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Augsburg

07.01.2018

Im Kaufhaus Konrad ist die 4. Generation am Werk

Sibylle und Pia Konrad (von links) freuen sich, dass der neue Kunsthandwerkerbereich im Erdgeschoss ihres Kaufhauses gut ankommt. Zu den Partnern zählt auch Susanne Kastner (rechts).
Bild: Annette Zoepf

Sibylle und Pia Konrad verstärken die Führungsetage des Pferseer Unternehmens. Wie sie sich für die Zukunft wappnen.  

Mit dem Spielen im Kaufladen verbinden viele von uns schöne Kindheitserinnerungen. Für Sibylle und Pia Konrad ist die Fiktion Realität geworden. Die beiden Schwestern, 34 und 30 Jahre alt, leiten mit ihrem Vater Klaus und ihrem Onkel Wolfgang die Pferseer Einzelhandelsinstitution – das Kaufhaus Konrad. Mit den beiden jungen Frauen ist die mittlerweile vierte Generation am Ruder des 1894 gegründeten Familienunternehmens. Und sie wollen dazu beitragen, dass die Pferseer auch in Zukunft vor ihrer Haustür einkaufen.

Wohnaccessoires aus Holz und Metall

Der große Umbau im Haus an der Augsburger Straße liegt zehn Jahre zurück. Seither wurde immer wieder am Sortiment gefeilt, um „zeitgemäß zu bleiben“, wie Sibylle Konrad sagt. Neueste Errungenschaft ist im Erdgeschoss eine Ausstellungs- und Verkaufsfläche, wo Kunsthandwerker ihre Schätze präsentieren. Beispielsweise Susanne Kastner, die mit Wohnaccessoires aus Metall und (Wurzel-)Holz vertreten ist. „Normalerweise sind wir nur auf Märkten unterwegs“, sagt sie. Ein weiteres Standbein wie jetzt im Kaufhaus Konrad zu haben, empfindet sie als ideal.

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Kastner hat dort ein Stück Ausstellungsfläche gemietet. „Wenn wir eines ihrer Werke verkaufen, bekommt sie den vollen Erlös“, betont Sibylle Konrad. Ebenso wie rund 20 andere Werkstätten und Kunsthandwerker, die mit ihren Erzeugnissen die Aufmerksamkeit der Kaufhaus-Kunden wecken.

Öl und Feinkost

Die Erwartungen seien bislang gut erfüllt worden, sagen die Konrads. Großer Wert werde nicht nur auf hochwertige Waren gelegt, sondern auch auf eine ansprechende Präsentation auf Holzmöbeln. Vertreten sind auch Firmen aus dem Stadtteil – etwa Feinkost Hurler oder Thassolea (Olivenöl).

Der Kunsthandwerkermarkt soll auch nach dem Weihnachtsgeschäft im Haus bleiben. Dafür hat das Unternehmen die Herrenoberbekleidung aus dem Sortiment genommen. Damenmode und Wäsche sowie Strümpfe (für Männer und Frauen) dominieren weiterhin das Erdgeschoss. Wer ins Untergeschoss strömt, findet eine große Vielfalt an Dingen des täglichen Bedarfs vor – von Haushalts- über Schreibwaren bis hin zu Spielwaren und Elektrogeräten. Nicht zu vergessen die Postfiliale, die Sibylle Konrad als „Kundenfrequenzbringer“ bezeichnet.

Lieferservice und Beratung

Bei der heute 34-Jährigen zeichnete sich der Eintritt ins Familienunternehmen früh ab. „Ich habe hier schon mit 16 Jahren neben der Schule gejobbt und anschließend ein duales Studium zur Handelsfachwirtin absolviert.“ Als Mutter dreier kleiner Kinder ist die Pferseerin momentan in Teilzeit tätig. Gemeinsam mit Vater, Onkel und Schwester arbeite sie täglich daran, „zeitgemäß zu bleiben“. Längst präsentiert sich das Unternehmen auf einer eigenen Website und auf Facebook. In den Online-Handel wollen die Konrads aber nicht einsteigen, sondern mit Angeboten wie Lieferservice und Beratung die Kunden aller Generationen ans Haus binden. „Das persönliche Einkaufen trägt wesentlich zum sozialen Leben bei“, ist Sibylle Konrad überzeugt.

Von der Praxis ins Kaufhaus

Mit ihrer Begeisterung für das Familienunternehmen hat sie ihre Schwester Pia angesteckt. Die gelernte Physiotherapeutin sattelte vor fünfeinhalb Jahren um und wechselte von der Praxis ins Kaufhaus. „Ich bin sehr zufrieden mit dieser Entscheidung“, sagt die 30-Jährige, die sich schwerpunktmäßig um die Sortimentsgestaltung kümmert.

Auch Klaus Konrad ist froh, dass seine beiden Töchter das Pferseer Familienunternehmen in die Zukunft führen wollen. „Die Zeit meines Rückzugs wird kommen“, sagt der Geschäftsmann. Vielleicht schenkt er seinen Enkeln einen Kaufladen, damit auch die fünfte Generation schon früh auf den Geschmack kommt.

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