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Millionenschwere Werbekampagne

15.07.2011

Ignaz Walter lässt sich die „Unternehmer-Loge“ einiges kosten

Ignaz Walter, ehemaliger Bauunternehmer, Kunstsammler
Bild: Silvio Wyszengrad

Es ist eine klare Botschaft, die Ignaz Walter derzeit mit einer großen Werbekampagne verbreitet. Und die lässt sich der frühere Bauunternehmer geschätzte 2,5 Millionen kosten.

In einem rund 30-sekündigen Werbefilm werden Selbstständige aufgerufen, sich zu einer Solidargemeinschaft – der Unternehmer-Loge – zusammenzuschließen. Ignaz Walter ist Initiator des Projekts. Er selbst ist in dem mit einem Comic illustrierten Spot nicht zu sehen.

„Wir selbstständigen Unternehmen tragen die Hauptlast am Erfolg der Deutschen Wirtschaft“, heißt es in dem Film. „Trotzdem machen Banken, Großkonzerne und Behörden mit uns und unseren Mitarbeitern, was sie wollen.“ Bekanntlich gibt Walter Banken die Schuld am Zusammenbruch seines Baukonzerns.

Seit einer Woche ist der Spot im ZDF zu sehen. Bis Anfang September wurden 22 Sendetermine gebucht – jeweils kurz vor oder direkt nach der „heute“-Sendung. Weitere 45 Ausstrahlungen könnten bis Dezember folgen. Auch für 2012 werde bereits geplant, teilt die Geschäftsführung der Unternehmer-Loge mit. Wie viel Geld Ignaz Walter für das Projekt ausgibt, wollte sein Team nicht verraten. Was bleibt, sind Schätzungen: Nach Angaben des ZDF kosten 20 Sekunden Werbezeit knapp 24500 Euro. Macht pro Ausstrahlung des Unternehmer-Loge-Spots 36750 Euro und bei insgesamt 67 geplanten Sendeterminen in diesem Jahr fast 2,5 Millionen Euro. Ob Walter tatsächlich die volle Summe zahlen muss, ist unklar.

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In dem ersten Spot gehe es darum, die Solidargemeinschaft bekannt zu machen, erklärt der kaufmännische Leiter der Unternehmer-Loge, Frank Gronostay. „Was der ADAC für Autofahrer ist, sind wir für selbstständige Unternehmer.“ In einem zweiten Schritt will man durch die Kampagne einzelne Dienstleistungen vorstellen. Unter anderem verspricht die Unternehmer-Loge ihren Mitgliedern Unterstützung durch ein Expertennetzwerk oder die Beschaffung von Eigenkapital.

Damit all das funktioniert, müsse eine stattliche Zahl an Mitgliedern zusammenkommen. Von „einigen Tausend“ ist die Rede. Bereits nach den ersten beiden Ausstrahlungen des Werbefilms habe es „etliche Anmeldungen“ gegeben, sagt Geschäftsführer Christoph Unmann.

Je nach Unternehmensgröße müssen Mitglieder eine einmalige Gebühr von 120 bis 360 Euro sowie einen monatlichen Beitrag von 20 bis 60 Euro zahlen. Nach Auskunft der Geschäftsführung der Unternehmer-Loge sind derzeit rund zehn Mitarbeiter in der Gesellschaft tätig. Bei entsprechendem Zuspruch will man das Personal weiter aufstocken. (monik)

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