Newsticker

Bei hohen Zahlen: Söder fordert eine bundesweite Maskenpflicht
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. In Augsburg demonstrieren Menschen für das Tierwohl

Augsburg

17.10.2020

In Augsburg demonstrieren Menschen für das Tierwohl

Am Samstagnachmittag gingen rund 250 Menschen in Augsburg gegen ein geplantes Tierversuchslabor auf die Straße.
Bild: Annette Zoepf

Erst demonstrieren Samstagvormittag Aktivisten von Greenpeace in Augsburg gegen Tierhaltungsbedingungen, dann ziehen 250 Menschen gegen ein geplantes Tierversuchslabor durch die Stadt.

Greenpeace Augsburg beteiligte sich am Wochenende an einem bundesweiten Aktionstag der Organisation - dabei ging es um mehr Tierschutz. Laut Pressemitteilung fordert Greenpeace die Supermärkte auf, auf den Verkauf von "Billigfleisch" der Haltungsformen eins und zwei zu verzichten. Hintergrund ist, dass Verbraucher seit kurzem in vielen deutschen Supermärkten und Discountern zwischen Fleischprodukten aus vier Haltungsformen entscheiden können - von eins "Stallhaltung" bis vier "Premium".

Bei der Demo in Augsburg gab es origionelle Masken zu sehen.
Bild: Annette Zoepf

Die Aktivisten fordern einen konkreten Zeitplan für den Ausstieg aus der Haltungsform eins und eine transparente und vollständige Kennzeichnung der Fleischprodukte. Rund zehn Greenpeace-Mitglieder trugen bei der Protestkundgebung am Samstagvormittag in der Annastraße, Ecke Steingasse, selbstgebastelte Masken die einem Schweinekopf nachempfunden waren. Die Greenpeace-Demo blieb dabei nicht die einzige Demonstration an diesem Wochenende.

Tina Schüssler singt in Augsburg ihren Song "Geboren um zu sterben"

Gegen 13.45 Uhr stellte die ehemalige Box- und Kickboxweltmeisterin und Rocksängerin Tina Schüssler am Ulrichsplatz ihren neuen Song "Geboren um zu sterben" vor. Dort demonstrierten Menschen gegen das geplante Tierversuchslabor der Augsburger Universitätsmedizin. Schüssler erklärte, dieses Lied extra für die Demonstration geschrieben zu haben. Die Demo startete um zwölf Uhr am Rathausplatz und zog durch die Innenstadt. Laut Polizei versammelten sich 250 Teilnehmer - alle mit dem vorgeschriebenen Mund-Nasenschutz. Organisiert wurde die Versammlung unter dem Motto "Augsburg muss tierversuchsfrei bleiben" vom Verein "Ärzte gegen Tierversuche". Dieser hält bereits seit einiger Zeit Mahnwachen vor dem Uniklinikum ab.

In der Augsburger Uniklinik soll ein Labor für Tierversuche entstehen

Hintergrund sind die Pläne des Freistaates, in der Augsburger Unimedizin eine Tierversuchsabteilung mit Platz für 23.400 Mäuse aufzubauen. Das Gebäude soll auf dem neuen Medizin-Campus beim Universitätsklinikum entstehen, bis 2027/28 fertig sein und 35 Millionen Euro kosten. Der Verein "Ärzte gegen Tierversuche" sammelt aktuell Unterschriften für eine Onlinepetition. Die Tierschützer wollen, dass der Freistaat den Neubau umwidmet, um dort ausschließlich "innovative tierversuchsfreie humanrelevante Methoden" zu entwickeln. Das erklärte Mit-Initiatorin Rosmarie Lautenbacher, nach eigenen Angaben früher Ärztin am Uniklinikum, nochmals während der Demonstration.

Max Weiß war einer der Demonstranten. Er sagte, "ob die Demo was bewirkt, werden wir sehen. Die Menschen sollen jedenfalls unsere Verzweiflung über die Tierversuche erkennen". Noch habe man ja etliche Jahre Zeit, das Projekt aufzuhalten. Mit-Demonstrant Lukas Kerl erklärte, es gebe heutzutage etliche geprüfte Methoden, Forschung ohne Tierversuche zu betreiben. Tina Schüssler sagte am Ende ihres Songs, "Tiere haben keine Stimme, wir müssen ihnen eine geben." Die Demonstranten applaudierten.

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

17.10.2020

Es ist schade, dass nicht noch mehr Demonstranten gekommen sind.
Diese sinnlosen Tierversuche gehören abgeschafft. Was für Menschen sind das, die Tiere derart foltern und quälen.
Wie fatal ist die Gleichgültigkeit der Stadtregierung unter Eva Weber? Warum äußern sich die Grünen nicht dazu?
Das ist einfach nur ein Offenbarungseid. Diese Tierquälabteilung an der Uniklinik darf nicht kommen.

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren