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Augsburg

26.10.2018

Im "Geisterhaus" am Schmiedberg entstehen neue Apartments

Seit einiger Zeit kommt die Sanierung dieses Hauses am Augsburger Schmiedberg wieder voran. Ein Geschäftsmann aus Dubai hatte die Immobilie 2011 gekauft.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Lange galt das Gebäude am Schmiedberg als Problemimmobilie. Nun sollen die Wohnungen im "Geisterhaus" bald fertig werden. Warum das wichtig ist für Augsburg.

Lange war das große Gebäude am Schmiedberg 6 ein trauriger Anblick. Der heruntergekommene Bau bekam in Augsburg deshalb bereits den Spitznamen „Geisterhaus“ und machte viele Schlagzeilen. Nun zeichnet sich ein Ende der jahrelangen, immer wieder stockenden Sanierung ab. Der Investor will nach eigener Auskunft bis zum kommenden März mit der Modernisierung und dem Umbau des früheren Möbelhauses zum Wohn- und Geschäftshaus fertig werden. Dann sollen endlich auch neue Mieter einziehen können.

Die Immobilie zwischen Schmied- und Leonhardsberg gehört seit 2011 einem Geschäftsmann aus Dubai. Sein Sprecher in Deutschland sagt: „Wir sind froh, dass wir das Projekt endlich fertigstellen können.“ Mit der Immobilie habe es viel Ärger gegeben, sie sei lange leergestanden.

Erst wollte der Investor das Haus wieder verkaufen, dann ein Stadthotel aus der maroden Baubrache machen. Inzwischen gibt es eine andere Lösung. Nun entsteht vor allem neuer Wohnraum. Insgesamt sind es 55 Apartments zwischen 30 und 60 Quadratmetern sowie zwei Penthäuser mit jeweils rund 200 Quadratmetern. Im Erdgeschoss ist eine neue Gewerbefläche mit rund 830 Quadratmetern vorgesehen, die beispielsweise für Ausstellungsräume geeignet ist. Alle Wohnungen werden nach Angaben des Investors eine gehobene Ausstattung haben. Geplant ist, das Gebäude bis März 2019 fertigzustellen und die Wohnungen dann zu vermieten. Die Mietpreise seien noch nicht fest kalkuliert, sagt der Investorensprecher. Er geht von über zwölf Euro pro Quadratmeter kalt aus.

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Es gab bei der Sanierung viele Verzögerungen

Nach derzeitigen Planungen sollen die Mietverträge erst kurz vor der Fertigstellung des Gebäudes abgeschlossen werden, voraussichtlich ab Januar. Damit soll sichergestellt werden, dass der Einzugstermin für die Mieter gehalten werden kann. Hintergrund ist, dass es bei der Sanierung des Gebäudes schon sehr viele zeitliche Verzögerungen gab. Mieter mit eigenem Auto könnten allerdings ein Parkproblem bekommen: Für das Gebäude stehen nur 16 Stellplätze in einer Tiefgarage zur Verfügung.

Der Investor hat nach eigenen Angaben einen zweistelligen Millionenbetrag die Immobilie am Schmiedberg gesteckt. Zuständiger Architekt für das Gebäude ist Jürgen Stark aus München. Er geht davon aus, dass der Fertigstellungstermin bis März zu schaffen ist. Stark hat aber noch ein wichtiges Detail zu lösen. Das Gebäude, das nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurde, steht städtebaulich unter Ensembleschutz. Deshalb muss die Gestaltung der Fassade mit der Denkmalpflege abgestimmt werden.

Stark zufolge soll unter anderem mit der neuen Farbgebung außen der ursprüngliche Charakter des 50er-Jahre-Baus wiederhergestellt werden. Über die neue Farbe sei noch nicht endgültig entschieden. Voraussichtlich werde die Fassade in abgestuften Brauntönen gestaltet. Vorgesehen sei weiter, dass an der Fassade französische Balkone angebracht werden.

Der Straßenzug gilt als Eingangstor ins Zentrum Augsburgs

Das Gebäude am Schmiedberg steht an einer exponierten Stelle. Der Straßenzug wird von Fachleuten der städtischen Bauverwaltung als ein wichtiges Eingangstor zum Augsburger Zentrum eingestuft. In kriegsbedingten Baulücken entstanden in diesem Bereich in den 50er Jahren neue Gebäude, die heute als Dokumente „urbaner Modernität“ ihrer Zeit gelten.

Die langwierige Sanierung des „Geisterhauses“ hat immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Zuletzt gab es Mitte September es eine Durchsuchung der Polizei auf der Baustelle. Auslöser war nach Angaben eines Polizeisprechers der Verdacht auf einen Diebstahl von Baumaschinen. In dem Gebäude sind mehrere Baufirmen tätig. Nach Angaben des Investorensprechers ist der Vorfall inzwischen geklärt. Es soll sich um ein „Missverständnis“ gehandelt haben.

2015 sorgte das leer stehende Haus für Ärger in der Nachbarschaft, weil Fensterscheiben bei Wind herausfielen und zwei Fahrzeuge beschädigten. Wenn das Gebäude im kommenden Jahr fertig fertig modernisiert sein wird, wird der Schmiedberg vom Stadtbild her wieder aufgewertet.

Lesen Sie hierzu auch den Kommentar von Eva Maria Knab: Hängepartie am Schmiedberg hat ein Ende

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