Newsticker

Zahl der Corona-Infizierten in München sinkt unter kritischen Wert
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Hoffnungsträger Reese-Areal

26.03.2009

Hoffnungsträger Reese-Areal

Kriegshaber Mit dem Rad und zu Fuß erkundeten die Mitarbeiter des Vereins Urbanes Wohnen den Stadtteil Kriegshaber. Auch mit Vertretern sozialer Einrichtungen sprachen sie. Bei der Auftaktveranstaltung zum Stadtumbau West waren die Bürger gefragt, was sie an ihrem Stadtteil schätzen und vermissen. "Auf der Ulmer Straße gibt es keinen Metzger, Bäcker und Drogeriemarkt mehr", klagte beispielsweise Donatus Schuster.

Etwa 100 Personen waren in den Pfarrsaal Heiligste Dreifaltigkeit gekommen. Ihre Anmerkungen notierten sie auf großen Blättern, die auf den Tischen ausgelegt waren und von den Mitarbeitern des Vereins nun analysiert werden sollen.

Positiv bewertet wurde das soziale Gefüge in Kriegshaber. Die Mischung zwischen Jung und Alt sei gut und man kenne sich untereinander. Eine neu Hinzugezogene beklagte allerdings, dass die bestehenden engen Kontakte auch zu einer Abschottung führten und man nur schwer Menschen kennenlerne. Hervorgehoben wurden das Spectrum und der Kulturpark West, die über die Stadtgrenzen hinaus Menschen anziehen, sowie die schnelle Erreichbarkeit der westlichen Wälder und der Autobahn.

Sehr unterschiedlich beurteilen die Kriegshaberer indes ihre Infrastruktur. Während die Anwohner im Süden sehr zufrieden sind, klagen die Menschen im Norden. Donatus Schuster etwa vermisst Einkaufsmöglichkeiten. Die Bürger seien gezwungen, nach Stadtbergen oder Oberhausen auszuweichen. "Vor allem für Rentner ist das ein Problem", erläuterte Schuster.

Hoffnungsträger Reese-Areal

Wunsch nach Brücke über der Ackermann-Straße

Anders sieht es Christoph Steinbrecher, der im Süden wohnt. "Die Einkaufsmöglichkeiten sind super. Was mich viel mehr stört, ist die schlechte Verkehrsanbindung. Ich bin jeden Tag eineinhalb Stunden unterwegs zur Universität und zurück", erklärt der Student. Häufig notierte Wünsche waren auch eine Brücke über die Bürgermeister-Ackermann-Straße, die vor allem für die Schulkinder extrem wichtig sei, und Radwege entlang dieser Straße. Dies gilt ebenso für die Feldstraße, wo es wegen der vielen Lkw für Fußgänger und Radler inzwischen gefährlich geworden sei. Auch die Gestaltung der Reinöhlstraße, beispielsweise durch Grünstreifen, sowie Erhalt beziehungsweise sinnvolle Nutzung von Synagoge und Mapag-Gelände wurden immer wieder gefordert.

Zudem besteht ein starker Wunsch nach einem Stadtteilzentrum. "Wir haben festgestellt, dass das Kasernengelände die Bürgermeister-Ackermann-Straße in viele funktionierende Mosaiksteinchen geteilt hat, die es nun gilt wieder zusammenzufügen", sagte Jan Weber-Ebnet vom Verein Urbanes Wohnen.

Dabei könnte die künftige Nutzung des Reese-Geländes helfen. "Wir merken in Gesprächen mit den Bürgern, welche enormen Hoffnungen mit den Planungen verbunden sind. Vor allem bei der Nahversorgung und den Grünflächen blicken die Menschen sehnsüchtig Richtung Reese-Areal", sagte Baureferent Gerd Merkle. Gewünscht wurden zudem ein Mehrgenerationenhaus und ein Seniorenheim. "Ich bin 50 Jahre und habe immer hier gelebt. Das Thema Seniorenheim kommt irgendwann auf mich zu und ich möchte nicht umziehen müssen, nur weil es hier keines gibt."

In einem Jahr soll ein Konzept präsentiert werden, über das dann der Stadtrat abstimmt.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren