygieneartikeln, ob Mundwasser, Seife oder Desinfektionsspray. Aber auch haltbare Nahrungsmittel wie Studentenfutter und Pulverkaffee finden dort Platz. „Obdachlosigkeit ist ein Thema, das uns alle angeht“, sagt die Unternehmerin. Es gehe nicht darum, was der monetäre Wert der Rucksäcke ist, sondern was sie für die Obdachlosen bedeuten. Dies wurde besonders deutlich, als die Augsburgerin mit den Obdachlosen in der Bahnhofsmission Würzburg lange Gespräche führte. „Mein Koffer ist erst kaputt gegangen, da kommt der Rucksack genau richtig“, freute sich etwa Andi, dem Trinkwalder stolz einen Rucksack übergab. „Die Begegnung heute mit Sina ist unbezahlbar“, sagte der Mann.

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