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Augsburg

13.11.2018

Im Umweltcampus wird schon an morgen gedacht

Ausgediente Gegenstände muss man nicht zwangsläufig wegwerfen. Das haben Lea, Eva, Elias und Julia (von links) beim Umweltcampus gelernt.
Bild: Annette Zoepf

Das Erziehungs-Angebot von Umweltstation und Stadtjugendring hat für Zwölf- bis 15-Jährige  schon Tradition.

Aus einem hölzernen Koffer, Metallfüßen, einem Spiegel und LED-Leuchten kann man ein ungewöhnliches Tischchen mit Stauraum machen. Wie, das zeigten Teilnehmer des Umweltcampus, den die Umweltstation Augsburg zusammen mit dem Stadtjugendring im Jugendzentrum Villa veranstaltete. Das Thema lautete „Nachhaltiger Lifestyle“.

Die 15 Jugendlichen im Alter von zwölf bis 15 Jahren, die drei Tage der Herbstferien auf dem Umweltcampus verbrachten, wären gern die ganze Woche über geblieben, resümierte am Ende Thomas Bissinger von der Umweltstation. Neben dem Re- und Upcycling von alten oder beschädigten Sachen aus dem Haushalt konnten sie sich auch mit dem Umarbeiten und Aufhübschen von Kleidungsstücken beschäftigen. Als Verpflegung dienten gerettete Lebensmittel, deren Haltbarkeitsdatum überschritten war oder die sonst nicht verkäuflich sind. Am Ende standen eine Präsentation und ein selbst zubereitetes Büffet.

Die Upcycler hatten auch Video-Tutorials gedreht, in denen sie Schritt für Schritt erklärten, wie etwa aus alten Papprollen ein Hocker oder aus übrig gebliebenen Fliesen ein Wandschmuck wurde. Die Mädchengruppe, die ausgediente Kleider und andere Textilien in modische Teile verwandelt hatte, führte ebenfalls ihre Arbeiten vor. Alle hatten alte Stofftaschen in praktische, jeweils mit modischen Extras versehene Turnbeutel umgearbeitet. Durch Verwendung von Spitze, Knöpfen, Drucken sowie durch Kürzen und Umnähen stellten sie außerdem modische Shirts oder Röcke her. Ihre Betreuerinnen bescheinigten ihnen große Motivation. Sie hätten gelernt, „heute an morgen zu denken“ und nichts so zu benutzen, „als wär’s nur für mich“.

Schon früher einmal teilgenommen

Julia, 12, sagte, ihr habe der Workshop mehr Spaß gemacht, als sie erwartet hatte. Eva, 12, hat jetzt nach eigenen Worten mehr Lust, zu Hause Dinge aufzuarbeiten. Elias, 13, fand die Präsentation der Ergebnisse am besten. Julia hat ein Besuch im Textil- und Industriemuseum am besten gefallen, wo sie an einem Handwebstuhl ein Stück Teppich herstellte und auch lernte, wie Siebdrucke entstehen. Alle, die von unserer Zeitung befragt wurden, hatten entweder früher schon einmal am Umweltcampus teilgenommen, oder hatten sich auf Empfehlung von Geschwistern, Freunden oder Verwandten angemeldet, die ihn kannten.

Übereinstimmend sagten sie, dass der Gedanke, Gegenstände wiederzuverwenden, statt sie einfach wegzuwerfen, für sie nichts Neues sei. Das hätten sie auch bisher schon getan. An ihrer Lebensweise wollten sie daher nichts ändern. Der große Zusammenhang von Recycling und Nachhaltigkeit war ihnen aber offenbar in den drei Tagen nicht völlig klar geworden; ihnen machte einfach das Gestalten und Basteln Spaß.

Unterschiedlich lange Dauer

Thomas Bissinger hatte dafür Verständnis. Es handele sich um ein Alter, in dem man sich mit dem Thema Nachhaltigkeit eigentlich nicht so sehr beschäftige. Bis sich bei den Jugendlichen ein richtiges Umweltbewusstsein bilde, dauere es eben unterschiedlich lange. „Wenn ich mit dem Thema hausieren gehe oder ein schlechtes Gewissen mache“, sagte er, „schreckt das eher ab.“ Gefreut hat er sich zum Beispiel über die Erfahrung, dass die selbst gekochte Selleriesuppe (ebenfalls aus geretteten Nahrungsmitteln) von allen mit ordentlichem Appetit gegessen wurde. „Zu Hause hätten sie das wohl eher nicht gemacht.“

Der Umweltcampus findet bereits seit 2014 jährlich statt, immer in den Herbstferien und immer drei Tage lang. Teilnehmen können Jugendliche aus ganz Augsburg und auch dem Umland. Dank Zuschüssen des Bayerischen Umweltministeriums ist das Mitmachen kostenlos.

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