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Corona-Krise

10.05.2020

In Augsburg gibt es Hindernisse auf dem Weg zum Pflegebonus

Markus Söder kündigte Mitte April an, in Bayern einen weiteren Pflegebonus in Höhe von 500 Euro auszuschütten. Bis zum 31. Mai müssen Berechtigte ihren Antrag zum Pflegebonus eingereicht haben.
Bild: Alexander Kaya (Symbol)

Plus Pflegekräfte hatten an der Uniklinik anfangs Probleme, als sie den 500-Euro-Bonus beantragen wollten. Jetzt läuft es besser, sagt die Gewerkschaft. Kritik aber bleibt.

In welches Land man die vergangenen Wochen auch blickte, überall in den sozialen Medien wurde insbesondere eine Berufsgruppe bejubelt, gar als „Helden“ tituliert: Die Mitarbeiter im Gesundheitssystem, insbesondere Pflegekräfte und Ärzte. Sie standen und stehen an vorderster Front im Einsatz gegen das Coronavirus. Markus Söder kündigte Mitte April an, in Bayern einen weiteren Pflegebonus in Höhe von 500 Euro auszuschütten. Bis zum 31. Mai müssen Berechtigte in Augsburg ihren Antrag zum Pflegebonus eingereicht haben. Doch anfangs stießen die Pflegekräfte auf große Schwierigkeiten, wenn sie das Geld beantragen wollten. Auch an der Augsburger Uniklinik hakte es. Nun hat sich die Lage aber verbessert.

In den vergangenen Wochen regte sich auch in Augsburg Kritik an der Initiative des Freistaats – aus mehreren Gründen. So sieht die aktuelle Regelung vor, dass die Höhe des Bonus sich nach den Arbeitsstunden richtet: 500 Euro bei einer Arbeitszeit von mehr als 25 Stunden pro Woche, sonst 300 Euro. Hinzu kam, so äußerten sich Mitarbeiter im Gesundheitssystem gegenüber unserer Redaktion, dass einzelne Arbeitgeber die Ausgabe der Anträge verzögerten. Verdi-Gewerkschaftssekretär Tim Graumann erklärt: „Die Arbeitgeber fürchteten wohl Haftbarkeitsgründe.“

Pflegebonus in Augsburg läuft nun weitgehend problemfrei

In der ursprünglichen Formulierung machte der Freistaat die jeweiligen Einrichtungen haftbar für falsche Bescheide. Dieser Passus wurde gestrichen. Seitdem, sagt der Gewerkschafter, funktioniere die Antragsstellung in Augsburg weitestgehend problemfrei. Zumindest in öffentlichen Einrichtungen – zu den Abläufen bei Privaten habe man zu wenig Einsicht.

Eine Mitarbeiterin eines Geschäfts steht mit Atemschutzmaske und Handschuhen im Laden.
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Bild: Daniel Biskup

Auch das Uniklinikum berichtet von anfänglichen Problemen. Bis zum 29. April sei nicht genau bekannt gewesen, welche Berufsgruppen genau den Bonus bekommen und welche nicht. Einige Berufsgruppen seien, so erklärt eine Sprecherin, nach den veröffentlichten Kriterien nicht erfasst: zum Beispiel Beschäftigte im Krankenfahrdienst oder medizinische Fachangestellte, die im Pflegebereich arbeiten oder diesem zuarbeiten. Auch auf mehrmaliges Nachfragen beim Landesamt für Pflege mit der Bitte um Aufklärung sei man auf einen unbestimmten Zeitpunkt vertröstet worden.

Gewerkschaft Verdi fordert mehr als nur Pflegebonus

Dennoch begann das Uniklinikum in dieser Woche nun mit dem Versand der Arbeitgeberbescheinigungen. Die Sprecherin sagt: „Wir haben die Arbeitgeberbescheinigung in der Zwischenzeit für über 2000 Beschäftigte ausgestellt und nach Hause geschickt.“ Natürlich sei eine Würdigung in Form eines Bonus eine gute Sache. Das Klinikum verstehe aber auch die Wünsche der bisher nicht berücksichtigten Berufsgruppen, die im Klinikum ebenso wertvolle Arbeit leisten, ebenfalls einen Bonus zu erhalten.

Darauf zielt auch weitere Kritik der Gewerkschaft Verdi ab. Ein Funktionär erklärt: „Auch Reinigungskräfte oder Hol- und Bringdienste tragen ihren Teil zur Bewältigung der Krise bei.“ Und die gesetzte Frist bis Ende Mai sei zu kurz bemessen. Verdi verlangt eine Verlängerung um einen Monat. So sei sichergestellt, dass auch wirklich alle Betroffenen ihren Antrag einreichen können.

Insgesamt sei der Bonus ein gutes Zeichen der Politik, aber eben auch nicht mehr. Was es wirklich brauche, seien höhere Gehälter, um dem Personalnotstand im Gesundheitssystem zu begegnen.

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