1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Hohes Bußgeld gegen Augsburger Brauerei

Verstoß gegen Denkmalschutz

02.02.2012

Hohes Bußgeld gegen Augsburger Brauerei

 Die Brauerei Riegele in Augsburg.
2 Bilder
Die Brauerei Riegele in Augsburg.
Bild: Wyszengrad

Riegele-Chef Sebastian Priller baut eine Lagerfläche, ohne davor den Denkmalschutz zu fragen. Das kostet ihn und die Firma jetzt 60.000 Euro.

Ein Verstoß gegen den Denkmalschutz kommt die Brauerei Riegele teuer zu stehen. Das Amtsgericht hat ein 60 000-Euro-Bußgeld verhängt. Der Hintergrund für die Entscheidung: Brauerei-Chef Sebastian Priller (62) hatte eine Lagerfläche für Leergut bauen lassen, ohne den Denkmalschutz um Erlaubnis zu fragen. Für den Brauer ist das Urteil dennoch ein Erfolg. Die Stadt Augsburg hatte das Bußgeld zuerst fast drei Mal so hoch angesetzt.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Die Vorgeschichte des Falls: Im Herbst 2009 lässt Sebastian Priller den Platz hinter einer Halle befestigen. Er hat den Grund einem Nachbarn abgekauft und will die beengten Zustände auf seinem Brauereigelände möglichst schnell entspannen. Deshalb gibt er seinem Architekten den Auftrag, einen Lagerplatz zu planen. Kurz darauf kommt ein Bagger und beginnt, Erde abzutragen. Die Fläche muss befestigt werden, zudem ist der Boden schief. Doch die Arbeiten dauern nicht lange. Im November stoppt die Stadt die Arbeiten. Experten des Denkmalschutzes fürchten, dass der Bagger bedeutende Schätze aus der Römerzeit vernichtet hat.

Spätrömisches Gräberfeld vermutet

Das Brauereigelände in der Nähe des Hauptbahnhofs liegt an der einstigen Römerstraße nach Kempten. Fachleute vermuten hier – ähnlich wie auf der anderen Straßenseite beim Diako-Krankenhaus – ein spätrömisches Gräberfeld. Die Stadt schickt Priller deshalb zwei Bescheide. 20 000 Euro soll er selbst zahlen, weil er als Brauereichef vorsätzlich den Denkmalschutz ignoriert habe. Dazu kommen 150 000 Euro, welche die Stadt als Gewinnabschöpfung von der Brauerei will. Ausgrabungen müssen zu einem großen Teil vom Besitzer des Grundstücks bezahlt werden. Die Brauerei habe sich somit eine Menge Kosten gespart, argumentiert die Stadt. Priller erhebt Einspruch – deshalb kommt der Fall vor das Amtsgericht.

Nach zwei Prozesstagen fiel nun gestern die Entscheidung. Richterin Birgit Geißenberger korrigierte das Bußgeld deutlich nach unten. Sie kam zum Schluss, dass die Stadt bei ihren Berechnungen deutlich daneben lag – zum Nachteil des Brauereichefs. Zudem ließ sich im Prozess nicht nachweisen, dass Sebastian Priller den Denkmalschutz absichtlich ignorierte. Priller beteuerte wiederholt, er habe einfach nicht daran gedacht. Gleichzeitig entschuldigte er sich aber auch: „Es ist ein Fehler passiert“, sagt er. „Das tut mit leid, dazu stehe ich.“ (jöh)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren