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Höhmannhaus: Die Stadt muss endlich Klarheit schaffen

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Kommentar Von Nicole Prestle
15.08.2018

Was wäre, wenn? Im Fall Höhmannhaus stellt sich diese Frage mehrfach. Seit Monaten beschäftigt die Höhe der Mieten städtische Rechnungsprüfer, Kulturverwaltung und externe Gutachter, doch noch immer herrscht keine Klarheit. Zu hören ist lediglich, dass sich zwei Expertisen inhaltlich entgegenstehen. Zum Rest schweigt die Stadt. Man müsse, heißt es, zunächst die Inhalte beider Untersuchungen auswerten.

Für zwei Mitarbeiter der Städtischen Kunstsammlungen ist dies eine unangenehme Situation. Sie sehen sich – aus ihrer Sicht zu Unrecht – mit „dienstrechtlichen Maßnahmen“ konfrontiert und haben Anwälte eingeschaltet. Eine gerichtliche Auseinandersetzung zwischen der Stadt und den beiden leitenden Beamten ist damit nicht mehr ausgeschlossen. Musste es so weit kommen?

Es hätte eine Stiftung werden können

Hier sind wir bei der Eingangsfrage: Was wäre, wenn die Stadt vor sieben Jahren auf das Ansinnen der Kunstsammlungen eingegangen wäre, den Nachlass Höhmannhaus in eine Stiftung zu überführen? Hätte dann ein Stiftungsrat über die Mietpreise im Gebäude entschieden? Und, wenn ja: Wären Kunstsammlungsleiter Trepesch und sein Verwaltungschef heute aus der Schusslinie, weil es nie zum Interessenskonflikt gekommen wäre?

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Was wäre, wenn die Stadt die Miete seitdem kontinuierlich angepasst hätte? Ein Plus von 15 Prozent innerhalb von drei Jahren ist laut Mietspiegel zulässig. Grob gerechnet läge die Summe, die Trepesch pro Quadratmeter zu bezahlen hätte, damit bei aktuell etwa 5,50 Euro. Hätte ein externer Gutachter dies als angemessen für die Maximilianstraße erachtet?

Was wäre drittens, wenn sich am Ende herausstellte, dass das Liegenschaftsamt mit seiner Einschätzung, die Miete sei angemessen, richtig lag? Die Stadt hätte zwei Mitarbeiter ins Feuer gestellt, anstatt die Angelegenheit zunächst vertraulich zu regeln.

Schnelles Handeln ist angezeigt

Oberbürgermeister Kurt Gribl und Kulturreferent Thomas Weitzel sind dem Vernehmen nach verstimmt darüber, dass der „Vorgang Höhmannhaus“ öffentlich wurde. Sie hätten die Sache gerne vertraulich behandelt. Weil dies nicht gelang, ist nun schnelles Handeln geboten: Am besten wäre es, die Inhalte des Gutachtens würden noch vor der Sitzung des Ferienausschusses offen gelegt – samt den Konsequenzen, die sie für die beiden Mitarbeiter der Kunstsammlungen haben – oder auch nicht. Schon im Sinne der betroffenen Beamten sollte die Stadt endlich Klarheit schaffen.

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