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Augsburg

06.03.2019

Höhmannhaus-Sanierung kostet über eine Million Euro

Nächste Woche will der Wirtschaftsausschuss über die Sanierung des Höhmannhauses beraten. Das hochbauamt geht von Kosten zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Euro aus.
Bild: Wyszengrad

Die Stadt Augsburg will das Höhmannhaus auf Vordermann bringen. Aktuell wird geprüft, ob die Mieter dafür im Gebäude bleiben dürfen.

Das Höhmannhaus in der Maximilianstraße soll saniert werden. Die Stadt hat die vergangenen Wochen dazu genutzt, sich einen Überblick über den baulichen Zustand des denkmalgeschützten Gebäudes zu verschaffen. Erstes Fazit: Vor allem die Elektrik müsse überholt werden , die Installation sei „stark veraltet und überlastet“.

Die Stadt will nun ein Sanierungskonzept für das denkmalgeschützte Gebäude erarbeiten lassen. Das Hochbauamt selbst könne diese Aufgabe aufgrund der personellen Auslastung nicht übernehmen, sagt Wirtschaftsreferentin Eva Weber. Weil aufgrund „der Tragweite des Projekts zeitnah Handlungsgrundlagen“ geschaffen werden müssten, soll das Konzept nun an einen externen Fachmann vergeben werden. Kosten: rund 150.000 Euro.

Können die Mieter trotz Sanierung im Höhmannhaus bleiben?

Der Wirtschaftsausschuss wird in seiner Sitzung am 12. März über die Sanierung des Höhmannhauses beraten. Wirtschaftsreferentin Eva Weber will sich das grundsätzliche Okay für das Projekt holen. Wie und wann die städtische Immobilie auf Vordermann gebracht wird, ist offen. Klar ist dagegen: Billig wird es nicht. Das Hochbauamt kalkuliert mit Kosten zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Euro. Eine der wichtigsten Fragen dürfte dabei sein, wie die Sanierung ablaufen kann. Denn alle Wohnungen und Gewerberäume sind vermietet. Ob die Arbeiten bei „laufendem Betrieb“ erledigt werden könnten, lässt die Stadt aktuell prüfen.

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Ein Nutzer, die Anwaltskanzlei von Friedrich Merkel, wird das Haus im Frühjahr 2020 verlassen. Die Stadt hat den Juristen, die über 50 Jahre lang ihre Kanzlei im Höhmannhaus hatten, gekündigt. Man war sich über den Mietpreis nicht einig geworden. Wie berichtet , wollte das Liegenschaftsamt die Quadratmeterpreise nach Rücksprache mit Referentin Weber auf den aktuellen Verkehrswert anheben, was laut Auskunft von Insidern einer Steigerung um rund 50 Prozent entsprochen hätte. Die Kanzlei sucht nun nach neuen Räumen.

Die Liste der Mängel, die die städtischen Ämter nach mehreren Begehungen fürs Höhmannhaus auflisten, ist lang: Schimmel an den Kellermauern, ungedämmte Versorgungsleitungen, schlecht isolierte Fenster, eine stark veraltete Heizungsanlage, Risse in Stuck und Terrazzoboden, absplitternde Fliesen... Viele dieser Schäden beziehen sich auf das Geschoss, in dem auch Kunstsammlungsleiter Dr. Christof Trepesch wohnt. Der niedrige Mietpreis für seine Wohnung – etwas mehr als vier Euro pro Quadratmeter – hatte vor gut einem Jahr die Rechnungsprüfer stutzig gemacht.

Eine größere Sanierung gab es in den vergangenen Jahren nicht

Das Liegenschaftsamt hatte daraufhin schon einmal eine Begutachtung des Hauses vorgenommen und war zu der Einschätzung gelangt, die Mietpreise seien aufgrund des „schlechten baulichen Zustands“ angemessen. Nach einem weiteren Gutachten durch einen externen Fachmann war der Verkehrswert der Wohnung dann jedoch auf 7,10 Euro pro Quadratmeter taxiert worden. Der externe Gutachter, Thorsten Kampe, argumentierte, ein Riss im Terrazzoboden ändere nichts daran, dass für solche Immobilien heutzutage hohe Preise zu erzielen seien. Interessant ist, dass im Protokoll des Hochbauamts nun ausgerechnet auch solche Dinge als Mängel angesprochen werden.

Die Stadt will Böden und Decken nun von Statikern begutachten lassen, um herauszufinden, ob gehandelt werden muss. Kleinere Instandsetzungen hat es im Höhmannhaus in den vergangenen Jahren gegeben, auch das Dach wurde laut Wirtschaftsreferentin Weber repariert. Im Haushalt waren in den letzten Jahren für den kleinen Bauunterhalt im Schnitt 30.000 Euro eingeplant. Eine umfassende Sanierung des Hauses gab es zuletzt nicht.

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