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Augsburg

11.08.2018

Am Hauptbahnhof entstehen 300 neue Wohnungen

Ein Blick von der Gögginger Brücke auf das Ladehof-Areal: In Bahnhofsnähe wird in den kommenden Jahren ein neues Quartier entstehen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Am Augsburger Hauptbahnhof wird in den kommenden Jahren ein Wohnquartier mit Büros und Hotel gebaut. Die Überlegungen zogen sich über Jahrzehnte.

Wo einstmals Augsburgs größter Warenumschlagplatz war, sind seit einem Jahr die Abrissbagger zugange: Auf dem Ladehofareal zwischen Hauptbahnhof und Gögginger Brücke laufen die Vorarbeiten für ein neues Stadtquartier entlang der Bahnlinie. Bis 2021 sollen dort ein Büro- und Hotelkomplex sowie Wohnhäuser mit 250 bis 300 Wohnungen entstehen. Die Stadt plant dort zudem ein neues Regionalbus-Terminal.

Seit vergangenem Herbst laufen die Abriss- und Bodenarbeiten auf dem 5,4 Hektar großen Areal am Rand der Innenstadt auf vollen Touren. „Es sieht so aus, als ob wir Erdhaufen von einem Ende des Geländes zum anderen schieben, und in gewisser Weise stimmt das auch“, sagt Stefan Wiegand, Geschäftsführer der Aurelis Region Süd. Das Unternehmen ist Eigentümerin der ehemaligen Bahnfläche und entwickelt diese. Es gehe zunächst darum, das Erdreich und beispielsweise Bauschutt zu trennen. Kommendes Jahr soll dann die Erschließung des Areals folgen.

Haushohe Glaswände an der Bahnlinie sollen für Lärmschutz im dahinter liegenden Quartier sorgen.
Bild: Aurelis Real Estate (Illustration)

Ein Bürohaus oder ein Hotel sind im Gespräch

Inzwischen gibt es auch erste Entwürfe, wie das neue Quartier aussehen könnte. Hinter dem Bahnhofsparkhaus entsteht ein sechsstöckiger Komplex für gewerbliche Nutzung. Ob dort Büros oder ein Hotel oder beides untergebracht werden, sei noch unklar, so Wiegand. Angesichts der Lage direkt am Bahnhof habe es schon mehrere Gespräche mit Hotelbetreibern gegeben. Aurelis plant, das Gebäude selbst zu errichten. Denkbar seien im Erdgeschoss auch Läden zur Versorgung von Reisenden.

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Vor dem Gebäude wird die Stadt ein Regionalbus-Terminal bauen. Hier sollen frühestens ab 2021 wieder alle AVV-Busse zentral ins Umland abfahren. Momentan sind die Endhaltestellen auf mehrere Punkte in der Innenstadt verstreut, nachdem der Bahnhofsvorplatz wegen der Bauarbeiten nur noch eingeschränkt anfahrbar ist. Wie berichtet wird der Bahnhofsvorplatz nach dem Ende der Tunnelbauarbeiten neu gestaltet, künftig aber ohne Regionalbus-Haltestelle. Der Bahnsteig mit vier Haltestellen bekommt ein durchgängiges Dach, sodass Fahrgäste trockenen Fußes zum Südeingang des Bahnhofs kommen. Die Fahrgäste werden künftig allerdings etwas weitere Umsteigewege haben, weil das Terminal hinter dem Parkhaus etwas versteckt liegt.

An den Gewerbebau anschließend kommen Wohnhäuser, die bis zur Gögginger Brücke durchgezogen werden. Wie viele Wohnungen sie beherbergen werden, ist noch unklar. Das hängt davon ab, wie groß die Wohnungen werden – bei kleinen Pendler-Apartments wäre die Zahl höher, bei Mehrzimmer-Wohnungen geringer. Die Zahl dürfte letztlich zwischen 250 und 300 liegen. Aurelis plant, die Grundstücke noch in diesem Jahr an Bauträger zu verkaufen, die dort den Wohnungsbau in die Hand nehmen. Voraussichtlich werden die Wohnungen nicht ganz günstig sein, weil sie in Bahnhofsnähe für München-Pendler interessant sein werden.

Ein sechsstöckiger Bau direkt an der Bahnlinie

Direkt an der Bahnlinie sind sechs sechsstöckige Gebäude geplant. Die Aufenthaltsräume werden zur bahnabgewandten Seite hin geplant. Die Gebäude sollen mit haushohen Glaswänden verbunden werden, um das Quartier dahinter vom Bahnlärm abzuschirmen. Derartige Konstruktionen gibt es bereits auf Höhe Bismarckviertel zu sehen. Dahinter sind sieben fünfstöckige Mehrfamilienhäuser geplant. Von der Stadt gewünscht war auch eine Kita auf dem Areal. Sie dürfte relativ ausgedehnte Öffnungszeiten haben, um für mit der Bahn pendelnde Eltern nutzbar zu sein. Ein Betreiber steht noch nicht fest.

Ein Blick aufs neue Quartier (vorne die Gögginger Brücke). Die architektonische Gestaltung der Gebäude steht noch nicht fest.
Bild: Aurelis Real Estate (Illustration)

Erschlossen werden soll das Viertel über die Ladehofstraße von der Hermanstraße aus und über eine zweite Erschließungsstraße von der Stettenstraße aus entlang der Gleise.

Mit der Umsetzung der Pläne gehen jahrzehntelange Überlegungen zu Ende. Seit den 1990er Jahren war klar, dass die Bahn die Hallen für die Stückgutabfertigung nicht mehr benötigt, weil der Güterverkehr auf die Straße abwanderte oder via Container abgewickelt wird. Entlang der Halderstraße, wo heute Aktienbank und Ibis-Hotel stehen, wurden vor 30 Jahren die ersten Hallen abgebrochen.

Es gab diverse Überlegungen für das Gesamtareal, Anfang der 2000er Jahre geisterte die Idee der Schweizer Firma Marazzi durch die Stadtpolitik, im Bereich hinter dem Hermanfriedhof eine Eishockey-Arena mit Fitness-Bereich und Büros zu errichten. 2006 kam das Aus. Bereits umgesetzt ist die Umwandlung im Äußeren Ladehof (südöstlich der Gögginger Brücke). Hier entstanden rund 300 Wohnungen. Noch im Bau ist der neue Sitz der Katholischen Jugendfürsorge, die in ein markantes dreieckiges Gebäude, das einem Schiffsbug ähnelt, einziehen wird.

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