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Augsburg

11.08.2019

Im Toni Park entsteht ein Neubau auf einer schwierigen Brache

Ein Blick auf die Baustelle des Toni Park, rechts ist das Bürocenter Messe zu sehen.
Bild: Silvio Wyszengrad

In der Nähe des Hochhauses an der Messe entstehen im Toni Park Gebäude für Büros und Gewerbe. Die Arbeiten bringen jedoch schwierige und teure Überraschungen zutage.

Früher gehörte die Fläche zum Flugplatz der Firma Messerschmitt. Dann lag das Areal an der Rumplerstraße in der Nähe des Hochhauses (Bürocenter Messe) brach. Für die Zukunft entstehen dort im Toni Park sieben Gebäude, in denen Büros und Gewerbe einziehen sollen. Aktuellstes Projekt ist ein Gebäudekomplex mit insgesamt 17.900 Quadratmetern Fläche, davon etwas mehr als 5000 Quadratmeter unterirdisch. Hauptmieter wird die Firma Infineon. Außerdem ziehen ein Fitnessstudio, eine Bäckerei und eine Kindertagesstätte in den Komplex ein. Weitere Flächen sind noch unvermietet. Die Bauarbeiten auf dem Areal zwischen Bauhaus, Böwe und Erhardt & Leimer sind anspruchsvoll.

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Wer der Bauherr Andreas Lesser von der Toni Immobilien Dr. Krafft KG aus München fragt, ob alles nach Plan läuft, bekommt einen vielsagenden Blick zugeworfen. „Das Gelände hält einige Überraschungen für uns bereit“, sagt er und meint damit die bewegte Vorgeschichte.

Der Boden im Toni Park ist teilweise stark belastet

Der Gebäudekomplex entsteht auf dem ehemaligen Gelände des Messerschmitt-Flugplatzes. Das Problem: Der Boden ist teilweise stark belastet. Und beim Ausheben der Baugruben stößt die Baufirma schon mal auf Flugzeugteile, Bombensplitter oder einen sieben Meter langen Doppel-T-Träger. „Nervenaufreibend“, sagt Lesser. „Das kostet uns viel Zeit und Geld.“

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Auf dem Gelände türmen sich verschiedene Haufen Erdreich auf, sortiert nach Farbe und Beschaffenheit. „Solange das Zeug in der Erde bleibt, ist alles okay“, sagt Lesser. Einmal auf der Baggerschaufel muss der belastete Boden aber entsorgt werden. Lesser zeigt auf einen Haufen, der aussieht wie feucht gewordene Erde, allerdings hat es seit Tagen nicht geregnet. „Das ist ganz übel“, sagt er. Rückstände von Öl machen diesen Haufen Aushub für Lesser besonders teuer. Unabhängige Experten nehmen Proben und entscheiden dann, auf welcher Deponie der Aushub entsorgt wird. „Je nachdem, wo das ist, kostet uns die Entsorgung zwischen 120 und 140 Euro pro Tonne“, sagt Lesser.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Messerschmitt-Areal von den Alliierten bombardiert. Zurück blieben Bombentrichter, die man damals mit allem zuschüttete, was so herumlag: Schrott, Reifenteile, Trümmer. Das kommt nun bei den Baumaßnahmen zum Vorschein. Auch Bombenteile, Übungsbomben und eine Bombe ohne Sprengstoff wurden bereits gefunden. Deshalb ist ein Kampfmittelräumer immer mit vor Ort, wenn irgendwo gegraben wird. Schlagen seine Geräte an, beginnt ein unter Umständen sehr langer Prozess. In Zehn-Zentimeter-Schritten wird das Erdreich abgetragen, bis man die Quelle des Signals gefunden hat. Etwas mehr als die Hälfte des Geländes ist kontrolliert. „Wegen der besonderen Beschaffenheit des Bodens wird die Baustelle teurer. Anfangs gingen wir von 3,8 Millionen aus, heute rechnen wir mit fünf Millionen“, sagt Lesser.

So soll der Toni Park (türkisfarbene Gebäude) einmal aussehen.
Bild: Silvio Wyszengrad

In zwei Jahren sollen die Mieter einziehen können

Trotz der Widrigkeiten im Boden fällt Lessers Prognose für den Standort Augsburg positiv aus. „Augsburg läuft gerade einfach gut“, sagt der Bauherr, der auch Standorte in München und Königsbrunn betreut. Er nennt den Immobilienmarkt in Augsburg konservativ. Es sei vergleichsweise wenig neu gebaut worden. „Arbeitnehmer haben aber immer höhere Ansprüche an ihren Arbeitsplatz. Es muss etwas geboten werden.“ Deshalb entstehen auf dem Toni-Park-Gelände moderne Gebäude, die Lesser optimal an die Anforderungen seiner Mieter anpassen möchte. Im Juni war die Grundsteinlegung für das aktuelle Gebäude. In zwei Jahren sollen die Mieter einziehen können.

Was sie im neuen Firmensitz erwartet, wissen die Mieter dann bereits sehr genau. In einem Showcontainer stehen nicht nur exemplarische Arbeitsplätze. Mit aufwendiger Technik können Mieter Büro- und Arbeitsbereiche virtuell gestalten und optimieren. Ein erster Rundgang durch das Gebäude mithilfe von virtueller Realität ist schon möglich, sodass die Mieter, anders als der Bauherr, beim Einzug wohl keine Überraschungen erleben.

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