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Augsburg

26.10.2017

In 20 Tagen zum Soldaten

Zur Grundausbildung für Ungediente gehört auch der Umgang mit Schusswaffen. Hier Katharina Neumeier bei der Einweisung an der Panzerfaust.
Bild: Michael Scheller

Eine verkürzte Grundausbildung soll neue Reservisten für die Bundeswehr heranbilden. Nicht nur bei Naturkatastrophen werden sie gebraucht.

Die 27-jährige Katharina Neumeier ist stolz auf sich. „Superstolz“ sagt sie sogar. Sie sei an ihre körperlichen Grenzen gestoßen und hat als bisher erste Frau beim Regionalstab Süd der Bundeswehr die allgemeine Grundausbildung für Ungediente mit Erfolg bestanden. Nun ist sie Gefreite der Reserve und will weiter an Übungen teilnehmen. Damit steht ihr der Aufstieg in der Militärhierarchie offen, ihren Beruf als Industriekauffrau muss sie nicht aufgeben. Ihr Antrieb ist das Erlebnis in der Gemeinschaft und der Wunsch, etwas für ihr Land zu tun. Die Bundeswehr präsentiert sie in einem Werbevideo für ein neues Angebot: in 20 Tagen zum Soldaten.

Auch Oberstleutnant Alexander ist stolz auf die Teilnehmer des ersten Pilotlehrgangs. Der Vize-Kommandeur des Regionalstabs Süd ist in der Ulrichkaserne am Lechfeld zuständig für territoriale Aufgaben in Südbayern: Dazu gehören Bundeswehreinsätze bei Naturkatastrophen, Hochwasserschutz und anderen Fällen, in denen Reservisten stets sehr willkommen sind. Seit der Abschaffung der Wehrpflicht ebbt der Zustrom an Reservisten ab. Diese sollen nun über die neue Form einer verkürzten Grundausbildung gewonnen werden. Dabei ist an keine Vorbereitung für einen Gefechtseinsatz gedacht, vielmehr sind die Absolventen schwerpunktmäßig für Wach- und Sicherungsdienste ausgebildet. Dazu gehört auch der Umgang mit Schusswaffen.

Etwas Theorie und viel Praxis

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Das Programm liest sich harmlos: 20 Ausbildungstage, verteilt auf knapp zwei Jahre. Es geht um etwas Theorie und sehr viel Praxis an der Waffe und bei der Einweisung zum Wachdienst. Das füllt vier Wochenenden jeweils von Freitag bis Sonntag und am Ende einen achttägigen Aufenthalt mit Prüfungen auf einem Truppenübungsplatz.

Alexander Claus warnt: „Das ist kein Softie-Lehrgang.“ Dazu gehöre auch ein Biwak in kalter Nacht und körperlich müsse man einigermaßen fit sein. Zwischen 20 und 40 Jahren sieht er das Alter potenzieller Kandidaten. Beim Pilotlehrgang lag das Durchschnittsalter bei 27 Jahren. Und die zwölf Absolventen waren anfangs eine Gruppe von 18. Nicht jeder werde durchhalten.

Die Kandidaten kommen aus den unterschiedlichsten Berufen. Die Kameraden von Katharina Neumeier sind beispielsweise Zimmerer, IT-Student, Industriemechaniker oder selbstständige Unternehmer.

Warum melden sie sich?

Claus schätzt auch ihre Motivation, erst recht jetzt nach Abschluss der Ausbildung und Vereidigung als Soldat: „Die brennen richtig.“ Die Quellen ihrer Motivation seien unterschiedlich. Starke Einflüsse spüre er vom Elternhaus. Nicht wenige haben Verwandte bei der Bundeswehr. Oder sie kennen die Bedeutung von Kameradschaft und Zusammenhalt. Auch der Wunsch, sich im Sinne der Gesellschaft zu engagieren, sei da. Wer sich nicht gleich freiwillig zum Wehrdienst samt zeitlicher Verpflichtung melden wolle, für den könne die Grundausbildung für Ungediente eine attraktive Alternative sein.

Für den nächsten Lehrgang 2018/2019 haben sich schon 80 Interessenten vormerken lassen. Am 11. November gibt es dazu einen Infotag. Voraussetzung sind die deutsche Staatsbürgerschaft und ein tadelloses polizeiliches Führungszeugnis.

Anmeldung zum Infotag am Samstag, 11. November, von 10 bis 15 Uhr in der Ulrichkaserne bis 4. November unter Telefon 08232 / 907-7636 oder per Mail rsu-schwaben@bundeswehr.org.

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