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Augsburg

03.02.2019

Hutmacherin fertigt Kasperl-Hut für rheinische Karnevalfans

Anneliese Hartung zeigt den Kasperle-Hut, den ein rheinischer Karnevalsverein bei ihr bestellt hat.
Bild: Silvio Wyszengrad

Seit 59 Jahren ist Anneliese Hartung Hutmacherin. Was Puppenkiste und Fasching mit einem ihrer jüngsten Aufträge zu tun haben.

Mit seiner Gründung im Jahr 1921 ist der Hutsalon am Dom das älteste Hutgeschäft mit Atelier in Augsburg. Er ist bekannt für modische Kopfbedeckung sowie kunstvoll verzierte Anstecker oder Haarreifen. Ob Seattle, Brüssel oder Israel – die Besitzerin Anneliese Hartung erhält Aufträge aus der ganzen Welt. Doch vor Kurzem wurde ein ganz besonderer Wunsch an sie herangetragen. Und der kam nicht einmal aus dem Ausland.

Hintergrund dazu ist der Ausflug eines rheinischen Karnevalsvereins im November: Nach einem Besuch in der Puppenkiste kam die Karnevalsgruppe aus Bingen am Rhein in Anneliese Hartungs Geschäft, um Hüte zu kaufen.

Rheinische Narren von der Puppenkiste begeistert

Daran erinnert sich die Ladeninhaberin noch gut: „Eine lustige Mannschaft war das, wir unterhielten uns gut.“ Im Gespräch erzählten die Vereinsmitglieder der Ladeninhaberin von ihrem ungewöhnlichen Vorhaben für die neue Karnevalssaison: „Die Gruppe war so begeistert von der Puppenkiste, dass sie den Entschluss fasste, beim nächsten Karneval in die Rolle der Marionetten zu schlüpfen“, erzählt Anneliese Hartung.

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Um das Schauspiel so authentisch wie möglich zu gestalten, fehlte aber noch die passende Kopfbedeckung für die Figur des Kasperls. Für die Vereinsmitglieder war schnell klar – der Auftrag geht an Anneliese Hartung. „Erst einmal hörte ich länger nichts von ihnen. Am vergangenen Montag jedoch kam ein Vereinsmitglied mit bunten Stoffen und ganz konkreten Vorstellungen in mein Geschäft“, erzählt sie. Sein Wunsch: ein hellblauer Hut mit bunten Streifen für seine Rolle als Kasperle.

Ein Bild vom Kasperl diente als Vorlage

Gleich am nächsten Tag machte sich Anneliese Hartung an den Auftrag – von Trödelei hält die Geschäftsfrau nämlich nichts: „Man muss den Auftrag anpacken, solang die Idee noch im Kopf ist.“ Doch die Umsetzung war gar nicht so leicht, denn als Vorlage für den Hut diente lediglich ein Bild vom Kasperl mit besagter Kopfbedeckung. Außerdem war die Zeit sehr knapp. Doch in solchen Fällen kann sich Anneliese Hartung auf ihr Können und ihre jahrelange Erfahrung verlassen. Immerhin arbeitet sie seit 59 Jahren als Hutmacherin.

Nach einer Woche intensiver Arbeit in der Werkstatt war das Einzelstück fertig für die Karnevalsbühne in Bingen am Rhein. Dort wird die Kopfbedeckung schon sehnsüchtig erwartet. Eine rheinische Karnevalsveranstaltung gepaart mit einem Stück Augsburger Tradition – da kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

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