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Augsburg

18.10.2017

Illegales Rennen: Polizei stellt erstmals Hobby-Rennautos sicher

Polizeikontrolle: Zwei Beamte haben mehrere Autos gestoppt und überprüfen die Papiere.
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Polizeikontrolle: Zwei Beamte haben mehrere Autos gestoppt und überprüfen die Papiere.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Eine Zivilstreife hat ein illegales Rennen beobachtet. Die verdächtigen Fahrer spüren die neue Härte des Gesetzes. Sie müssen befürchten, dass sie ihre Autos nicht zurückbekommen.

Die Autos haben alle mehrere hundert PS. Es sind echte Rennmaschinen. Und sie sind nicht günstig zu haben. In einer Halle der Augsburger Polizei stehen seit dem Wochenende ein Audi TT-RS, ein Nissan GT-R und ein BMW 335i. Die Autos gehören drei jungen Männern, die sich am Samstagabend auf der B17 ein illegales Rennen geliefert haben sollen. Die Fahrzeuge sind vorerst beschlagnahmt. Es könnte sogar passieren, dass die Fahrzeuge eingezogen werden. Das würde heißen: Die Besitzer bekommen ihre Vorzeige-Autos nicht mehr zurück.

Es ist das erste Mal überhaupt, dass die Polizei in Augsburg wegen eines illegalen Autorennens Fahrzeuge aus dem Verkehr zieht. Auch bundesweit dürfte es einer der ersten Fälle dieser Art sein. Die Möglichkeit, ein Auto deshalb zu beschlagnahmen, gibt es auch erst seit Ende September. Bisher wurden Rennen in der Regel nur als Ordnungswidrigkeit verfolgt. Jetzt werden die Organisation und die Teilnahme an illegalen Rennen als Straftat eingestuft. Je nachdem, wie gravierend die Folgen der Raserei sind, können die Gerichte deswegen bis zu zehn Jahre Haft verhängen.

Die Polizei rechnet die drei jungen Männer, die am Wochenende in Augsburg erwischt worden sind und jetzt erst einmal ohne die Autos auskommen müssen, der sogenannten Tuning-Szene zu. Sie sind zwischen 23 und 25 Jahre alt. Vertreter der Szene distanzieren sich zwar immer wieder auch öffentlich von illegalen Rennen und wilder Raserei. Die Polizei sieht die Auto-Tuner dennoch mit einer gewissen Skepsis. Es gebe natürlich keinen Generalverdacht, sagt Polizeisprecher Michael Jakob. Die Erfahrung zeige aber, dass entsprechend „aufgemotzte“ Fahrzeuge auch immer wieder durch eine riskante Fahrweise auffallen. Vor allem Beamte der Verkehrspolizei hätten die Szene und deren Treffpunkt deshalb auch im Blick.

Illegales Rennen: Polizei stellt erstmals Hobby-Rennautos sicher

Die Polizeistreife filmte das illegale Rennen

Auch die drei jungen Sportwagen-Fahrer starteten am Samstagabend gegen 20.45 Uhr an einem Szene-Treffpunkt, es handelt sich um eine Tankstelle neben der B17 auf der Höhe der Stuttgarter Straße. Beamte der Verkehrspolizei, die unauffällig in einem Zivilfahrzeug saßen, beobachteten die drei Autofahrer und folgten ihnen auf der Bundesstraße in Richtung Süden. Polizeisprecher Michael Jakob sagt: „Sie überholten sich innerorts bei deutlich überhöhter Geschwindigkeit gegenseitig und nutzen die B17 als Rennstrecke.“ In der Inninger Straße in Haunstetten stoppen Polizisten dann die drei mutmaßlichen Möchtegern-Rennfahrer.

Die Beamten kontaktierten noch am Samstagabend die Staatsanwaltschaft. Die beschloss, den neuen rechtlichen Rahmen zu nutzen und die Fahrzeuge erst einmal zu beschlagnahmen. Ob und wann die drei jungen Männer ihre Autos wieder zurückbekommen, ist offen. Es hängt davon ab, welche Ergebnisse die weiteren Ermittlungen bringen. Die Beweislage scheint aber gut zu sein. Die Polizeistreife hat das illegale Rennen gefilmt. Eventuell wird erst in einem Gerichtsprozess entschieden, ob die Autos wieder herausgegeben werden – oder ob die Justiz sie als sogenannte Tatmittel einzieht. Es kann also gut sein, dass die Autos einige Monate bei der Polizei stehen, selbst wenn sie danach wieder zurück zu den Besitzern kommen. „Das ist für die Betroffenen natürlich sehr schmerzlich“, sagt Polizeisprecher Michael Jakob. Bei der Polizei hofft man darauf, dass die Gefahr einer solche Auto-Beschlagnahme abschreckend wirkt und die Autobesitzer bremst.

Die Polizei will die neuen Regeln jedenfalls konsequent umsetzen und nutzen, kündigt Sprecher Michael Jakob an. Seiner Einschätzung nach gibt es zwar kein verstärktes Problem im Raum Augsburg. Auch hier registriere die Polizei aber immer wieder illegale Rennen – teils auf den großen Straßen wie der B17 und der A8, teils aber auch an den Ampeln im innerstädtischen Bereich. Im Februar etwas beobachteten die Beamten ein illegales Rennen im Bereich der Dieselstraße. Mit über 100 Stundenkilometern rasten ein BMW und ein Audi in Richtung Rockfabrik. Sie wurden dabei von weiteren Tuning-Fahrzeugen abgeschirmt. Würde das heute passieren, könnte die Polizei allen Beteiligten erst mal die Autos abnehmen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Diese Botschaft kommt bei den Rasern an

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Die Diskussion ist geschlossen.

19.10.2017

...Szene-Treffpunkt, es handelt sich um eine Tankstelle neben der B17 auf der Höhe der Stuttgarter Straße.

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Multikulti kann auch so sein, dass es Grünen überhaupt nicht gefällt ;-)

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Immer wieder unterhaltsam dort zu tanken.

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19.10.2017

Er hats wieder mal geschafft, den Bogen von illegalen Autorennen über Multi-Kulti zu den Grünen zu schlagen.

Leider vermisse ich noch ähnlich interessante Konstrukte in Verbindung mit der größten deutschen Multi-Kulti-Szene - dem bezahlten Profi-Fußball. Offenbar hat unser "Schwarzer Peter" noch gar nicht gemerkt, dass die Claudia Roth ein großer FCA-Fan und sogar mit dem zweithöchsten Mann Bayerns nach Seehofer, dem Uli Hoeneß, verwandt ist . . .

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18.10.2017

@Herbert Tambour: Sie sollten "Röhrer" und "Raser" nicht über einen Kamm scheren! Nur weil jemand ein wohlklingendes Fahrzeug fährt statt eines E-Autos (und ich gehe davon aus, dass Sie dies mit "Röhrer" meinen), ist ein solcher Fahrer noch lange kein "Raser". Sollte Ihnen jedoch der Lärm in der Innenstadt zu laut sein, dann steht es Ihnen frei aufs Land umzuziehen.

P.S. Ich möchte hiermit keinesfalls illegale Rennen befürworten. Was verboten ist, gehört auch geahndet. Das Fahren eines StvZO-konformen Fahrzeuges ist dies jedoch nicht.

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18.10.2017

"Sollte Ihnen jedoch der Lärm in der Innenstadt zu laut sein, dann steht es Ihnen frei aufs Land umzuziehen."

Man, wie simpel! Ich bin auf dem Land aufgewachsen: Kreissägen, Traktoren, Kettensägen, Jäger, Düsenjäger, Landjugend mit röhrenden Autos und Mopeds.....

Was glauben Sie? Gibts ein recht auf unnötigen Lärm?

Und von wohlklingenden Autos habe ich bis dato so wenig gehört wie von sauberen Diesel....

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18.10.2017

Das Problem ist ja gerade, dass viele "Röhrer" eben nicht StVZO-konform sind, wodurch ein 200 PS Auto mit illegaler Abgasanlage die Lautstärke eines Rennwagens aufweist. Und wenn diese "Röhrer" mitten in der Nacht an meiner Wohnung vorbeifahren, so ist dies eben nicht die Geräuschkulisse einer Großstadt mit der man "halt leben muss". Ebenfalls besteht kein Grund nachts in einer Zone 30 die Drehzahl in den maximalen Bereich zu jagen und damit einen 100+ dB Knall zu erzeugen (schon oft erlebt). Ihren wirklich "tollen" Vorschlag doch aufs Land umzuziehen kommentiere ich lieber nicht weiter.

PS: Sollten sie der Michael Moser von gleichnamiger Tuning-Werkstatt sein würde das natürlich Ihre Argumentation erklären...

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18.10.2017

Na endlich!

Eventuell schafts die Polizei auch in der Innenstadt die Röhrer und Raser zu disziplinieren. Die sind extrem nervig! Von der Gefahr für ihre Mitbürger, die sie darstellen, ganz zu Schweigen, diese pupertären Assis!

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