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Augsburg

28.10.2016

Hodenkrebs mit 24: "Ich mach ihn fertig, dann geht's weiter mit Leben"

Thomas Laschyk spricht offen über seine Krebs-Erkrankung. Der Augsburger bekommt dafür viel Zuspruch.
Foto: Thomas Laschyk

Thomas Laschyk ist 24 Jahre alt. Gerade bekam er die Diagnose Hodenkrebs. Für den jungen Augsburger ist das kein Grund, den Humor zu verlieren.

Seine Zuversicht ist Thomas Laschyk anzusehen. Er sitzt auf dem Krankenhausbett und macht ein Selfie. Die Augen hinter seiner Brille wirken müde, sein Blick deshalb nicht weniger entschlossen. Er will das alles schaffen. Und das sollen alle sehen.

Thomas Laschyk hat Krebs. Hodenkrebs. Mit 24 Jahren. "Soll mal einer davon reden, dass ihm Krebs auf den Sack geht", kommentiert der junge Augsburger die Diagnose scherzhaft. Gleich wird er zur OP abgeholt. "Und dann sehen wir weiter."

Auch wer Thomas Laschyk gar nicht kennt, kann an seinen Gedanken teilhaben. Der Facebook-Beitrag, der ihn kurz vor seiner Operation zeigt, ist für jedermann im Internet zu finden. Der Student hat ihn bewusst öffentlich auf seine Seite gestellt. Alle, sagt er, sollen wissen, dass es ihm gut geht. "Und wenn ich die Leute noch zum Lachen bringen kann, haben wir alle was davon." Unter seinem Foto aus dem Krankenhaus steht etwa folgender Satz: "Ich bin so vegan, ich lass mir sogar ein Ei entfernen."

Hodenkrebs ist die häufigste Krebsart bei jüngeren Männern

Hodenkrebs ist mit jährlich knapp 5000 Erkrankten in Deutschland ein seltener Tumor. Unter jüngeren Männern ist er aber die häufigste Krebsart. Die meisten Patienten sind nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft zwischen 20 und 40 Jahren alt - also in einem Alter, in dem das Sexualleben und die Familiengründung eine wichtige Rolle spielen.

Darüber hat auch Thomas Laschyk nachgedacht. "Sicher ist sicher", sagt er, als er von seiner Samenspende vor der OP erzählt. Ob auf diese eine Chemotherapie folgt, weiß der Student noch nicht. Doch er denkt positiv. Er weiß, dass seine Heilungschancen gut stehen.

Wie Prof. Dorothea Weckermann, Chefärztin der Urologie am Klinikum Augsburg berichtet, liegen diese allgemein - je nach Stadium - bei über 90 Prozent. Früherkennung sei das Wichtigste. Ein erster Hinweis auf Hodenkrebs sei in den meisten Fällen eine einseitige schmerzlose Anschwellung oder Verhärtung des Hodens. "Ab der Pubertät sollten sich Männer einmal im Monat abtasten", rät die Ärztin. Ist in der Familie bereits Hodenkrebs aufgetreten, ist das Risiko erhöht. Auch Männer, die im Kindesalter wegen eines Hodenhochstands operiert worden sind, sollten besonders wachsam sein.

An den Moment, in dem er die Diagnose hörte, erinnert sich Thomas Laschyk genau. Angst hatte er nicht, erzählt der 24-Jährige. Denn er wusste die Erkrankung schnell einzuschätzen, vertraute auf die Ärzte - und seinen Optimismus. "Ich will den scheiß Krebs nur fertig machen - dann geht's weiter mit dem Leben."

Weiterführende Informationen auch auf junge-erwachsene-mit-krebs.de

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