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23.04.2015

Hinter der Glastheke duftet’s

Paula beschnuppert den Rhabarber, den Veronika Inning einsortiert.
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Paula beschnuppert den Rhabarber, den Veronika Inning einsortiert.

Die Zeitungsente sieht sich an, wie frühmorgens Obst, Gemüse, Käse, Eier und viele andere Lebensmittel im Stadtmarkt zum Verkauf hergerichtet werden

Wo sonst viele Menschen durcheinander wimmeln, herrscht noch Ruhe. Nur ein paar Fußgänger sind unterwegs. An den Straßen entdeckt die Zeitungsente Paula Print sogar etliche freie Parkplätze. Doch ein paar Schritte jenseits der Annastraße, im Stadtmarkt, karren morgens um 6.30 Uhr die Händler und Standfrauen bereits stapelweise Kisten und Säcke herum und richten ihre Auslagen her.

Paula sieht Zitronen, Spargel, Tomaten und Paprika, Erdbeeren und Äpfel, Rosen und Tulpen, Emmentaler und Frischkäse, Fische, Fleisch und vieles mehr. Bevor die Standfrauen Obst und Gemüse zu kunstvollen Pyramiden aufschichten, schauen sie jedes Stück an, schneiden trockene Blätter ab und werfen schlechte Stücke weg.

Alles muss schnell gehen, denn um sieben Uhr wird der Markt geöffnet. Dann müssen die Stände so herausgeputzt sein, dass sie die Kunden zum Einkaufen anregen. Das ist anders als im Supermarkt, wo die Sachen einfach in Kisten hingestellt werden. Auf dem Stadtmarkt sieht es so hübsch und appetitlich aus wie im Bilderbuch.

Die Paula will es ganz genau wissen und fragt bei Johanna Meirhofer nach. Seit sechs Uhr hat sie viele Lagen Eier in ihre Holzbude am Bauernmarkt geräumt. Die haben die 400 Hennen in ihrem Bauernhof gelegt. Ganz vorne liegen in einem Glaskasten ein paar Suppenhühner und neben den Eiern hat sie Tüten mit selbst gemachten Nudeln platziert. Um 5.30 Uhr hatte Frau Meirhofer bereits gefrühstückt und ihre Waren ins Auto gepackt, um loszufahren. Jetzt ist sie fast fertig mit dem Einräumen.

Das ist gut so, denn schon kommt eine Frau, die gerade zur Arbeit geht und schnell eine Schachtel Eier kauft: „Zehn von den Großen bitte“, bestellt sie. Die Bäuerin ist stolz auf ihre Ware: „Wir bauen das Hühnerfutter selbst an. Ich weiß also, dass die Hennen gesunde, gute Eier legen. Die verkaufe ich mit gutem Gewissen.“

Schon um zwei Uhr ist Daniela Hornung zum Großmarkt nach München gefahren und hat besonders gute Gemüsesorten ausgesucht. Darunter sind viele, die man sonst nirgends kaufen kann. Zum Beispiel die Mirinda. „Kenner kaufen diese Tomate gerne, solange sie noch grün ist, denn da hat sie schon ein feines Aroma, ist aber nicht so süß“, erklärt Frau Hornung der Paula.

Von vielen Gemüsen hat sie mehr gekauft, als sie für ihren Stand braucht. „Wir besorgen oft auch Waren für unsere Kollegen an den anderen Ständen, damit wir nicht so oft fahren müssen“, sagt sie. Ihre Kunden schätzen vor allem, dass sie auch mal nur eine Staude Sellerie kaufen können und nicht eine ganze Packung nehmen müssen, wie im Supermarkt. Rote Bete kocht sie vor, und Kraut hobelt sie frisch. Sehr praktisch, findet die Paula, denn dadurch hat man daheim beim Kochen weniger Arbeit.

In der Viktualienhalle machen die Käsehändlerin Rosamunde Kolper und ihre Mitarbeiterinnen Käsesalate und richten Frischkäsesorten mit Kräutern, feinen Gewürzen oder exotischen Früchten an. „Wir müssen nicht so früh anfangen, denn der Käse kann über Nacht in der Theke liegen bleiben. Er ist ja in Folie eingepackt“, verrät sie der Paula. Außerdem bekomme sie viele der 350 Käsesorten aus ganz Europa von ihren Großhändlern angeliefert. Auch wenn sie nicht so früh wie andere Händler aufstehen muss, dauert ihr Arbeitstag mindestens elf Stunden. Daheim erledigt sie noch viel Papierkram: „In der Woche komme ich so auf mindestens 60 Stunden“, verrät sie der Paula.

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