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Konzert

11.04.2015

Im Rhythmus des Herzens

Das „Alegrías Guitar Trio“ eröffnet das Internationale Gitarrenfestival

Sie wollen sich „in die Herzen der Augsburger“ spielen, sagen Dimitri Lavrentiev und Takeo Sato, die Organisatoren des 4. Internationalen Gitarrenfestivals, das am Donnerstag im Parktheater eröffnet wurde. Beim Auftakt gelang dies den Konzertgitarristen mit Klaus Wladar als „Alegrías Guitar Trio“ bestens. Sie trafen ihr Publikum im vollen Haus ins Herz.

Von den ersten Klängen an fühlte sich der Zuhörer behutsam hineingenommen in die filigrane, sich vielschichtig entfaltende Welt der klassischen Gitarre. Vertraute Klassiker, etwa Händels „The Arrival of the Queen of Sheeba“ und Sätze aus Divertimentos von Mozart und Haydn erhielten einen eigenen Charakter: heiter, fröhlich, vielfarbig.

Eine Freude war es, zu erleben, wie die Künstler sich gegenseitig inspirierten, wie sie miteinander eintauchten in die wechselnden Stimmungen des Instruments – von der süßen Schwermut eines spanischen Tanzes von Enrique Granados über einen leidenschaftlichen Tango bis zu einer Art Traumreise durch herrliche Landschaften mit Stücken der zeitgenössischen russischen Komponistin Elena Popljanova.

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Von einer besonderen Reise und den damit verbundenen menschlichen Gefühlen erzählte das von Dimitri Lavrentiev komponierte Stück „Crossroads“ – entstanden vor 15 Jahren, als der aus Russland stammende Gitarrist mit einem Koffer und seinem Instrument in Deutschland ankam. Den Grundton und Rhythmus des Stücks bildete der menschliche Herzschlag, auf den Gitarren eindringlich gespielt. Lebendigkeit pur.

Wer beim Zuhören die Augen schloss, konnte meinen, dass ein ganzes Orchester spielte – besonders bei Kostproben aus Tschaikowskis Ballett-Kompositionen „Schwanensee“ und „Nussknacker“. Bei Bert Kaempferts „Las Vegas“ war plötzlich Bigband-Sound zu hören. Auch das geht auf der Gitarre.

Das Gitarrenfestival bietet an diesem Wochenende weitere Konzerte von Meistern ihres Fachs an: Am heutigen Samstag um 19.30 Uhr spielt das „Split Guitar Quartet“ in der Stadtbücherei Werke von Telemann, Scarlatti und Leo Brouwer. Das renommierte Quartett wurde 2010 von kroatischen Gitarristen gegründet. Campbell Diamond, ein junger australischer Gitarrist, ist heute um 16 Uhr im Mozarthaus zu hören. Das Abschlusskonzert des Festivals bestreitet am morgigen Sonntag Rafael Cortès, ein in Essen lebender gebürtiger Andalusier, im Goldenen Saal des Rathauses um 17 Uhr. Er gilt als Flamenco-Gitarrist von Weltformat.

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