1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Im Pfarrsaal entfaltet sich „Der Odeltenor“

Augsburg

19.04.2018

Im Pfarrsaal entfaltet sich „Der Odeltenor“

Die Uraufführung liegt 33 Jahre zurück. Jetzt führt Werner Ohnemus sein Stück „Der Odeltenor“ in überarbeiteter Fassung im Pfarrsaal St. Elisabeth auf.
Bild: Annette Zoepf

Werner Ohnemus zeigt im  Pfarrsaal  von St. Elisabeth nach 33 Jahren sein überarbeitetes  Erstlingswerk. 

Am Anfang war der Wunsch, „etwas eigenes zu Papier zu bringen“. So schrieb Werner Ohnemus, Spielleiter der Theatergruppe der Kolpingsfamilie Lechhausen, eine „Dorfgaudi in drei Akten“ und sandte sie an den Köhler-Verlag. Wie der Titel „Der Odeltenor“ vermuten lässt, riecht das Stück nach Missklang. Es geht um die „totale Fehleinschätzung“ eines sängerischen Talents.

Werner Ohnemus war 26 Jahre alt, als sein Erstlingswerk uraufgeführt wurde. Während er vor 33 Jahren die Hauptrolle auch selbst zum Besten gab, schlüpft ab Samstag, 28. April, Sebastian Fischer in die Rolle des mehr oder weniger begabten „Theo“. Ein echter Glücksgriff, wie Werner Ohnemus meint. Denn um gut darzustellen, dass man nicht singen kann, sollte man singen können. Und als Ensemble-Mitglied des Quinten-Zirkels sei das bei dieser Besetzung der Fall.

Unvorhergesehene Reaktionen

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Mittlerweile hat sich Werner Ohnemus als Autor weiterentwickelt und etwa „Palmus, der Erleuchtete (ein falscher Heiliger)“ geschrieben. Auch der „Urlaub vom Ehebett“ oder „Der Mitgiftjäger“ sind seiner Auskunft nach Stücke aus seiner Feder, die „recht gut laufen“. Als Autor müsse man jedoch auch auf Unvorhergesehenes gefasst sein. Denn manchmal reagiere das Publikum ganz anders als erwartet. Während all diejenigen, die selbst Theater spielen, die Komödie „Mag no wer an Wurschtsalat“ super treffend fanden, blickten die Akteure von der Bühne herab in fragende Gesichter ihres Publikums. „Die Zuschauer“, sagt er, „konnten sich nicht damit identifizieren.“

Inzwischen hat Werner Ohnemus sein Erstlingswerk überarbeitet und sich entschieden, es in der Neufassung wieder auf den Spielplan zu setzen. Auch die neue Fassung hat er bereits an den Köhler-Verlag geschickt und geht davon aus, dass seine Änderungen nicht beanstandet werden. Schließlich habe er nur Kleinigkeiten abgewandelt, die das Stück besser, auf jeden Fall aber lustiger machen sollen. Titel und Inhalt des „Odeltenors“ sind seiner Schilderung zufolge weitgehend gleich geblieben.

Werner Ohnemus ist kein Freund der „ganz plumpen Bauernstücke“ und flachen Witze. Niveau ist und bleibt ihm wichtig, ob es ums Laienschauspiel oder die Büttensitzungen im Fasching geht. Um sich zu besprechen, fehlt ihm – und das schon seit 15 Jahren – sein bester und zu plötzlich verstorbener Freund Franz Schrader. „Man spielt nicht allein Theater“, sagt er, „man braucht immer auch die Leute im Hintergrund.“ Und da sei Franz Schrader ein absolut verlässlicher Partner gewesen. Wichtig ist ihm als Regisseur, sich auf seine Truppe bedingungslos verlassen zu können. Das heißt: Die Aktiven nehmen diszipliniert an den Proben teil, wirken am Bühnenbild oder anderen anfallenden Entscheidungen mit.

Erinnerungen verarbeitet

Die Idee zum „Odeltenor“ kam Werner Ohnemus nicht zuletzt wegen einer gewissen Nähe zum Augsburger Konservatorium. Weil Vater Erwin Ohnemus dort als Hausmeister tätig war, habe die Familie ganz in dessen Nähe gegenüber des Hotels Drei Mohren gewohnt und so manches aus den Unterrichtsstunden zu Ohren bekommen. Diese Erinnerungen schlagen sich jetzt irgendwie auch in der bevorstehenden Inszenierung nieder, an der auch Bruder Rudolf Ohnemus als „Theos“ Vater mitwirken wird.

Erstmals gibt es Veränderungen bei den Abläufen im Pfarrsaal St. Elisabeth als Spielstätte. Weil der Caterer nicht mehr zur Verfügung stehe, musste die Bewirtung umorganisiert werden. Laut Ohnemus können Speisen und Getränke in den Pausen am Ausschank gekauft und zum Platz mitgenommen werden, während der Aufführung finde jedoch keine Bewirtung mehr statt.

Termin Jeweils um 19 Uhr ist „Der Odeltenor“ am Samstag, 28. April, Freitag, 4. Mai und Samstag 5. Mai, im Pfarrsaal St. Elisabeth in der Kolbergstraße 1 zu sehen. Am Nachmittag um 15 Uhr spielt die Theaterabteilung am Sonntag, 29. April. Karten gibt es bei Silvia Dobler-Plodeck unter der Telefonnummer 0821/792862.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren